Grube Wohlfahrt: 1000 Meter in den Berg hinein

Von: Günter Krings
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Hier wurden über Jahrhunderte Bleierze abgebaut: Die Grube Wohlfahrt bei Rescheid fasziniert bis heute. Foto: Günter Krings
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Hier wurden über Jahrhunderte Bleierze abgebaut: Die Grube Wohlfahrt bei Rescheid fasziniert bis heute. Foto: Günter Krings
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Graffiti eines Bergmanns: Aus Langeweile entstanden?

Nordeifel. Jeden Tag, ob Wochentag, Sonntag oder Feiertag, gibt es Führungen im Besucherbergwerk „Grube Wohlfahrt“ bei Rescheid, das von ehrenamtlichen Bürgern nach langjähriger Arbeit wieder zugänglich gemacht wurde. Hier kann man die faszinierende unterirdische Welt eines alten Erzbergwerkes kennenlernen.

Seit mehr als 2000 Jahren wurde in der alten Bergbauregion Eifel nach Erzen geschürft, Metall gewonnen und weiterverarbeitet. Seit dem späten Mittelalter ist das Bergwerk bei Rescheid bis zum Jahr 1941 in Betrieb gewesen. Man hat dort nach Bleierzen geschürft.

Der Stollen wurde anfangs mit Hammer und Meißel in den Berg geschlagen, später sprengte man auf sehr primitive Art und Weise mit Schwarzpulver den Stollen weiter, im 20. Jahrhundert knatterte dann der Presslufthammer. Der Stollen ist nur knapp zwei Meter hoch. Knapp 1000 Meter kann man nun in diesem Stollen unter sachkundiger Führung in den Berg hineingehen.

Rechts und links des Stollens sind die Arbeitsschächte angelegt worden, die nur höchstens 90 Zentimeter hoch waren. Die Bergarbeiter mussten also auf den Knien oder auf dem Po in den Schacht rutschen, um Erz abzubauen, was eine höchst ungesunde Arbeit gewesen sein muss. Im Durchschnitt wurden diese Bergleute der Eifel nur 40 Jahre alt.

Kohle älter als die Dinosaurier

Der Besucher erfährt Wissenswertes über die 400 Millionen Jahre Erdgeschichte der Eifel: Zum Beispiel gibt es im Bergwerk eine ganz dünne Kohleschicht, die älter als die Steinkohle im Ruhrgebiet ist und weit vor der Zeit der Dinosaurier entstanden ist. Interessant sind auch die Graffiti, die wohl ein Bergmann aus Langeweile in die Schieferplatten geritzt hat.

Der Weg durch den Stollen ist ungefährlich und auch für Kinder ab vier Jahren begehbar. Da die Temperatur im Stollen gleichmäßig acht Grad beträgt, sollte man sich eine Jacke anziehen. Festes Schuhwerk ist ebenfalls zu empfehlen. Man braucht sich als Einzelperson nicht für eine Führung anzumelden. Täglich finden drei Führungen statt: ab 11 Uhr, ab 14 Uhr und ab 15.30 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5,50 Euro, für Kinder 3 Euro, Kinder unter fünf Jahren haben freien Zutritt. Gruppen über acht Personen sollten sich anmelden.

Anfahrt zur Grube: von Schleiden oder Hellenthal nach Oberhausen, abbiegen auf die L 17 in Richtung Reifferscheid, am Ort vorbei bis zum Parkplatz, der 250 Meter vorher angekündigt wird.

Tipp: Man sollte sich bei der Gelegenheit auch das alte Dorf Reifferscheid mit seiner Burg ansehen.

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