Schmidt - Großer Holzkohlenmeiler in Schmidt: Zufrieden mit Ernte

Großer Holzkohlenmeiler in Schmidt: Zufrieden mit Ernte

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
10141987.jpg
Auf ihrem Meiler: Wolfgang Stollenwerk (rechts) und sein Sohn Heiko Wergen üben ein uraltes Handwerk aus: In Schmidt haben sie einen Holzkohlenmeiler betrieben. Foto: Anneliese Lauscher
10161396.jpg
Wenn die frischt entnommene Holzkohle noch glüht, wird sie mit Wasser abgelöscht. Die erkaltete Kohle wird dann in Säcke abgefüllt. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. Aus dem großen Holzkohlenmeiler im „Zimmel“ in Schmidt haben die Köhler nun ihre frisch entstandene Holzkohle herausgeholt. Wolfgang Stollenwerk und sein Sohn Heiko Wergen sind sehr zufrieden mit ihrer Ernte – auch wenn der Meiler seine Aufgabe nicht ganz ohne Probleme erfüllt hat.

„Man muss gerade in der ersten Phase des Verkohlungsprozesses sehr wachsam sein“, berichtet Wolfgang Stollenwerk von seiner Arbeit. „In der ersten Nacht hat unser Wecker jede Stunde geklingelt. Um drei Uhr morgens sah ich eine Stichflamme, die aus einem der Zuglöcher schlug. Ich weckte Heiko sofort. Wir mussten unverzüglich das Zugloch schließen, damit kein Sauerstoff mehr in den Meiler eindringen konnte. Drinnen im Meiler hatte eine Verpuffung stattgefunden. Davor ist man nie sicher“, weiß Stollenwerk inzwischen. „Wenn der ganze Meiler abbrennt, war all unsere Arbeit umsonst“, fügt Heiko Wergen hinzu.

Alle sechs Stunden

In den darauf folgenden Tagen sei die Verkohlung im Inneren des Meilers jedoch vorschriftsmäßig vonstatten gegangen. Alle sechs Stunden wurde der Meiler von Wolfgang Stollenwerk oder seinem Sohn Heiko begangen – oder besser gesagt „behüpft“. Denn die beiden Männer stampften und hüpften bei den Kontrollgängen auf der Oberfläche des Meilers herum, damit sich die Luftlöcher zwischen den Holzscheiten schlossen und nicht zu viel Luft in den Meiler gelangte.

Bei der Ernte verliert der Meiler allmählich an Volumen, dann testen die Köhler, ob man schon fertige Holzkohle entnehmen kann. „Am Mittwoch um die Mittagszeit haben wir am Rand begonnen, das geht wie bei einem Kuchen stückweise. Wir entfernen die Köhlererde und nehmen die Holzkohle heraus. Wenn sie noch glüht, wird sie mit Wasser abgelöscht“, erklärt Wolfgang Stollenwerk. Die erkaltete Holzkohle wird in Säcke abgefüllt.

Altes Handwerk pflegen

Der Erntevorgang dauert drei bis vier Tage, immer mehr schrumpft der kegelförmige Meiler. Ihr Handwerk haben die Beiden von Franz Stollenwerk gelernt, dem letzten Köhler von Schmidt. Sie haben Freude daran, das alte Handwerk zu pflegen und hin und wieder zu demonstrieren.

Beschwerden, dass man im Oberdorf den Rauch rieche und deshalb die Fenster geschlossen halten müsse, habe es nur selten gegeben. Überwiegend traf die Arbeit der beiden Männer auf positives Interesse: Sie bekamen oft Besuch. Einheimische und Menschen aus anderen Orten wollten eine Weile zugucken und sich über das Handwerk informieren. Auch die Kinder der Grundschule Schmidt machten einen Ausflug zum Holzkohlenmeiler. Viele Besucher werden in diesem Sommer echte Schmidter Buchenholzkohle beim Grillen verwenden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert