Hansa-Gemeinschaft: Seit zwei Jahren Geschäftsführer gesucht

Von: ho
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Ingo Braun aus Lammersdorf ist seit März 2013 Vorsitzender der Hansa Gemeinschaft Simmerath und auf der Suche nach einem Geschäftsführer. Foto: Hoffmann

Simmerath. Kurz und knapp könnte die Stellenanzeige so lauten: „Großer Verein in der Nordeifel sucht ehrenamtlichen und engagierten Geschäftsführer, der den seit fast zwei Jahren amtierenden Vorstand komplettiert und ein wenig entlastet“.

Ingo Braun, 1. Vorsitzender der Hansa Gemeinschaft 1921 Simmerath, schmunzelt bei dieser Vorstellung zunächst einmal, ist aber ansonsten doch schon ein wenig frustriert, dass sich auch nach fast zwei Jahren aus den Reihen des mitgliederstärksten Vereins in Simmerath niemand gefunden hat, der den vakanten Posten des Geschäftsführers ausüben möchte.

„Das Thema steht bei uns bei jeder Vorstandssitzung auf der Tagesordnung. Aber getan hat sich da aufgrund fehlender Resonanz bisher nichts“, resümiert Braun. Die Enttäuschung von Ingo Braun (48) kann man auch als Außenstehender nachvollziehen. Wenn man von den 1000 Hansa-Mitgliedern die 21 Personen des geschäftsführenden, erweiterten und Jugend-Vorstandes abzieht, verbleiben auf dem Papier rein rechnerisch 979 Kandidaten für den Geschäftsführerposten. Doch bisher verhallten alle Appelle an dieses große Mitgliederreservoir, das sich bei der Hansa auf insgesamt 13 Abteilungen aufteilt. In dieser Solidar- und Interessengemeinschaft werden folgende sportliche und musische Freizeitbeschäftigungen angeboten: Badminton, Blasmusik, Fußball, Koronarsport, Leichtathletik, Lungensport, Orientierungslauf, Schach, Schwimmen, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Dabei stellen die Blasmusiker, Schwimmer und vor allem die Turner die größten Abteilungen bei der Hansa. Mit Ingo Braun, Hermann-Josef Koll (2. Vorsitzender) und Petra Motter (Schatzmeisterin) sind drei Vertreter aus der Schwimm- und Fußballabteilung im Vorstand vertreten.

Das Dilemma mit der vakanten Geschäftsführerstelle begann im März 2013, als der damalige Vorsitzende Manfred Abel nach zehnjähriger Vorstandstätigkeit aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Gleiches galt für Anja Schalloer, die bis dahin als Geschäftsführerin fungierte. Seit diesem Zeitpunkt wird das Feld des Geschäftsführers überwiegend vom neuen Vorsitzenden Ingo Braun bearbeitet, der zudem Vorsitzender des Schwimmbezirks Aachen ist.

Beruflich ist Braun als Schulleiter der Schwimmsporthalle des Schwimmverbandes NRW in Übach-Palenberg tätig; kann sich also über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Braun weist werbend darauf hin, dass die Arbeit des Geschäftsführers bei der Hansa kein 24-Stunden-Job sei. „Zu den Aufgaben des Geschäftsführers würden die Mitgliederverwaltung, Protokollerstellung, die Einladungen zu Vorstandssitzungen und die Beantragung von Zuschüssen bei der Gemeinde, der Städteregion und dem Landessportbund gehören“, erklärt der Hansa-Vorsitzende: „Dabei könnte man sich darüber unterhalten, dass die Mitgliederverwaltung weiter von mir gemacht wird.

Daneben sind die Anträge für die Zuschüsse im Grunde genommen immer gleich. Zudem sind das auch keine 1000 Anträge im Jahr. Das hält sich alles in Grenzen“. An diese Grenzen stoße man man allmählich, wenn man über einen längeren Zeitraum im Verein in Doppelfunktion tätig sei, erklärt Braun. Zudem sei man beim Aufgabenspektrum des dringend benötigten Hansa-Geschäftsführers durchaus flexibel. Er appelliert adaher noch einmal eindringlich an alle Hansa-Mitglieder, sich bezüglich der vakanten Geschäftsführerstelle Gedanken zu machen.

Auch Ortskartellvorsitzender Erwin Finken, der selbst 23 Jahre Geschäftsführer der Hansa war, ist über die Situation in Simmeraths größtem Verein nicht glücklich. „Als Hanseat mit 52 Mitgliedsjahren bedauere ich ausdrücklich diese unbefriedigende Situation. In meiner Funktion als Vorsitzender des Ortskartells möchte ich zu einer merklich positiveren Einstellung zum Ehrenamt aufrufen. Dies ist dringend nötig, um die traditionsreiche Hansa-Gemeinschaft zu erhalten“. Finken erinnert in diesem Zusammenhang mahnend an die Worte des Ex-Ehrenvorsitzenden und Mitbegründers der Hansa-Gemeinschaft Simmerath, Josef Jansen, der 1977 dem Verein ins Stammbuch schrieb: „Traget mein Erbe weiter“.

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