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„Hallo, Taxi!” - Oft bleibt der Kunde einfach auf der Strecke

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
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Taxifahren in Aachen könnte teurer werden: Preiserhöhungen von durchschnittlich 9,5 Prozent zum Jahreswechsel müssen noch vom Stadtrat abgesegnet werdebn. Foto: imago

Nordeifel. Folgende Situation: Es ist spät geworden am Abend, die Fete hat doch ein bisschen länger gedauert als geplant. Busse fahren jetzt nicht mehr nach Hause. Bleibt die Nummer der örtlichen Taxizentrale als bequeme Lösung. Anrufen, bestellen, abholen lassen, ab nach Hause. So weit, so gut.

Oder auch nicht. Denn ganz so einfach scheint es in der Eifel nicht zu sein, kurzfristig einen Fahrservice zu erreichen, der einen „mal eben” von A nach B chauffiert. „Schauen Sie”, sagt Taxi-Unternehmer Thomas Lux aus Roetgen, „es geht einfach darum, dass man nicht Tag und Nacht durchfahren kann.”

Lux ist der dienstälteste Taxiunternehmer in der Nordeifel, seit 1991 holt er täglich Fahrgäste irgendwo ab, um sie irgendwo hin zu bringen.

Knallhartes Geschäft

Und seit den Anfängen ist das Geschäft mit der Personenbeförderung ein knallhartes, werden Ellenbogen ausgefahren, erklärt Lux. Oft auch auf Kosten von (potenziellen) Kunden.

Denn die Taxifahrer aus der Nordeifel wehren sich gegen die Annahme, immer und für jede x-beliebige Strecke einen (oder mehrere) Wagen zur Verfügung stellen zu müssen. „Manchmal”, erklärt Taxi-Unternehmer Uwe Steffens aus Mützenich, „ist es einfach nicht rentabel, in eine andere Gemeinde zu fahren, wenn die Anfahrtskosten deutlich höher sind als die Einnnahmen.”

Es knistert in der Branche

Was allerdings viele Kunden nicht verstehen könnten und wollten - und sich deshalb beschweren und/oder langfristig zur Konkurrenz abwandern. Und die ist in der Eifel nicht gerade gering. „Die Taxiunternehmen sind sich nicht grün”, sagt Lux offen. „Es kann aber nicht sein, dass sich manche Unternehmen die Sahnestückchen, die weiten Fahrten rauspicken und wir dann für die zwei Kilometer kurzen Transporte gerufen werden.”

Beschwerden von Leuten, die sich etwa für den Rückweg von abendlichen Veranstaltungen Taxen rufen wollen aber keine mehr erreichen, seien zwar nachvollziehbar, „aber wer Partys feiern kann, der muss eben dafür zahlen”, sagt Thomas Lux.

Ohnehin knistert es in der Taxibranche gewaltig - und das nicht nur in der Eifel. „Irgendwann wird es hier mal richtig knallen”, sagt Lux. Warum? „Es ist genauo wie in der Politik: Alles wird groß versprochen und im Endeffekt nicht gehalten. Gesetze werden von manchen nicht beachtet.” Gegenseitige Anzeigen und Abmahnungen zwischen Taxi-Unternehmen seien nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Kunden würden in zunehmender Zahl sprichwörtlich stehengelassen, weil Kurzstrecken, etwa vom Krankenhaus nach Hause, nicht rentabel seien. „Es ist ganz einfach”, sagt Lux, „wer der Beste sein will, muss auch was dafür tun.”

Heißt: Derjenige müsse alle Fahrten übernehmen, nicht nur die, die sich finanziell lohnen, etwa Flughafen-Transporte. Doch das sei momentan in der Eifel eben nicht der Fall.

Der Super-GAU, dass etwa Leute mit schweren Erkrankungen nicht ins Krankenhaus gefahren werden, ist leider in manchen Fällen bereits Alltag.

Doch ist das langfristig die Lösung? „Ich würde es begrüßen, wenn alle ganz offen miteinander reden”, schlägt Thomas Lux einen runden Tisch vor.
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