Grünabfallsammlung wird feste Einrichtung

Von: P. St.
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Grünabfall und Laubberge in der Landschaft müssen nicht sein: Nach einer gelungenen Probephase bietet die Gemeinde Simmerath ab April eine regelmäßige Grünabfallsammlung an. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Wohin mit dem Grünschnitt? Auf diese Frage der Bürger gibt es ab April 2010 eine Antwort von der Gemeinde Simmerath. Zwar ist wegen der Ausschreibung noch nicht sicher, ob eine ständige Container-Annahmestelle im Gewerbegebiet Rollesbroich oder im Gewerbegebiet Simmerath eingerichtet wird, aber von April bis Mitte November soll das Angebot gelten, da die Probephase im vergangenen Herbst eine gute Akzeptanz erkennen ließ.

Diese Regelung beschloss jetzt bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme der Umweltschutz-, Forst- und Agrarausschuss.

Laubsack hat sich bewährt

Im Frühjahr hatte der Ausschuss sich erstmals mit dem Thema einer regelmäßigen Grünabfallsammlung im Gemeindegebiet beschäftigt. Als Erst-Maßnahme wurde der Laubsack eingeführt, der sich bewährt hat und weiterhin im Angebot verbleibt. Der Laubsack kostet ab diesem Jahr 2,10 Euro (bisher 1,89 Euro) und wird an den Sammelterminen für die Biotonne mitgenommen.

Kleine Mengen Grünschnitt werden also direkt an der Haustür abgeholt, was vor allem für Bürger, die keine Transportmöglichkeit besitzen, interessant ist. Von Oktober bis Dezember 2009 wurden insgesamt 251 Laubsäcke erworben.

Unterschiedliche Erfahrungen gab es mit der Container-Grünabfallsammlung, die als Probephase für zwei Monate ab Oktober 2009 lief. Für zwei Monate wurde eine Annahmestelle bei der Firma Simmerather Recycling im Gewerbegebiet Rollesbroich eingerichtet, die an sechs Tagen für Anlieferungen zur Verfügung stand; zudem wurde als weitere Annahmestelle im Rurtal wechselweise zwischen Rurberg und Einruhr samstags für drei Stunden ein Container aufgestellt. Rasenschnitt, Heckenschnitt und Laub wurden hier angenommen. Als Annahmegebühr für die Entsorgung wurden je angefangenen Kubikmeter drei Euro berechnet.

65 Tonnen Grünabfall wurden in der Probephase gesammelt. 470 Anlieferungen gab es während der beiden Testmonate im Gewerbegebiet Rollesbroich, aber lediglich 31 Anlieferungen wurden bei den neun Sammelterminen im Rurtal verzeichnet. Ohne die Entsorgungskosten entstand pro Sammeltermin im Rurtal ein Kostenfaktor von 280 Euro (inklusive Personalkosten), was zu einer erheblichen Unterdeckung zu Lasten des allgemeinen Abfallgebührenhaushaltes führte. Daher sei zu überlegen, schlug die Verwaltung vor, ob es Sinn mache, das Angebot im Rurtal aufrecht zu erhalten. Mit ihren ausgedehnten Öffnungszeiten werde die Sammelstelle in Rollesbroich wesentlich besser angenommen.

Bei der Diskussion im Ausschuss wurde auch die Annahme vertreten, dass so mancher Bürger aus dem Rurtal praktisch denkt und in Verbindung mit anderen Erledigungen in Simmerath das Angebot in Rollesbroich nutzt. Ulrich Offermann (CDU): „Der Bürger produziert keinen Grünschnitt zu den Annahmezeiten der Container, sondern wenn die Witterung es zulässt.”

Ab April können Bürger auch die Möglichkeit nutzen, frischen und sortenreinen Rasenschnitt in einen separaten Container anzuliefern, der dann zur einer Biogasanlage in Lammersdorf weiter transportiert wird. Hierfür werden dann nur 1,50 Euro Annahmegebühr pro Kubikmeter berechnet.

Ehe der Ausschuss die neue Regelung, die auf Antrag der CDU bereits nach Möglichkeit ab 1. April gelten soll, verabschiedete, gab es noch einigen Diskussionsbedarf. Während Sascha Schlepütz (CDU) von einem guten Service-Angebot für die Bürger sprach, die ja außerdem nach wie vor die Möglichkeit hätten, Grünschnitt auf dem eigenen Grundstück zu kompostieren, sah Siegfried Lauscher (SPD) im Wegfall der Container-Standorte im Rurtal dort eine Benachteiligung. Außerdem sprach er sich dafür aus, künftig die Container, die ohnehin nur 5000 Euro Einnahmen während der siebenmonatigen Aufstellungszeit erbrächten, kostenfrei aufzustellen; damit könne man auch einen Beitrag zur Reduzierung des wilden Mülls liefern. Auch betrachtete es Lauscher als „äußerst schwierig”, den für eine Biogasanlage geforderten sauberen Rasenschnitt anzuliefern.

Günter Mießen (Grüne) vertrat allerdings die Ansicht, dass die geplante Schwerpunktsammlung Sinn mache, weil damit die Kosten minimiert würde. Sollte sich im Rurtal neuer Bedarf ergeben, könne man das System immer noch umstellen.

Zweiter Container günstig

Diese Auffassung vertrat auch Ulrich Reuter vom Vorstand der Regioentsorgung. Ein zweiter Container für Rasenschnitt lasse sich zudem günstig aufstellen, da Entsorgungskosten gering und die Transportwege kurz seien.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns rechnete vor, dass die von Siegfried Lauscher angesprochene Unterdeckung der Grünabfallsammlung in Höhe von 19000 Euro bei Wegfall der Rurtal-Standorte auf 5000 Euro reduziert werden.

Eine kostenfreie Anlieferung kommt für Hermanns nicht in Frage: Es könne nicht sein, dass Bürger eine 20-prozentige Gebührenreduzierung bei der Restmülltonne im Falle der Eigenkompostierung in Anspruch nähmen, dann aber gleichzeitig die Möglichkeit hätten, ihren Grünabfall kostenfrei am Container abzuliefern. Der Bürgermeister: „Diese Regelung würde das ganze System in Frage stellen.”
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