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Grünes Licht für den Höfener Windpark

Von: ag
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Die bestehenden Windräder ausgangs von Höfen bekommen vermutlich im kommenden Jahr Gesellschaft: Die Bezirksregierung hat der Errichtung fünf weiterer, deutlich größerer Anlagen zugestimmt. Im Hintergrund die Windparks in Schöneseiffen und Herhahn. Foto: Heiner Schepp

Monschau/Höfen. Die Realisierung des geplanten Windparks im Höfener Wald rückt näher. Die Bezirksregierung hat der entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplanes unter Auflagen zugestimmt.

Zu den Auflagen gehört, dass die bereits bestehende Windkraftkonzentrationszone aufgehoben wird. Die bestehenden Anlagen würden mit einer Nabenhöhe von 75 Metern nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. „Die Standortuntersuchung hat gezeigt, dass die bestehende Konzentrationszone nicht bestätigt werden kann“, heißt es in der Genehmigung der Bezirksregierung.

Zum einen befänden sich innerhalb der Konzentrationszone zwei Einzelhöfe, wodurch es zu immissionsschutzrechtlichen Konflikten komme. Außerdem gebe es eine Überlagerung mit dem Flugkorridor des Rotmilans. In beiden Fällen handele es sich um harte Tabukriterien, die nicht angepasst werden könnten, schreibt die Bezirksregierung. Daher wäre die Errichtung der Anlagen nach heutigen Gesichtspunkten nicht mehr genehmigungsfähig.

Schwarzstorch im Mittelpunkt

Des Weiteren habe der Monschauer Stadtrat im Jahr 1998 die maximale Nabenhöhe auf 90 Meter festgesetzt, dadurch werde die Errichtung moderner und wirtschaftlicher Windenergieanlagen verhindert. Aufgrund der genannten Gründe sei ein sogenanntes „Repowering“ der bestehenden Anlagen faktisch nicht möglich. Die bestehende Konzentrationszone solle daher in einem nachgelagerten Verfahren aufgehoben werden.

Die bestehenden Anlagen sind aber rechtsgültig und genießen Bestandsschutz, wie Bürgermeisterin Margareta Ritter auf Anfrage erklärte. Auch neue Anlagen könnten dort errichtet werden, aber nur unter den gleichen Bedingungen wie die bestehenden, was für einen Investor heute aber nicht mehr rentabel sei.

Lange Zeit schien das Genehmigungsverfahren für den Windpark im Höfener Wald reibungslos zu verlaufen. Zunächst hatte es keine größeren Einwände gegeben und auch das Artenschutzgutachten hatte keine unüberbrückbaren Hindernisse gesehen. Dann machte die Nationalparkverwaltung Bedenken gegen die Planung geltend und auch von belgischer Seite gab es plötzlich Widerstand. Auch der BUND und die Untere Landschaftsbehörde meldeten Bedenken an.

Im Mittelpunkt der Kritik stand ein Nahrungshabitat des Schwarzstorches, das sich in der Nähe des südlichen Bereichs des geplanten Windparks, im Fuhrtsbach- und Perlenbachtal, befindet. Fieberhaft wurde nach einem Ersatzhabitat für den seltenen Vogel gesucht.

Schließlich reduzierte die Stadt Monschau ihre Pläne und verzichtete auf drei von acht Windrädern.

Mit der Zustimmung der Bezirksregierung zur Änderung des Flächennutzungsplanes kann der Bau der fünf in der Planung verbliebenen Windkraftanlagen mit einer Höhe von rund 200 Metern jetzt in Angriff genommen werden.

Das wurde von den Mitgliedern des Stadtrates freudig zur Kenntnis genommen. „Wir sind sehr froh, endlich einen Schritt weiter zu sein“, sagte Micha Kreitz (CDU). „Was lange dauert, wird endlich gut“, erklärte Gregor Mathar (SPD). Werner Krickel (Grüne) sprach vom Ende einer langen Fahrt. „Es ist nicht ganz das geworden, was wir wollten, aber immerhin“, sagte Krickel.

Bürgermeisterin Margareta Ritter erklärte, man habe zur Vermeidung einer längere Auseinandersetzung einen Kompromiss gewählt und insbesondere Rücksicht auf die Einwände der belgischen Umweltbehörde genommen, auch wenn diese rechtlich nicht an dem Verfahren hätte beteiligt werden müssen. „Ich frage mich wirklich, warum unsere Interessen dann im Gegenzug an keiner Stelle Berücksichtigung finden“, sagte Ritter mit Blick auf das belgische Atomkraftwerk in Tihange, das durch Negativschlagzeilen immer wieder von sich reden macht.

Mit einer bewussten Überzeichnung wollte sie auf die besondere Problematik in diesem energiepolitischen Fall hinweisen. Während man in Monschau mit Blick auf den Bau eines Windparks und das Vorkommen einer Schwarzstorchpopulation freiwillig Rücksicht auf belgische Interessen nehme, werde auf belgischer Seite bei einem maroden Atomkraftwerk das nationale Recht und Interesse betont, kritisierte Ritter.

Die Bürgermeisterin regte an, das Thema „Tihange“ in der nächsten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Monschau zu behandeln, damit die Politik die Verwaltung mit einer Stellungnahme beauftragen könne.

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