Grüne wollen Walderträge gründlich „durchforsten“

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Ein Antrag der Grünen, eine „Analyse der Wirtschaftlichkeit des Roetgener Gemeindewaldes von 2009 bis 2018“ als Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Haupt-, Finanz und Beschwerdeausschusses am 8. Dezember zu behandeln, sorgte für Unbehagen in der Sitzung des Umwelt-, Touristik und Forstausschusses.

Schon die Begründung für das Ansinnen ließ das Gremium aufhorchen. In den letzten Jahren habe die Grüne-Fraktion immer wieder Vorschläge und Anträge zu einer mehr ökologischen und naturgemäßen Waldwirtschaft in den Rat und in die Ausschüsse eingebracht.

Diese seien leider immer wieder mit dem Hinweis auf die Funktion des Waldes als Wirtschaftswald und Ergebnisträger abgelehnt worden. Also habe man sich etwas genauer mit diesem Ziel der Wirtschaftlichkeit in der Roetgener Forstwirtschaft auseinandergesetzt.

Unterzeichner Gerd Pagnia: „Darüber hinaus sind wir auf große Differenzen zwischen den geplanten Erträgen im Forstwirtschaftsplan (Jahr 2015 = 60.000 Euro) und den entsprechenden Werten im Gemeindehaushalt (Jahr 2015 = 23 000 Euro) aufmerksam geworden.“

Man habe deshalb – soweit einem dafür Zahlen zur Verfügung stünden – die Roetgener Forstwirtschaft in den Jahren 2009 bis 2018 (Ergebnis und Planung) analysiert und festgestellt, dass sich ganz im Gegensatz zu anderen Wäldern (privaten und kommunalen) das Ergebnis in Roetgen „eher negativ oder nur wenig positiv entwickele“, obwohl seit einigen Jahren Holzpreise wie lange nicht erzielt würden.

Die Grünen möchten dem Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss ihre Analyse als Powerpoint-Präsentation vorstellen und Vorschläge unterbreiten, wie zukünftig auch der Gemeindewald einen „deutlichen Beitrag zur Gesundung des Gemeindehaushalts leisten könne“. Pagnia: „Wir halten dies insbesondere für notwendig, weil im Rahmen der Planung des Haushalts 2016 auch Entscheidungen über die Aufwendungen für und im Gemeindewald zu treffen sind. Bisher war der Gemeindewald kaum Gegenstand der Diskussion in der Haushaltsplanung.“

Stephan Speitkamp (CDU) und Helmut Mulorz (SPD) zeigten sich „irritiert“. Das müsse in einem Tagesordnungspunkt in der nächsten Sitzung diskutiert oder in einer Sondersitzung aufgegriffen werden, so ihre Argumente. Dafür plädierte dann die große Mehrheit bei der Abstimmung. Abschlusskommentar Gerd Pagnia: „Sollte nur eine Anregung sein!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert