Monschau - „Happy Halloween“ lockt zahlreiche Besucher in die Monschauer Altstadt

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„Happy Halloween“ lockt zahlreiche Besucher in die Monschauer Altstadt

Von: Egl
Letzte Aktualisierung:
Halloween Ghostrider
Das Ghostrider-Team aus Eicherscheid (v.l.n.r.: Dennis, Christoph, Cedric und Sigrid Löhrer) heizte am Holzmarkt mit unheimlichen Kostümen und lauten Klängen ein. Foto: H. Egerland
Halloween Nymphen
Schrecklich-schöne Nymphen (v.l.n.r.: Viktoria Barts, Marion Bethe und Jenny Barts) erwarteten die Besucher hinter dem Aukloster. Foto: H. Egerland
Halloween Suicide Squad
Auch der Nachwuchs kann Halloween: Monschaus Suicide Squad . Foto: H. Egerland
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Geisterführer Peter Dick (links) bei der Arbeit: Mit morbidem Humor wird Unglaubliches aus der Stadtgeschichte berichtet. Foto: H. Egerland
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Ein verrückter Geistlicher, schreckliche Nonnen und Untote: Am evangelischen Gemeindehaus durften Mutige ihren Kopf riskieren. Foto: H. Egerland
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In der Kirchstraße wurde klassisch gefoltert: Arnold Kommer (in der Mitte, stehend) spielte hier stundenlang das Opfer. Foto: H. Egerland

Monschau. Dass der ganz spezielle Monschauer Humor während des „Happy Halloween“ durchaus morbide und eigen sein kann, hat sich mittlerweile schon herumgesprochen. Das Gruselspektakel fand auch am vergangenen Wochenende wieder sehr großen Zulauf und ist aus Monschaus Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken.

Gut 60 ehrenamtliche Geister sorgen hierbei Jahr für Jahr dafür, dass die Besucher der Altstadt das Fürchten lernen. Als Untote, Vampire, Monster oder Hexen verkleiden sie sich – nicht wenige basteln lange und liebevoll an ihren detailreichen Verkleidungen. Das letzte Oktoberwochenende ist dann immer der Zeitpunkt, an dem sie aus ihren Löchern kriechen und Grauen verbreiten.

Und auch wenn sich das Event bereits im 18. Jahr befindet, so kennen Monschaus Geister keine Nachwuchssorgen: Die jüngste Gruppe, die sich vom Hollywood-Blockbuster „Suicide Squad“ inspirieren ließ, ist in dieser Konstellation schon zum zweiten Mal dabei: Hannah Strang, Caroline Schmidt, Louis und Philipp Mertens, Julian Weber sowie Benjamin und Florian Dick hatten sich diesmal in der schmalen Mottengasse postiert, um den Besuchern gehörig Angst einzujagen.

Florian Dick zauberte dabei ausgewählten Opfern als düsterer Joker „ein Lächeln aufs Gesicht“ – mit einem Lippenstift. Er selbst ist trotz seiner 13 Jahre schon ein alter Halloween-Hase. Vor zwei Jahren hatte er als Gollum, der ausgewählte Besucher in seine Höhle zog, Schrecken verbreitet. Insgesamt ist er schon seit sieben Jahren auf unterschiedlichsten Gruselstationen im Einsatz.

Von Kinofilmen inspiriert

Überhaupt hält die Tendenz, sich von Kinofilmen Ideen und Kostüme auszuleihen, weiter an. So hatte sich Familie Löhrer aus Eicherscheid beim Horrorfilm „Ghostrider“ bedient und neben einer Menge Equipment auch noch ein entsprechendes Grusel-Motorrad mitgebracht. Die Kostüme waren zum großen Teil handgefertigt. „Wir haben mehrere Monate in Konzept und Ausarbeitung gesteckt“, erläutert Sigrid Löhrer. Am Holzmarkt trieben die finsteren Biker dann ihr Unwesen.

Ganz klassisch dagegen präsentierte sich eine größere Gruppe in der alten Kirchstraße: Im „alten Gefängnis“ durften Besucher einer – nicht ganz ernsten – Folterszene beiwohnen. Ein neunköpfiges Team um Arnold Kommer lieferte hier eine beeindruckende Performance, die weit über eine herkömmliche Geisterbahn hinausging.

Ebenfalls klassisch und mit einem Schuss Wehmut wurde auf dem Mühlenberg das „Hexenhäuschen“ wieder zu einer zentralen Station. Jahrelang hatte hier Marlies Mevissen als Hexe Esmeralda einen freundlichen Kontrapunkt zum alljährlichen Horrortrubel gesetzt. Ihre Tochter Maria war extra aus Wien in die Eifel gereist, um die Tradition ihrer vor einem Jahr verstorbenen Mutter wieder aufzunehmen. Sie und Ute Jakobs waren das freundliche Antlitz des Monschauer Halloween.

