Vogelsang - Halbzeit auf dem Weg zum neuen Forum Vogelsang

Halbzeit auf dem Weg zum neuen Forum Vogelsang

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Henner Winkelmüller (Architekt), Albert Moritz (Geschäftsführer vogelsang ip gemeinnützige GmbH) Johannes Bortlisz-Dickhoff (Landschaftsverband Rheinland) und Manfred Poth (Aufsichtsratsvorsitzender vogelsang ip gemeinnützige GmbH) bei der Baustellenbesichtigung.

Vogelsang. Etwa eineinhalb Jahre sind seit dem Spatenstich zum neuen Forum Vogelsang im Mai 2012 und dem temporären Umzug des Besucherzentrums in das neu renovierte Kulturkino vergangen. Etwa gleich lang wird es noch dauern, bis im Frühjahr 2015 auf Basis eines internationalen Architekturwettbewerbs die Neueröffnung des Informations-, Ausstellungs- und Bildungszentrums des Internationalen Platzes vogelsang ip rund um den „Adlerhof“ erfolgen kann.

Zu einer Halbzeitbilanz luden Bauherr, Architekt und Gesellschafter die Presse ins Herz der Baustelle ein. „In manchen Bauteilen laufen Sanierung und Umbau planmäßig, vielfach jedoch haben wir große Überraschungen erlebt“, leitete vogelsang ip-Geschäftsführer Albert Moritz die Besichtigung ein.

Denn die von den Nationalsozialisten für ein „Tausendjähriges Reich“ geplante „Ordensburg“ entpuppte sich im Zuge der Sanierungsarbeiten an manchen Stellen als überraschend sanierungsbedürftig, teilweise baufällig. Vor Ort zeigten Architekt Henner Winkelmüller und der baufachliche Projektleiter von vogelsang ip, Lothar Winkler, den begleitenden Journalisten neben den Baufortschritten auch eine gute Hand voll der kritischen Punkte. „Besonders augenfällig ist zurzeit der Stützenwald in den Räumen der geplanten NS-Dokumentation“, erzählte Winkelmüller.

Die Stützen sind nötig, weil hier die Decke von unten in voller Stärke erneuert werden muss.“ Diese stellte sich nach dem vorbereitenden Sandstrahlen aufgrund in der NS-Zeit verwendeter schlechter Materialien und mangelhafter Bauweise leider als eine Art „Blätterteig“ dar. „Aus statischer Sicht ist sie im wahrsten Sinne des Wortes unhaltbar“, führte Winkelmüller aus. „Die Sanierung muss von unten erfolgen, da der darüber liegende Natursteinboden der historischen Wandelhalle als einer der wenigen Originalböden unter Denkmalschutz steht“, ergänzte Projektleiter Winkler. „Die Belgier wie auch wir haben uns hierauf lange Jahre bedenkenlos bewegt. Für die Zukunft müssen wir erst aufwendig sanieren.“

Weitere überraschende bauliche Entdeckungen wurden mittlerweile im Rahmen der Sanierung behoben, unter anderem einige große „Kiesnester“ in Betonstützen, wodurch deren Standfestigkeit nicht gewährleistet war, sowie durch Kriegsschäden verursachte Risse in Betonunterzügen. Schlecht gegründete Stützen und Fundamente, stärker als erwartet marode Dachstühle und nicht zuletzt die bei der Auskofferung des früheren „Adlerhofs“ gefundenen Adlerrümpfe, die eine archäologisch-bodendenkmalpflegerische Begleitung nach sich zogen, waren weitere Stationen des Baustellenrundgangs.

Dass dies alles zu zeitlichen Verzögerungen führte, verwundere nicht, erklärte Winkelmüller. Hinzu kamen die Behinderungen durch den strengen und langen Winter 2012/13, der mit mehr als drei Monaten zu Unterbrechungen bei den Rohbauarbeiten führte.

„Nachdem wir mittlerweile aus dem Gröbsten heraus sind, ist mit einer Gesamtfertigstellung frühestens im Frühjahr 2015 zu rechnen. Den genauen Termin werden wir aber erst nach dem kommenden Winter nennen können“, stellte Winkelmüller in Aussicht.

Die Umsetzung einiger anderer Baumaßnahmen läuft hingegen nahezu plangemäß. So werden beispielsweise weite Teile des Westflügels, der neue Tagungsanbau sowie die in Richtung Urftsee und Wollseifen ausgerichtete Gastronomieterrasse bereits Mitte 2014 fertig sein. „Das gibt uns die Möglichkeit, diesen Geländeteil sowie den späteren Gastronomiesaal bereits im nächsten Sommer wieder für die Besucher zu öffnen. Dies zwar noch ohne Ausstattung, aber mit den gewohnt beeindruckenden Ausblicken auf die Landschaft sowie den Denkmalbereich und zudem mit spannenden Einblicken in das auf dem „Adlerhof“ in die Höhe wachsende Besucherzentrum“, betont Manfred Poth, Allgemeiner Vertreter des Landrates des Kreises Euskirchen und Aufsichtsratsvorsitzender der vogelsang ip. „Der jetzige Bauzaun wird dann zumindest teilweise der Vergangenheit angehören.“

„Als besonderes Bonbon wollen wir den Besuchern ab nächsten Sommer im Rahmen von Führungen auch wieder den Aufstieg auf den Turm und die Besichtigung des „Kultraums“ ermöglichen“, freut sich Poth auf dann neue Perspektiven für Besucher. Bis dahin sind das gesamte Vogelsang-Gelände sowie Besucherzentrum und Gastronomie im Kulturkino wie gewohnt täglich geöffnet. Auch die täglichen historischen Geländeführungen finden unverändert statt.

Im Kostenrahmen geblieben

„Angesichts der vielfältigen unvorhersehbaren Erkenntnisse beim Bauen im Denkmal freut es uns umso mehr, dass wir das Bauprojekt bisher im gedeckelten Kostenrahmen von 35,1 Mio. Euro halten können. Und: Immerhin zwei Drittel der bisher vergebenen Bauaufträge gingen in die Region“, zog Poth ein positives Resümee aus dem bisherigen Projektverlauf.

Johannes Bortlisz-Dickhoff vom GmbH-Hauptgesellschafter Landschaftsverband Rheinland legte den Fokus auf die Perspektiven des neuen Forums. „Trotz der notwendigen Zusatzaufwendungen bei der Sanierung können wir die Qualität des Projekts halten. Die Besucher können sich schon jetzt auf eine eindrucksvolle Architektur, eine ansprechende und gleichzeitig denkmalgerechte Gestaltung sowie auf die zwei spannenden Ausstellungen freuen.“

Der derzeitige Konzeptstand für die NS-Dokumentation und das Nationalparkzentrum sei sehr vielversprechend. „Damit sehe ich den Internationalen Platz vogelsang ip zukünftig als eine der ersten Adressen in der Eifel und in NRW sowie als überregionales Leuchtturmprojekt“, zeigte sich Bortlisz-Dickhoff überzeugt.

„Am Sonntag, 10. November, werden bei einem weiteren „Tag der offenen Baustelle“ wieder kostenlose Baustellenführungen anbieten“, lud Albert Moritz abschließend alle Interessierten, besonders der näheren Umgebung ein, sich ein eigenes Bild vom Umbau zu machen.

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