Hauptschüler verlassen 2015 die Haag

Von: hes
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Aus der Luft betrachtet, liegt die Schulstadt Monschau seit jeher eng zusammen. Ab dem kommenden Schuljahr werden auch räumlich die Höhenmeter zwischen Haupt- und Realschule überwunden. Die verbliebenen Schüler der GHS werden dann das Schulgebäude im Tal besuchen. Die Luftaufnahme stammt aus dem Jahr 2007, als das Vennbad noch nicht rot war und Realschule und Gymnasium noch nicht saniert waren. Foto: H. Schepp

Monschau. Die Tage der Gemeinschaftshauptschule auf der Monschauer Haag sind gezählt. Schon im nächsten Schuljahr werden die verbliebenen Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis zehn aus Monschau, Roetgen und Simmerath das Gebäude der Elwin-Christoffel-Realschule unten im kleinen Laufenbachtal besuchen.

Dafür zumindest hat sich am Dienstag der Bildungsausschuss der Stadt Monschau in seiner ersten Sitzung nach der Kommunalwahl ausgesprochen. Die Entscheidung muss allerdings noch durch die Verbandsversammlung des Schulzweckverbandes Nordeifel bestätigt werden.

Man habe, erinnerte Bürgermeisterin Margareta Ritter, „bei der Gründung des Schulverbandes vor gut einem Jahr festgelegt, die beiden auslaufenden Schulen standortbezogen frühestmöglich zusammenzulegen“. Dieser Zeitpunkt sei in der Satzung auf den 1. August 2015 festgesetzt worden, ohne näher zu bestimmen, wo die Zusammenlegung erfolge.

Grundsätzlich seien beide Gebäude geeignet, die dann – nach heutigem Stand – noch 312 Haupt- und Realschüler in 13 Klassen aufzunehmen. Einige Argumente, so die Schulverwaltung in der Vorlage, sprächen jedoch für die ECR als gemeinsamen Beschulungsort.

So seien die Fachräume der ECR aufgrund der konstanten Schülerzahlen technisch auf dem neuesten Stand. In der Städtischen Realschule wurde in den vergangenen Jahren in den allgemeinen Ausbau, in Brandschutzmaßnahmen, die EDV und in den Ausbau einer Mensa investiert. Weiterhin wurde vor rund zwei Jahren eine neue gemeinsame Energiezentrale mit Blockheizkraftwerk für das Schulgebäude, die Turnhalle und die Schwimmhalle gebaut. „Dadurch ist die ECR wesentlich kostengünstiger zu beheizen als die GHS, die nach wie vor mit sehr kostenintensiven Nachtspeicherheizungen arbeitet“, so Andrea Compes von der Schulverwaltung. Die neu ausgebaute Turn- und die sanierte Schwimmhalle seien darüber hinaus von der ECR aus fußläufig zu erreichen.

Auch räumlich wird ein Wechsel zur ECR keinen großen Aufwand erfordern. „Es müssten die Lehrküche und der Fachraum für Holzwerken von der GHS in die ECR verlegt werden. Dieses wäre mit dem vorhandenen Mobiliar der Hauptschule zu bewerkstelligen. Es wären lediglich neue Leitungen erforderlich“, heißt es in dem Bericht, der abschließend feststellt: „Die Neubeschaffung von Mobiliar oder sonstiger pädagogischer Ausstattung wären nicht erforderlich.“ Deshalb werden sich die Kosten nach Schätzung eines Fachplaners für den Umbau auf rund 36.000 Euro belaufen, die vom Schulträger, also dem Schulverband zu tragen sind. Diese Kosten können sich nur noch ändern, falls im Rahmen eines eventuell erforderlichen Nutzungsänderungsverfahrens weitere Maßnahmen erforderlich sind.

„Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der geringeren Anzahl an betroffenen Schüler und Klassen, die den Standort wechseln müssten, wird vorgeschlagen, die beiden Schulen zum 1. August 2015 am Standort der Elwin-Christoffel-Realschule zusammen zu führen“, so die Bürgermeisterin im Bildungsausschuss. Margareta Ritter legte Wert auf die Feststellung, „dass beide Schulleitungen dieser Verfahrensweise zustimmen und erklärt haben, diesen Prozess wohlwollend und positiv zu begleiten“.

Auch im Bildungsausschuss stieß der Vorschlag durchweg auf Zustimmung. Wichtig sei, dass mit der frühzeitigen Entscheidung die Schulen, aber auch Eltern und Kinder Planungssicherheit hätten, sagte Uli Kühn (CDU), der sich angenehm überrascht zeigte über die vergleichsweise geringen Kosten der Zusammenlegung. Bernd Händler (Grüne) bewertete den Umzug schon als „große Herausforderung“, zumal es für die Simmerather Hauptschüler der zweite Umzug in zwei Jahren sei. Die Zusammenlegung schon 2015 werde aber ausdrücklich auch im Sinne der Nachbarkommune erfolgen, beantwortete Ritter Händlers Frage nach der Haltung der Gemeinde Simmerath in dieser Sache.

Aktuell besuchen noch 129 Schülerinnen und Schüler die GHS auf der Haag, 308 Mädchen und Jungen die Elwin-Christoffel-Realschule. Am gemeinsamen Standort werden es dann im ersten Jahr noch 82 Haupt- und 230 Realschüler und 13 Klassen sein. 2016/17 sinkt die Zahl auf neun Neuner- und Zehnerklassen mit 41 Haupt- und 141 Realschülern (Gesamtschülerzahl 182). Im letzten Schuljahr vor der Schließung der beiden Einrichtungen werden sich dann nur noch 75 Zehntklässler in vier Klassen im großen ECR-Gebäude verlieren, darunter noch 15 Hauptschülerinnen und -schüler.

Dass das Gebäude am Burgring anschließend zur zentralen Grundschule der Stadt wird, haben Schulwerkstatt und Politik im vergangenen Jahr vorläufig verneint, wie Margareta Ritter erinnerte. Für das Hauptschulgebäude, dass ab nächsten Sommer leer steht, gibt es nach den Worten der Bürgermeisterin indes einen interessierten Investor, der das Gebäude (ohne die energetisch abgekoppelte Sporthalle) „für eine von uns gewünschte Nutzung kaufen, entwickeln und vermieten würde“. Die Verhandlungen diesbezüglich seien aber noch im Gange.

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