Die gesamte Geistertruppe findet ihr Bindeglied in den schaurigen Stadtführungen. Wobei – schaurig sind die Geschichten, die die Geisterführer ihren Besuchern erzählen eher weniger: Sie zeichnen sich vielmehr durch einen morbiden Humor aus und erzählen Unglaubliches aus der Monschauer Stadtgeschichte. Den ungläubig staunenden Zuhörern wird auf Nachfrage immer wieder versichert: „Was ihr hier erfahrt, das ist die reine Wahrheit!“ Da lassen sich die Geisterführer nicht beirren.

Peter Dick, Uwe Kappe sowie ein Familienteam – Vater Franz-Josef Kaulen und seine erwachsenen Söhne Christoph und Sascha – leiten Erwachsene und Kinder durch Monschaus Straßen und Gassen und erzählen unablässig ihre seltsam anmutenden Geschichten. Solche, wie sie eben auch Geisterchefin Helga Janke-Offermanns erzählt. „Das ist die reine Wahrheit“, so versichert die Frau, die seit 18 Jahren „den Laden zusammenhält“, mit ernsthafter Miene immer wieder. Weshalb sie nach so langer Zeit immer noch dabei ist, erklärt sie dann aber mit einem ehrlichen, strahlenden Lächeln: „Du siehst über die ganzen Jahre immer wieder, wie begeistert alle mitmachen und sich einbringen – das macht einfach unglaublich viel Freude!“

Hinter den Geisterführern und den Geistern steckt ein weiteres unsichtbares Team. Ab dem frühen Nachmittag wird in der Wache der Freiwilligen Feuerwehr fleißig geschminkt: Danja Waldeck-Dick, Corinna Griesbach, Justine Williams und die Visagistin Izabela Rebaijn sorgen hauptsächlich für das entsprechende Face-Lifting: umso schrecklicher, desto besser! Ebenfalls eher hinter den Kulissen wirkt das Team, das die große Party im alten Kolpinghaus am Laufen hält; ohne die zahlreichen Helfer würden die Stadtführungen einfach nur enden – so aber finden sie mit Gratisgetränk und Party-Einladung einen würdigen Abschluss.

Aber das alles hätte nicht denselben Effekt, wenn die Altstadt-Bewohner nicht für den entsprechenden Gruselschmuck ihrer Häuser sorgen würden. Und auch hier hält – in diesem Fall leider – ein Trend an, der sich schon in den vergangenen Jahren zeigte: Die Anzahl der liebevoll geschmückten Häuser geht merklich zurück. Das spüren nicht nur die spukenden Geister, sondern auch die Besucher, die teilweise von weither angereist kommen. Deren Begeisterung ist aber nach wie vor ungebrochen.

Nicht wenige nehmen eine längere Anfahrt gerne in Kauf: „Diese Atmosphäre hier ist einzigartig“, erzählt eine Besucherin aus Koblenz: „Halloween ist für mich Monschau!“ Ihre Freundin war zum ersten Mal dabei: „Teilweise richtig schön gruselig!“, bestätigt sie. Und fügt hinzu: „Ich werde wieder kommen!“

Seit einigen Jahren hat sich rund um die schaurigen Stadtführungen ein Begleitprogramm entwickelt, an dem man immer weiter arbeitet. Ruth Breuer ist schon erprobte Vorleserin, die auch dieses Mal als Hexe im Kolpinghaus Kindern harmlose Gruselgeschichten darbot.

Am Samstag und Sonntag standen ohnehin die Kinder im Vordergrund des Halloween-Festes: Auf der Marktplatz-Bühne gab es mit Luftballon-Shows, Kürbis-Schnitzen, Marzipan-Modellieren und Kinderschminken ein entsprechendes Angebot für die kleinen Besucher. Die Erwachsenen freuten sich eher an Auftritten zweier Live-Bands, die schon einen klangvollen Namen haben: das „Duo Legér“ sowie „De Rebellen“ heizten dem Publikum kräftig ein.

Bis tief in die Nacht

Barbara Frohnhoff von der Monschau-Touristik zog eine überaus positive Bilanz und zeigte sich vor allem über den großen Besucheransturm am Samstag erstaunt: „Ich hätte nicht gedacht, dass trotz des ständigen Nieselregens so viele Menschen kommen würden.“

Die Geister und die Geisterführer jedenfalls mussten wieder Schwerstarbeit leisten, denn schon nach kurzer Zeit waren die Stadtführungen ausgebucht. Sie dauerten bis in die tiefe Nacht.

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