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Grüne nehmen Bürgerinitiative ernst

Von: ag
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Nordeifel. Das geplante Pumpspeicherkraftwerk Rursee war jetzt auch Thema auf der gemeinsamen Versammlung der Grünen-Ortsverbände Monschau und Simmerath.

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius war zu Gast und informierte über aktuelle Themen in Berlin. Dort werde auch über das geplante Pumpspeicherkraftwerk geredet, sagte Herlitzius. Vor rund einem halben Jahr habe es in Berlin einen parlamentarischen Abend mit dem Investor Trianel gegeben. Das Projekt werde auch von anderen Bundesländern mit Interesse verfolgt.

Herlitzius lobte die „gute Zusammenarbeit“ mit Trianel in der Gemeinde Simmerath. Um so tragischer sei es aber, „dass eine kleine elitäre Gruppe dagegen ist“. Im Regionalrat erwarte sie aber keine „Schlammschlachten“ und hoffe auf grünes Licht. Momentan sei sie sehr optimistisch, dass das Vorhaben verwirklicht werden könne. Das Pumpspeicherkraftwerk sei ein Beispiel dafür, wenn die Energiewende konkret werde. Besonders wichtig seien in diesem Zusammenhang „offene Prozesse und Transparenz“. Privates und öffentliches Interesse könne nicht immer deckungsgleich sein. Dies gegeneinander abzuwägen sei schwierig. „Bei einzelnen Projekten wird uns ein scharfer Wind entgegen wehen, und es wird uns auch nicht immer gelingen, alle mit ins Boot zu holen“, sagte Herlitzius.

Gegenwind kommt auch von der Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“. Die Initiative habe viel von den Grünen gelernt und nutze nun die gleichen Instrumente, daher begegne man sich auf Augenhöhe, erklärte Herlitzius.

Das konnte Klaus Stockschlaeder, Fraktionsvorsitzender in Simmerath, nur unterstreichen. Er berichtete von seinem Besuch bei der letzten Infoveranstaltung der Bürgerinitiative, wo er nicht gerade freundlich empfangen wurde. „Passt auf Leute, die sind wirklich gut. Die muss man richtig ernst nehmen“, warnte er seine Parteifreunde. Was Referent Edgar Dartenne aus Schmidt dort vorgetragen habe, sei aus technischer Sicht zwar „völliger Quatsch“, „aber das ist so gut verpackt, dass ihm die Leute an den Lippen kleben“, sagte Stockschlaeder. Er sprach von „einer unheimlich emotionalen Geschichte“ und von „karnevalistischen Ausmaßen“, wie Trianel durch den Kakao gezogen werde.

Werner Krickel, Fraktionsvorsitzender in Monschau, sagte, es gelte die Ängste der Menschen ernst zu nehmen. In den Reihen der Bürgerinitiative gebe es medienerfahrene Personen, die auf der medialen Klaviatur zu spielen wüssten und vor allem mit Emotionen arbeiten würden. „Die Bürgerinitiative arbeitet mit Emotionen, um die Politiker im Regionalrat umzukippen, nicht um uns zu zanken. Nach dem 15. März, wenn nur noch Fakten zählen, wird die BI ganz anders auftreten“, prophezeite Krickel mit Blick auf das Raumordnungsverfahren, über das der Regionalrat am 15. März zu entscheiden hat.

Zu der Kritik der BI, das Trianel bislang nur wenige Fragen beantwortet habe, merkte er an, dass es wenig sinnvoll sei, viel Geld für Gutachten auszugeben, wenn erst am 15. März eine Grundsatzentscheidung falle.

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