Grüne fragen: „Welche Steine sind Aldi in den Weg gelegt worden?”

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Die Diskussion um die Aldi-Ansiedlung in Roetgen geht weiter: Weder die Bundesstraße (Foto) noch die Faulenbruchstraße sind für den Discounter Standort-Alternativen.

Roetgen. Die Diskussion um die Aldi-Ansiedlung in Roetgen gehtweiter. Nun melden sich Grüne und CDU zu Wort und erinnern an die Vorgeschichte:

„Es ist schwer auszuhalten, dass von bestimmten politischen Kräften ständig Gerüchte in die Welt gesetzt und gebetsmühlenartig wiederholt werden, der Ansiedlung des Aldi seien vom Gemeinderat in Roetgen immer wieder Steine in den Weg gelegt worden. Das entbehrt jeder Grundlage und ist nachweislich die Unwahrheit. Die Beschlüsse zur Ansiedlung vom Aldi an der Faulenbruchstraße waren alle einstimmig,” betont Gerd Pagnia für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rahmen der aktuellen Diskussion um die Ansiedlung des Discounters.

Gerd Pagnia: „Ich fordere hiermit die UWG auf, Ross und Reiter zu nennen, welche Steine das denn gewesen sein sollen, die Aldi in den Weg gelegt worden sind. Es ist einfach, solche Behauptungen aufzustellen, aber ich bin sehr gespannt, ob die Trauer tragende Wählergemeinschaft diese auch irgendwie belegen kann.”

In Wahrheit bedanke sich nämlich Gilbert Penser als Vertreter von Aldi in dem besagten Schreiben ausdrücklich bei den politisch Verantwortlichen und der Verwaltung. „Das Projekt Aldi, das uns seit fast zwei Jahren beschäftigt hat, ist von allen Beteiligten mit viel Engagement und Leidenschaft angegangen worden. Viele Probleme konnten in der Vergangenheit ausgeräumt werden,” zitiert Pagnia aus dem Schreiben

Aldi komme nicht aufgrund irgendwelcher Probleme mit der Politik nicht nach Roetgen, sondern weil es ein von der Firma selbst in Auftrag gegebenes Lärmschutzgutachten gebe, das nur drei Anlieferungen pro Tag erlaube. Außerdem habe das Unternehmen „keine Lust, sich mit Anwohnern, die mit Klage gedroht haben, auf eine permanente juristische Auseinandersetzung einzulassen,” erläutert Pagnia.

Abschließend hält der Grünen-Sprecher fest: „Was mich besonders verwundert, ist die Tatsache, dass alle anderen Parteien den Brief erst am Donnerstag zugestellt bekamen, die UWG aber schon vorab von der Verwaltung über den Rücktritt von Aldi informiert worden ist. Ist das die Transparenz, die von Seiten der UWG und vom Bürgermeister lautstark angekündigt worden ist?”

„Für die CDU Roetgen ist der Blick nach vorne wichtig und kein Parteiengezänk,” erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Seidel als Reaktion auf eine Stellungnahme der SPD Roetge. SPD-Sprecher Klaus Onasch zeige in seiner Stellungnahme zum Thema Aldi „keinerlei Alternativen auf, die aber in der jetzigen Situation notwendig wären.

„Als Fraktionsvorsitzender der Mehrheitsfraktion hätten wir Herrn Onasch hier mehr Gestaltungswillen zugetraut.” Aufgrund der Absage von Aldi an der Faulenbruchstraße sei es nun notwendig, dass alle Parteien im Roetgener Rat gemeinsam mit der Verwaltung und Aldi nach Alternativstandorten suchten. „Die angebotene Hilfe von Herrn Onasch nehmen wir daher gerne an.”

Michael Seidel: „Für die CDU ist es wichtig, dass bei Alternativstandorte die Interessen der Allgemeinheit, des Investors und der Anwohner berücksichtigt und gewürdigt werden.”

Die Darstellung von Onasch, dass die Entscheidung über das Zentren-Konzept „potenzielle andere Standorte kaputtgemacht hätten ist nicht korrekt und weisen wir ausdrücklich zurück”. Das Zentrenkonzept beziehe sich auf die mögliche Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel; ein Aldi-Markt mit der geplanten Größe an der Faulenbruchstraße sei von einem solchen Konzept überhaupt nicht betroffen.

In Bezug auf den Standort Bundesstraße verweist Seidel auf ein Schreiben der Firma Aldi vom 7. Dezember 2007. In diesem Schreiben habe Aldi den Standort Bundesstraße als vermeintliche Alternative bereits schon einmal abgelehnt.

Abschließend betont Seidel: „Der Standort Faulenbruchstraße ist für uns - wie auch für die UWG - weiterhin als Entwicklungsfläche wichtig, um einen bestehenden Gewerbestandort weiter auszubauen. Es gilt hier ein Gesamtkonzept für den Standort Bundesstraße/Ecke Faulenbruchstraße in Verbindung mit dem ehemaligen Möbelhaus zu entwickeln.”

Einer Standortdiskussion für die Aldi-Ansiedlung stehe man seitens der CDU Fraktion offen gegenüber. „Gegenseitige Schuldzuweisungen sind hier kontraproduktiv.”
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