Großer Galaabend: Sonnenfunken feiern ein jeckes Jubiläum

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Die Simmerather Sonnenfunken in voller Pracht und mit (fast) allem, was sie zu bieten haben. Aus bescheidenen Anfängen im Jahr 1992 ist ein beachtliches blaugelbes „Sonnenfunken-Heer“ geworden, das die Simmerather Farben auch nach außen würdig vertritt. Foto: Karl-Heinz Hoffmann
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Aus den Anfängen des organisierten karnevalistischen Treibens in Simmerath. Die Prinzengarde des 1960 aufgelösten Karnevalsvereins Simmerath im Jahre 1952. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Simmerath. Wenn sie zur Karnevalszeit in Saal oder Zelt mit vollem Aufgebot einmarschieren, bieten sie schon einen imposanten Anblick. Die Rede ist vom blaugelben Uniformheer der Karnevalsgesellschaft Simmerather Sonnenfunken.

Im Vergleich zur heutigen Größe des Vereins begann auch bei den Sonnenfunken alles in bescheidenen Verhältnissen. Der 16. Mai 1992 ist in den Vereinsannalen als Gründungsdatum festgehalten. In der Gaststätte Zur Sonne beschlossen damals Anni Schulz, Dieter Drehsen, Karl-Heinz Peters, Christoph Schmitz, Rolf Weber sowie Wolfgang und Helmut Braun die „KG Sonnenfunken Simmerath“ zu gründen.

Dreigestirn zur Sessionseröffnung

Zur Sessionseröffnung konnte man bereits ein Dreigestirn (Klaus Schütt, Dieter Drehsen, Christoph Schmitz) und ein Kinderprinzenpaar (Andreas Peters und Sandra Offermann) vorstellen. Im Anschluss an den Karnevalszug im Februar gab es im Saal Wilden dann auch schon eine Kindersitzung.

Nachdem die KG in der darauffolgenden Session (1993) ihre 1. Kappensitzung mit Narrenherrscher Markus Hammerschmidt im Festzelt feierte, wechselte man zur Sessionseröffnung 1994/1995 unter der Regentenherrschaft von Jürgen Reußner in den Saal Wilden. Die Kindersitzungen fanden bis zu diesem Zeitpunkt, in dem Karl Heinz Peters Vorsitzender des Vereins war, noch nach dem Tulpensonntagszug statt.

Das junge Vereinsschiff kam fünf Jahre nach seiner Gründung dann heftig ins Schwanken. Durch Querelen innerhalb der Vorstandes und des Vereins stand die KG 1997 kurz vor dem Aus. In einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt, den Rudi Pahlke und Torsten Gerards als Vorsitzende führten.

Ab diesem Zeitpunkt ging es mit den Sonnenfunken nur noch aufwärts. Die Zahl der Mitglieder stieg innerhalb eines Jahres von 98 auf 209. Zudem tanzten neben einem Kinder- und Prinzenmariechen mit der Bambini- und Prinzengarde zwei Tanzgruppen, die neuen Schwung in den Verein brachten.

Von Blauen Funken Tipps geholt

Im November 1998 wechselte die KG nochmals die Proklamationsstätte und kürte ihren neuen Prinz (Stefan Haas) im Festzelt am Musik-Pavillon. In dieser Session fand auch zum ersten Mal in der Simmerather Pfarrkirche ein Karnevalsgottesdienst statt.

Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte wurde im März 2000 gesetzt, als Torsten Gerards und Wolfgang Ringens sich erstmals als Gardisten vorstellten und damit die Ehrengarde ins Leben riefen. Gerards hatte sich dazu völlig unkonventionell an das Traditionskorps der Blauen Funken in Köln gewandt, von wo aus er viele Gründungstipps erhielt.

Zum Karnevalsauftakt 2000 folgte dann mit der ersten Sitzung in der Dreifachhalle des Berufskollegs eine weitere Neuerung. Das Dreigestirn mit Erich Stollenwerk, Gerd Bongard und Horst Braun erlebte eine glänzende Proklamation. Im folgenden Jahr (2001) unter dem Prinzenpaar Torsten und Doris Gerards veranstalteten die Sonnenfunken ihre 1. Kleine Sitzung im Saal Wilden.

Dabei wurde dem Simmerather Urgestein Erwin Finken der erste Kraremann-Orden verliehen und als weitere Premiere hatte die Showtanzgruppe Sugarbabes ihren ersten Auftritt. Nach elfjährigem Bestehen feierte man im Mai 2003 in der Dreifachhalle des Berufskollegs mit bekannten Künstlern des Kölner Karnevals.

Bei der Proklamation im November (Prinzenpaar Paul und Sofia Hoffmann) stellte sich als neue Gruppe des Vereins die Marketenderinnen vor, die auch heute noch mit starker Frauenpower Akzente setzen. Das Engagement der Frauen wurde auch daran deutlich, dass im Januar 2006 mit Maria Mirke erstmals eine Frau den Kraremann-Orden erhielt. Durch die Regentschaft des in Huppenbroich verwurzelten Prinzenpaares Lopez fand in diesem Jahr auch erstmals eine Sitzung in Simmeraths Satellitenort statt.

Frisch gedruckt erschien in diesem Jahr auch erstmals das KG-Magazin „Sonnenfunken-Klaaf“. Das von Norbert Brewer (Prinz 2007) mit viel Liebe gestaltete Info-Heft erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. 2007 endete schließlich auch die langjährige Präsidentschaft von Rudi Pahlke. Mit Harald Weckmann als Prinz an der Spitze regiert im Jubiläumsjahr wieder ein Dreigestirn die Sonnenfunken, die im Februar erstmals das Euregionale Gardetreffen in Simmerath veranstalteten.

Mit der Ehrengarde, den Marketenderinnen, der Ex-Prinzengarde, den Mariechen, den Kadetten, der Showtanzgruppe Sugarbabes, sowie der Prinzen-, Funken- und Minigarde sind die Sonnenfunken in allen Altersklassen gut aufgestellt und brauchen sich sicher um ihre Zukunft keine Sorgen zu machen.

Noch Karten für Galaabend

Bei ihrem Galaabend am 24. Mai lassen sie es dann noch einmal richtig krachen. In der Dreifachhalle des Berufskollegs geht ein Bombenprogramm über die Bühne. Bruce Kapusta, Marc Metzger, die Klüngelköpp und Paveier, sowie Klaus und Willi werden dort sicher die Post abgehen lassen. Karten dazu sind noch im Modehaus Haas erhältlich.

Karnevalistisches Treiben in Simmerath wurde schon im Jahr 1947 gemeldet. Um drei Tage am Stück feiern zu können entstand 1951 aus der Verbindung zwischen dem Geloog und dem Kameradschaftlichen Verein die Simmerather Karnevalsgesellschaft unter den Präsidenten Josef Kogel und Peter Poschen. Schon damals wurde im Saal Wilden gefeiert.

Im Vergleich zu heute können die Kosten für den Karnevalsumzug als traumhaft bezeichnet werden. Jedes Elferratsmitglied zahlte dafür 25 DM im Jahr und erhielt als Gegenleistung eine Narrenkappe, einen Aufnäher am Revers sowie eine rote Litze an der Hose. 1960 wurde der Karnevalsverein dann schließlich aufgelöst.

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