Hallenbad: SPD für gemeinsames Projekt

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Monschau / Schwimmhalle / Vennbad neu
Geschlossen - und nach Stand der Dinge werden sich hier auch keine Badegäste mehr tummeln. Streit gibt es nun darum, ob sich die hochverschuldete Kommune Monschau nicht lieber mit Simmerath zusammentun sollte, um ein gemeinsames neues Bad zu bauen, zum Beispiel in Imgenbroich. Die CDU-geführte Ratsmehrheit in Monschau favorisiert derzeit einen eigenen Neubau nur für Monschau. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Monschau hat noch nicht wieder eine. Simmerath hat keine mehr. Beide wollen eine haben. Simmerath auch zusammen mit Monschau.

Aber Monschau nur für sich alleine, obwohl der Regierungspräsident bereits mehrfach interkommunale Zusammenarbeit angemahnt hat. Das Thema Schwimmhalle bewegt derzeit in beiden Eifelkommunen die Gemüter. Auch die der Monschauer SPD-Opposition.

Sechs Bewerbungen

Fraktionschef Gregor Mathar und dessen Stellvertreterin Brigitte Olschewski schüttelten denn im Gespräch mit unserer Lokalredaktion nur verständnislos den Kopf, „als wir im Rat erfahren haben, dass Bürgermeisterin Ritter eine gemeinsame Schwimmhalle mit Simmerath nicht will”. Die Verwaltungschefin wolle mit Verweis auf die Zeitschiene und die Verfahrenskosten „nicht einmal über das Thema reden”. Dabei sei der „Generalübernehmer” noch nicht einmal gefunden. Sechs Bewerbungen liegen nach Aussage der Sozialdemokraten vor, drei müssen sich nach der ersten Bewerbungsrunde verabschieden. Die drei verbleibenden Bewerber können dann ihre erweiterte Planung präsentieren und einer erhält den Zuschlag. Mathar: „Aber alle Bewerber erhalten von der Stadt eine Abstandssumme.” Über die Höhe wollte der SPD-Politiker nichts sagen, nur soviel: Bei einer dermaßen kurzen Finanzdecke sollte die Stadt diese Beträge einsparen, machbar durch ein gemeinsames Projekt mit den Gemeinden Simmerath und Roetgen. „Dann brauchen wir keinen Generalübernehmer.”

Das dicke Ende für die Stadt komme aber noch, so Mathar und Olschewski, denn die veranschlagte Investitionssumme für die Erneuerung des Vennbades sei nicht finanziert. Das Land steuere zwei Millionen Euro bei, die Städteregion ebenfalls. Aber die Stadt Monschau wisse nicht, woher sie ihren Anteil von zwei Millionen Euro nehmen solle, bei einem Finanzloch von 8,5 Millionen Euro auch kein Wunder.

Die von Verwaltungschefin Margareta Ritter und der CDU-Mehrheitsfraktion ins Auge gefassten Finanzierungsmöglichkeiten sind für die Sozialdemokraten allesamt untauglich. Nur „mit Kopfschütteln” könne man den Vorschlag der Union zu Kenntnis nehmen, jedes Monschauer Dorf müsse seinen finanziellen Beitrag leisten, damit die Kinder aus den Dörfern auch das Schwimmbad benutzen dürften. Brigitte Olschewski: „Das ist Kirchturmpolitik pur!”

„Salamitaktik”

Auch dem Thema Waldtausch traut die SPD-Fraktion nicht, weil es, so Mathar, „nicht beim Waldtausch bleibt, sondern auch Wald verkauft wird.” Der Fraktionschef spricht von einer „Salamitaktik” im Rathaus, bei der die Details scheibchenweise ans Licht kämen.

Die Forstwirtschaft in Monschau fahre bisher schwarze Zahlen ein. Das werde sich aber nicht weiter so darstellen, „denn beim Waldtausch erhält die Stadt überwiegend Steilhanglagen, die nur sehr schwer zu bewirtschaften sind, die aber touristischen Zwecken dienen sollen”, so Mathar. Für Brigitte Olschewski ist die Stadt auf dem besten Weg, einen nachhaltigen Fehler zu machen: „Mit dem Wald wird Vermögen verkauft, das über Jahrhunderte gewachsen ist. Der Erlös wird in ein Bauprojekt gesteckt, das mit Sicherheit nicht so lange besteht. Damit ist Vermögen der Stadt weg!”

Das Simmerather Schicksal beschäftigt die Sozialdemokraten aus Monschau erst in zweiter Linie. Die Gemeinde Simmerath werde wissen, wie sie ihr Anliegen bei der Kölner Bezirksregierung vorbringen müsse. Überdies sei dort auch die Städteregion in besonderem Maße gefordert, weil es in Simmerath Berufsbildende Schulen gebe. Außerdem, so Brigitte Olscheswki, gebe es Möglichkeiten EU-Mittel zu beantragen - für ein gemeinsamen Projekt. Die Fördermöglichkeiten seien noch überhaupt nicht ausgeschöpft.

„Da sind alle Züge abgefahren”

Dass der Regierungspräsident die Stadt Monschau jetzt unter Druck setzt, glaubt Gregor Mathar nicht, genau so wenig, dass „Bürgermeisterin Ritter sich umstimmen lässt und mit der Gemeinde Simmerath nach einer gemeinsamen, vernünftigen Lösung sucht”. Der SPD-Fraktionsvorsitzende: „Ich befürchte, da sind alle Züge abgefahren.”

Unverdrossen werden die Monschauer Sozialdemokraten allerdings mit ihren Genossen in Simmerath und Roetgen interkommunale Zusammenarbeit praktizieren und ausloten, ob und wenn ja wie aus Sicht der SPD die Kuh noch vom Eis geholt werden kann.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert