Grüne Politik mit aller Konsequenz vertreten

Von: P. St.
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Paul Schubert, Urgestein der Grünen in Monschau, verstarb jetzt im Alter von 76 Jahren. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Kalterherberg. Paul Schubert, einst Aushängeschild der Grünen in der kommunalpolitischen Landschaft der Stadt Monschau, ist tot. Der langjährige Ratsherr verstarb jetzt im Alter von 76 Jahren. Zehn Jahre, von 1989 bis 1999 war Schubert Mitglied des Stadtrates.

In dieser Zeit gehörte er außerdem dem Haupt- und Finanzausschuss an, war Mitglied des Umwelt-, Agrar- und Forstausschusses, seit 1994 auch dessen Vorsitzender sowie Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses. Bereits vor seiner Zeit als Stadtverordneter war er als sachkundiger Bürger im Umwelt-, Agrar- und Forstausschuss aktiv (1984 bis 1989).

Als Paul Schubert für die Grünen seine politischen Aktivitäten startete, steckte die 1980 gegründete Partei noch in den Kinderschuhen und war dominiert von teils radikalen, ökologischen und pazifistischen Forderungen. Paul Schubert lebte und vertrat grüne Politik von ganzem Herzen, und war durchaus ein konsequenter Vertreter ideologisch geprägter Grundsätze , aber als in Kalterherberg lebender Kommunalpolitiker orientierte er sich an den realistischen Chancen und Möglichkeiten vor Ort.

Er unterstützte nach Kräften das alternative Leben in Monschau, zum Beispiel im Kulturtreff „Lumpenfabrik“. Pazifisten, Umweltschützer und Feministinnen legten hier die Urzelle für die Entstehung der Grünen in der Nordeifel. Schon der Ende der 80er forderte Schubert die Errichtung einer Gesamtschule und einer zentralen Kompostieranlage für Monschau, ebenso die Erhaltung des ländlichen Charakters der Dörfer.

In einem kommunalpolitischen Papier vor 25 Jahren forderten die Grünen die Einrichtung einer Bürgerfragestunde vor jeder Ratssitzung und Einwohnerversammlungen zu wichtigen kommunalpolitischen Themen. Gefordert wurde auch eine Zweitwohnsitzsteuer, die Verbesserung des Nahverkehrs und die strenge Prüfung aller städtischen Investitionen auf ihre Notwendigkeit. Viele dieser Forderungen, die Paul Schubert als ehrliche Anliegen betrachtete, sind heute längst Wirklichkeit.

Paul Schubert, der 1992 im Rahmen der Rotation Fraktionssprecher der Grünen im Stadtrat wurde, war ein zäher und unnachgiebiger Kommunalpolitiker, der seinen Überzeugen treu blieb und damals auch eine Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen als schwierig betrachtete.

Ende 2001 verabschiedete sich Paul Schubert dann nach 17 Jahren aus den politischen Parteiämtern. Er sah eine Identitätskrise bei den Monschauer Grünen und konnte auch seine Überzeugungen nicht mehr überall durchsetzen.

Paul Schubert wandte sich später auf andere Weise seiner großen Leidenschaft, der Erhaltung der bäuerlichen Landwirtschaft, zu. Sein kleines Hofcafé in Kalterherberg war über Jahre ein bunter und lebendiger Treffpunkt.

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