Eicherscheid - Hahnenköppen: Bewerber waren nur dünn gesät

Hahnenköppen: Bewerber waren nur dünn gesät

Von: M. S.
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Und Eicherscheid hat doch einen Hahnenkönig! Christof Huppertz (Mitte), Vorsitzender des Trommler- und Pfeiferkorps, rettete ein gutes Stück Brauchtum im Golddorf. Nicht nur Sekundant Bruno Meyer (links) und Wettkampf-Moderator Klaus Nießen fiel ein Stein vom Herzen. Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. „Diesmal gibt es so viele Bewerber um den Hahnenkönig wie lange nicht mehr”, hatte es in Eicherscheid schon im Vorfeld der Sommerkirmes 2009 geheißen. Der 1985 wiederbelebte Wettbewerb um Kamm und Krone des Kunststoffvogels ist seither stets ein Glanzstück des Eicherscheider Volksfestes in den großen Ferien.

Und als Vorjahresmajestät Michael Stollenwerk Sonntag mit drei Schwerthieben auf den verdrahteten Hals des Gockels das Hauen und Stechen um den roten Federhut und Zepter eröffnete, schien sich die gestellte Prognose auch zu bestätigen; eine Tafel war voll mit Namen potentieller Kandidaten, die aus den Zuschauerreihen aufgeboten wurden.

Ein wenig RatlosigkeitD

och einer nach dem anderen stahl sich aus dem Rennen, konnte trotz ermunternder Zurufe von Moderator Klaus Nießen nicht bewogen werden, seine gemütliche Bierpilzrunde zu verlassen, um das Viereckpodest vor der Festhalle Tenne für eine weitere Runde zu betreten.

Auch ein Gast aus Rollesbroich, der anfänglich zu einem Dutzend scheinbarer Aspiranten zählte, verschwand nach vorsichtiger Hahn-Touchierung in der Besucher-Menge: König von Eicherscheid mochte Karl-Heinz Hermanns, Beigeordneter der Gemeinde Simmerath, dann doch nicht werden.

Als nach zweistündigem Auf und Ab nur noch weniger Bewerber schließlich absolut niemand mehr in den Ring unter dem bald verbeulten Eimer treten wollte, herrschte zunächst Ratlosigkeit bei den Organisatoren - es drohte eine herrscherlose Zeit. Das verantwortliche Festkomitee aus den Reihen des veranstaltenden Trommler- und Pfeiferkorps wusste dann aber in letzter Sekunde doch Rat.

Zahlreiche Besucher hatten wegen eines offensichtlich unbefriedigenden Endes des Hahnenköppens ohne Majestät und bei regnerisch-kühler Witterung bereits den Heimweg angetreten. Dann ging ein Ruck durch die Vorstandsreihen der Tambouren; allen voran Dirigent Herbert Schröder und Vorsitzender Christof Huppertz schalteten sich vehement ins Gefecht mit scharfer Klinge ein, und sorgten für ein doch noch zufriedenstellendes Ende des Spektakels. Huppertz landete den entscheidenden Streich - mit dem wievielten Schlag vermochte niemand mehr zu sagen.

Die Eicherscheider Kirmesfeierlichkeiten begannen am Samstag Abend mit einer heiligen Messe und dem Ausgraben des Kirmesknochens. Der anschließende Ball in der Tenne zu Klängen der Band „Comeback-Music” war gut besucht.

Zur sonntäglichen Mittagszeit spielten dort der Musikverein Eifelklänge und der Spielmannszug zur Unterhaltung vieler Gäste. Gleichzeitig drehten sich auf dem Tennen-Außengelände die Karussells zur Kinderbelustigung, hatten Imbiss- und Naschwerksbuden wie Vergnügungsgeschäfte („Hau den Lukas”) keinen Mangel an Kundschaft. Dem Hahnenköppen ging eine Verlosung ansprechender Preise in der Tenne voraus.

Schon früh am Montagmorgen fand das Kirmesprogramm seine Fortsetzung, als die Trommler und Pfeifer ihre Mitbewohner mit fröhlichen Klängen weckten. Dem Gottesdienst folgte die feierliche Kranzniederlegung samt Totengedenken am Ehrenmal; zum Frühschoppen hatten danach die Dorfwirtschaften geladen.

Das Team vom Haus Gertrud trug einmal mehr auf traditionelle Weise zum Gelingen des Festes bei; so lud es die Musikanten zum gemeinsamen Frühstück, und ein liebevoll geflochtener Kirmeskranz drehte sich zu Ehren der Vereins- und Dorfgemeinschaft im Wind, selbstredend mit blau- weißen Bändern geschmückt.

Mit einem Festzug durch das Golddorf und dem Kirmesball fand der Eicherscheider Volksfesttrubel am Montag seinen Abschluss. Doch erst kommenden Samstag, 21 Uhr, verabschieden sich die Kirmesmacher mit einer „Ladies Night” bis zum nächsten Jahr.
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