Grüne Würmer als Kinderstube für Fische

Von: bwp
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Mit der Rollfähre bringt Thorsten Flieg die Laichhilfen zum Steg. Foto: bwp

Nordeifel. „Achtung, ganz vorsichtig bewegen“, raunt Thorsten Flieg und schaut fasziniert ins Wasser des Rursees. Dort, wo er die ersten Laichhilfen montiert hat, steht unbeweglich ein junger Barsch. „Als Versteck wird es schon angenommen“, freut sich der passionierte Angler.

Um die Fischbestände im Rursee zu verbessern, hat Flieg ein Laichhilfen-System für Rotaugen und Brassen, Barsche und Hechte ausgetüftelt und in stundenlanger „Heimarbeit“ umgesetzt. Als Anregung dienten ihm die Erfahrungen des Angelsportvereins Rursee und Informationen aus dem Internet.

Außerhalb des Wassers sehen die leuchtend grünen Laichhilfen wie überdimensionale Flaschenbürsten aus – mit einem Durchmesser von knapp 20 Zentimetern. Die 90 borstigen „Würmer“ mit der Länge von 1,5 und 2,5 Metern füllen locker die Ladefläche eines Kleinbusses. Mit der Rollfähre schifft er seine Fracht zum Vereinssteg der Segelfreunde Neurath. Für ihn der ideale Ort, um die 140 Quadratmeter große Kinderstube für kleine Fische im See anzubringen. An der Trägerkonstruktion der einzelnen Stege hat er bereits Rohrschellen vormontiert, an denen nun die dünnen Stahlseile mit dem Laichhilfen-Behang verschraubt werden sollen.

Trotz aller Vorsicht gleitet ihm eins seiner Bauteile aus den Händen und trudelt auf den Seegrund. „Hier ist das Wasser 30 Meter tief“, weiß Flieg. „Da liegt schon so mancher Autoschlüssel“, fügt er schmunzelnd hinzu.

„Die Bedingungen sind hier optimal“, erklärt der 43-Jährige. Genau nach berechnetem Sonnenstand hat er die Laichhilfen jeweils versetzt an den Trägerseilen montiert. So, dass sie alle von Licht und Wärme durchflutet werden. Erst wenn die Wassertemperatur stimmt, beginnen die Fische zu laichen.

Damit die an dünnen Stahlseilen befestigten, grünen „Würmer“ nicht aufschwimmen, muss jedes Teil mit einem Gewicht beschwert werden. Auch dieses Problem hat Flieg unkonventionell gelöst. In fünf Zentimeter lange Abschnitte eines Vierkantrohrs goss er Beton und verankerte zur Befestigung in der noch feuchten Masse jeweils eine Drahtöse. „Kleinere Würfel waren zu leicht“, schildert Flieg seine Experimentierphase. Etwa 230 Meter dieser Laichhilfen hat Flieg präpariert. Darunter auch „Zandernester“, die drei und fünf Meter unterhalb der Wasseroberfläche hängen. Finanziert wurde das Vorhaben von der Fischereiabgabe und einem Zuschuss aus Landesmitteln. „Ohne das enge Zusammenspiel von Wasserverband, Fischereipächtergemeinschaft, Rheinischem Fischereiverband, dem Angelsportverein Rursee und den Seglern wäre dieses Experiment nicht möglich gewesen“, erklärt der Fisch-Experte.

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