Grünen-Kandidat Alexander Tietz-Latz über Europa und Gesundheit

Von: Michael Grobusch
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Direktkandidat der Grünen im Altkreis Aachen: Alexander Tietz-Latza. Foto: M. Grobusch

Städteregion. Das Treffen mit unserer Zeitung am Dreiländerpunkt fiel buchstäblich ins Wasser. Heftige Niederschläge und Wind ließen nichts anderes zu als eine Flucht ins nahe gelegene Café. Alexander Tietz-Latza konnte das allerdings nicht beeindrucken.

Und auch mit Blick auf den 24. September fürchtet der Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis Aachen II nicht, im Regen zu stehen. „Wir wollen drittstärkste Kraft im Bund werden“, kündigt der 36-Jährige an, auch wenn die Umfragen der vergangenen Monate nicht sonderlich positiv ausgefallen sind. Die Wahlforscher, so Tietz-Latza, hätten zuletzt häufig danebengelegen mit ihren Prognosen. „Außerdem sind wir mit unseren Themen am Puls der Zeit.“

So gesehen könnte es für die Grünen in der Städteregion derzeit kaum besser laufen. Neben dem bundesweiten Dieselskandal stehen mit dem belgischen Atomkraftwerk Tihange und dem Braunkohleabbau zwei regionale Themen bei den Bürgern ganz hoch im Kurs. „Wir haben schon immer gegen die Atomkraft und die Braunkohle gekämpft.

Es ist erfreulich, dass die Grünen jetzt auch die CDU und den Städteregionsrat zumindest im ersten Punkt dazu treiben konnten sich einzusetzen“, meint Tietz-Latza. Auch die hohe Feinstaubbelastung in vielen Städten steht bei dem Direktkandidaten ganz weit oben auf der Prioritätenliste – entsprechend seinem Schwerpunkt „Gesundheit“, den er ebenso wie „Europa“ mit besonderem Engagement verfolgt.

Erhaltung der Lebensgrundlage

„Die Erhaltung der Lebensgrundlage ist entscheidend für die Zukunft der Menschen“, sagt Alexander Tietz-Latza. Das gelte für die Umwelt genauso wie für die Demokratie. „Wir leben in der Städteregion das Miteinander zwischen Stadt und ländlichem Raum, und das sogar grenzüberschreitend“, schwärmt der Jurist. Aber diese grenzenlose Freiheit sei immer noch keine Selbstverständlichkeit und müsse verteidigt werden. „Wir in der Städteregion können besonders gut erklären, warum offene Grenzen und ein freier Austausch zwischen den Menschen so gut und wichtig sind.“

Das Grenzenlose wurde Alexander Tietz-Latza schon früh in die Vita geschrieben: 1981 in Köln geboren, zwischenzeitlich in England zur Schule gegangen und in Köln, Lausanne, Genf und Brüssel Jura studiert. In der europäischen Hauptstadt fand er den Weg zu den Grünen und arbeitete als Referent von Reinhard Bütikofer. Anfang 2015 folgte ein Angebot der RWTH Aachen, wo er seitdem für Innovation in den Bereichen Altern, Medizin und Technik zuständig ist.

Das passt wiederum sehr gut zu den politischen Zielen: Tietz-Latza will mit Hilfe von Innovation den Strukturwandel in der Region bewältigen. „Mehr erneuerbare Energien nutzen und moderne Autos bauen – das schafft Arbeitsplätze.“ Für die Medizin prognostiziert er „eine Entwicklung, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können“. Von dem damit verbundenen Fortschritt müssten alle Bürger profitieren – Stichwort Bürgerversicherung.

Auch in den verbleibenden Tagen des Wahlkampfes will der grüne Direktkandidat für seine Positionen werben. Dass die persönlichen Chancen auf den Einzug in den Bundestag gering sind, räumt er ein: „Wenn wir 20 Prozent erreichen, bin ich über meinen Landeslistenplatz 28 dabei.“

Doch es sind eher zwei andere Werte, an denen sich der 36-Jährige im Endspurt orientiert: „Jeder Zweite in Deutschland wünscht sich eine grüne Regierungsbeteiligung“, hat er einer Umfrage entnommen. Und: „40 Prozent der Wähler sind noch unentschieden.“ Um ihre Stimmen will er kämpfen – notfalls auch bei Sturm und Regen.

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