Grundschule Kalterherberg: Schulkindern folgen die Radtouristen

Von: Franz Mertens
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An der Vennbahnroute in Kalterherberg herrscht Leben: Draisinen, Fahrräder und Wanderer findet man hier seit Eröffnung des neues Radweges in hoher Zahl.
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Von der Erfolgsgeschichte der Vennbahnroute will auch Kalterherberg profitieren.

Kalterherberg. Die Grundschule Kalterherberg kann aufgrund sinkender Schülerzahlen nicht erhalten bleiben, weil die Schülerzahlen in den nächsten Jahren noch weiter sinken werden. In drei Jahren wird das Gebäude leerstehen. Was dann?

Die Zukunft des Schulgebäudes will man in Kalterherberg nicht dem Zufall überlassen. Das Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen von Ortsvorsteher Norbert Rader, Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und Städteregionsrat Helmut Etschenberg ist, das geplante Fahrradkompetenzzentrum NRW nach Kalterherberg zu holen. Dieses Kompetenzzentrum soll in das demnächst leerstehende Grundschulgebäude einziehen. Der entsprechende Antrag ist inzwischen beim Umweltministerium eingereicht worden und läuft hier unter dem Arbeitstitel „Raddorf Kalterherberg“. Das Ergebnis der Vorprüfung wird noch in diesem Jahr erwartet.

In der politischen Diskussion im Städteregionstag und den zuständigen Fachausschüssen geht es inzwischen nicht mehr um das Radkompetenzzentrum allein. Unter den Titeln „Bürgerschaftliches Engagement“ und „Aktiv-Erlebnis-Region Aachen“ ist das Projekt inzwischen weiterentwickelt worden. An einem touristischen Entwicklungskonzept soll nicht nur der südlichste Zipfel der Eifel, sondern die ganze Städteregion beteiligt werden. Dies haben vor allem die Kommunen aus dem Nordkreis eingefordert.

Schule bleibt noch bis 2017

Dieses erweiterte Konzept stellte Städteregionsrat Helmut Etschenberg jetzt in einer weiteren, eigens dazu einberufenen Bürgerversammlung in Kalterherberg vor. Es sieht unter anderem Fördermittel für den weiteren Radwegebau im Gebiet der gesamten Städteregion vor. Wenn mehrere Kommunen eingebunden würden, könnte sich dies auch positiv auf die Höhe der Fördergelder auswirken. In einem noch zu gründenden Trägerverein sollen alle Aufgaben, die damit zusammenhängen, koordiniert werden. Etschenberg geht davon aus, dass in der Sitzung des Städtregionstages am 28. November das Projekt unter Dach und Fach gebracht wird.

Bürgermeisterin Margareta Ritter unterstützt die Ideen von Helmut Etschenberg. Das Konzept für das Kompetenzzentrum sei so angelegt, dass die Grundschule nicht vorzeitig diesem Zentrum weichen müsse. An den ursprünglichen Plänen für die Auslaufzeit der Grundschule (2017) im Ort ändere sich nichts. Das Schulgebäude bleibe dem Ort erhalten und werde gleichzeitig in ein neues touristisches Konzept eingebunden.

Anschließend betonte Norbert Rader mit Nachdruck, dass er voll hinter dem Projekt stehe und es mit allen Mitteln weiter unterstützen werde. „Schließlich geht es bei dem Projekt auch darum, dass neben dem Fahrradkompetenzzentrum auch die Ortsvereine weiterhin das Schulgebäude nutzen können.“

Sonja Laschet, Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes und Vorstandsmitglied der neuen Zukunftswerkstatt Kalterherberg, stellte fest, dass Kalterherberg mit dem Kompetenzzentrum ein Leuchtturmprojekt bekomme.

In der anschließenden Diskussion herrschte Einigkeit darüber, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Fragen gab es zur Finanzierung des Konzeptes, zur Einbindung der Bürger in die weitere Projektentwicklung und zur Sozialverträglichkeit. Aus Sicht der Städteregion ist dabei von zentraler Bedeutung, dass später ein Träger für das Fahrradkompetenzzentrum gefunden wird, der diese Einrichtung auch kostendeckend betreiben kann.

Wanderer und Radfahrer sind auf der Vennbahnradroute heute schon sehr aktiv. Das macht sich bei der örtlichen Gastronomie bereits positiv bemerkbar. Ein örtlicher Unternehmer berichtete, dass er im Jahr 2013 lediglich neun Fahrradtransporte zur Vennbahnroute verzeichnet habe. In diesem Jahr seien es bis jetzt schon 51 Transporte. Die Besucher kämen aus der gesamten Städteregion.

Zum Abschluss der Bürgerversammlung stellte Sonja Laschet fest, dass der Wille des Ortes, weiter am vorgestellten Konzept mitzuarbeiten, da sei, auch wenn es von außen Widerstände geben sollte. Auch die Bürgermeisterin hob zum Abschluss noch einmal hervor, wie wichtig ein positives Signal für den weiteren Erfolg des angedachten Entwicklungskonzept für die touristische Nutzung des Schulgebäudes sei.

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