Grundschulen: Verhalten der Eltern ist die große Unbekannte

Von: Heiner Schepp
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Monschau. Von der „wichtigsten Entscheidung der letzten Jahre für den Schulausschuss” sprach dessen Vorsitzender Micha Kreitz (CDU) beim Infoabend in Konzen, von einer „Entscheidung mit großer Tragweite” mehrfach Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Am Dienstag ist er also nun, jener „Tag der Entscheidung”, der 23. Februar, an dem der Schulausschuss der Stadt Monschau das letzte Wort darüber spricht, wo und wie in den kommenden Jahren im Primarbereich unterrichtet wird.

Die Richtung für diese Entscheidung hat der Schulausschuss bereits in seiner letzten Sitzung 2009 eingeschlagen: Zwei Schulen - Imgenbroich und Kalterherberg - werden an die benachbarten, derzeit noch größeren Einrichtungen in Konzen bzw. Mützenich „angedockt”, in Höfen bleibt alles beim alten.

Die fünf teils intensiven Informationsabende mit den Eltern hatten nicht den Sinn und Zweck, an dieser Vorentscheidung zu rütteln. Das wurde rasch deutlich und auch hier und da bedauert („Warum sitzen wir dann hier?”) Vielmehr sollte durch die Einbeziehung aller Eltern die ein oder andere zusätzliche Anregung in die Entscheidung einfließen und sollte die vom Schulausschuss vorgegebene Marschrichtung den Eltern schmackhaft gemacht werden.

Allerdings zeigte sich schon im Laufe der Anmeldewochen die große Unbekannte bei allen Entscheidungen - nämlich das Wahlverhalten der Eltern.

Denn ganz anders als bei den Prognosenzahlen, die dem Schulausschuss bei seiner Vorentscheidung zugrunde lagen, meldet für das kommende erste Schuljahr die vormals kleinste Grundschule Imgenbroich mit 30 Anmeldungen plötzlich die stärkste Eingangsklasse. Und die Heckenlandschule Höfen, an der eigentlich alles so bleiben sollte wie bisher, bekommt aufgrund des „Abwanderns” der Monschauer Eltern plötzlich keine zwei Eingangsklassen mehr zusammen und sieht sogar preisgekröntes „Teamteaching-Konzept” gefährdet.

Was also tun? Wieder umdenken? Alternative Vorschläge wurden schon intern, im Arbeitskreis und auch beim ein oder anderen Infoabend intensiv diskutiert. Der weitestgehende Vorschlag lautet: Alle fünf Grundschulgebäude schließen (wer will diese kaufen?) und eine große Gesamtgrundschule auf der Haag einrichten, was die Zusammenlegung der dortigen Hauptschule (aktuell: 13 Anmeldungen für das Schuljahr 2010/2011) mit der Hauptschule Simmerath voraussetzen würde.

Diese Lösung wäre auch deshalb nicht sinnvoll, weil dann zum einen alle Grundschulkinder fahren müssten (was man ja eben vermeiden möchte), und weil zum anderen das baulich insgesamt sehr gute Hauptschulgebäude nicht wirklich für Grundschulkinder konzipiert ist.

Im Arbeitskreis diskutiert wurde auch eine „Zwei-Schulen-Lösung”, bei der die aktuell gut 400 städtischen Grundschulkinder auf die beiden Einrichtungen in Höfen und Konzen verteilt, die drei derzeit kleinsten Schulen aber dann ganz geschlossen würden. Auch dieses Modell fand aber letztlich keine Mehrheit.
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