Grüne fordern „intelligente Lösungen” statt Ortsumgehung

Von: P. St.
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Hoch auf dem grünen Wagen: Den Besuch des Städteregionskandidaten Dr. Thomas Griese verbanden die Simmerather Grünen mit einer naturnahen Kutschfahrt durch den Buhlert. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Weder eine Ortsumgehung für Kesternich, noch eine vierspurige B258 ist für die Simmerather Grünen eine Option. In ihrem Wahlprogramm geht die Partei gemeinsam mit dem Kandidaten für das Amt des Städteregionsrates, Dr. Thomas Griese, auf Distanz zu Vorschlägen, die massiv in die Natur eingreifen und „ausschließlich der Förderung des Autoverkehrs” dienten.

Dies betonte das grüne Team Simmerath jetzt bei einem Besuch des Städteregionskandidaten. Sowohl eine ausgebaute B258 wie auch eine Ortsumgehung Kesternich würde letztlich nur mehr Autoverkehr produzieren, ist Ratsvertreter Klaus Stockschlaeder überzeugt. „Die Probleme holen uns dann in wenigen Jahren wieder ein.”

Außerdem garantiere die geplante Trassenführung in Kesternich keineswegs, dass die Anwohner vom Lärm wesentlich entlastet würden. Stockschlaeder: „Der Krach wird lediglich auf mehr Leute verteilt.” Die Grünen sprechen sich für intelligente Lösungen aus. Durch Ampeln, Wechselschilder, Kreisverkehre oder Vorfahrtsänderungen könne man bereits einen flüssigeren Verkehrsablauf erzielen.

Diesen Gedanken greift auch Thomas Griese auf. Schnelle Straßen erzeugten hohe Geschwindigkeiten und damit mehr Lärm. Daher müsse es auch das Ziel sein, das Verhalten der Menschen zu ändern; dies könne auch durch ein attraktives öffentliches Nahverkehrsangebot geschehen.

Eine vorbildliche Rolle in der Städteregion Aachen nimmt die Gemeinde Simmerath bereits bei der Energiepolitik ein, wie Thomas Griese festhält, weil hier mehr alternativer Strom produziert als verbraucht werde. In der Gemeinde einen guten Energie-Mix zu schaffen, soll auch weiterhin das Ziel grüner Politik sein. Der Austausch vorhandener Windkraftanlagen gegen inzwischen deutlich effektive Anlagen und die Suche nach neuen Windkraftstandorten (Klaus Stockschlaeder hat da Huppenbroich im Blick) sollen konsequent fortgeführt werden.

In die Zukunft gelenkt wird der Blick bei den Simmerather Grünen auch beim Thema Schulen. Die sachkundige Bürgerin Gisela Kampshoff-Enderle sieht vor allem bei den weiterführenden Schulen in Folge des demographischen Wandels Handlungsbedarf.

Eine Elternbefragung solle bei den weiteren Planungen helfen; vor allem aber müsse man gemeinsam mit den Nachbarkommunen Konzepte erarbeiten wie eine Umstrukturierung aussehen könnte. Die Hauptschule sei ohne Zweifel „ein Auslaufmodell”. Daher müsse man auf die veränderte Situation rechtzeitig reagieren, ehe die Eltern durch das Anmeldeverhalten schaffen würden. Sie denkt dabei eine Verbundschule in Simmerath in Kooperation mit Monschau und dem Berufskolleg.

Das Prinzip „Augenmaß bewahren” gilt für die Grünen bei der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans in der Gemeinde Simmerath. Man müsse wissen, dass ein Flächennutzungsplan auf Jahrzehnte hinaus Festlegungen treffe und der Natur dauerhaft Flächen entziehe.

Zwei Punkte sind für die Grünen dabei absolut nicht vertretbar, einmal die Umsetzung eines Baugebietes in Woffelsbach-Gansberg wie auch den geplanten Parkplatz am Ortseingang Einruhr in der Nähe der Erkensruhr. Hier sollten mit „einem Riesenaufwand” in einem sensiblen Uferbereich 30 bis 40 neue Parkplätze geschaffen werden, wundert sich Klaus Stockschlaeder. Wenn man in Einruhr den Parkdruck nehmen wolle, dann müsse man eben im Baugebiet Hostertberg dafür Flächen opfern.
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