Großer Auftritt für die Kaltherberger Schützen

Von: Christoph Hahn
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Zum Aufmarsch bereit: Auch Schützenbrüder und -schwestern aus Kalterherberg beteiligten sich am Samstagabend an der „Freischütz”-Aufführung im Zuge des „Monschau Klassik”-Festivals auf der Burg. Foto: Christoph Hahn

Monschau. So ein Publikum haben die Sankt-Lambertus-Schützenbrüder und -schwestern aus Kalterherberg lange nicht gehabt: Mit Fackeln und 22 Aktiven zogen sie am Samstagabend in die Klassik-Festspiel-Arena auf Burg Monschau ein.

Denn für einen Abend waren Brudermeister Klaus Vormstein und seine Mitstreiter ganz große Stars - bei der spektakulären Inszenierung von Carl Maria von Webers zutiefst romantischer Oper „Der Freischütz”.

Für Willy Sluysmans, Markus Schumacher und die anderen Kal-terherberger erschloss sich eine völlig andere Welt. „Bei der Monschau-Klassik war ich bisher noch nicht”, gab Schumacher ohne Umschweife zu und fügte ebenso unumwunden hinzu: „Lampenfieber habe ich schon.” Senior Sluysmans, ein aus dem grenznahen Südlimburg stammender Niederländer, nahm es derweil recht gelassen - und nicht nur er: Auch Jäger des Hegerings Monschau waren mitsamt ihren Greifvögeln auf die Burg gekommen und unterwarfen sich - wie ihre gefiederten Lieblinge - der auf Details bedachten Probenarbeit von Regisseur Lajos Wenzel.

Die Klassik-Organisatoren hatten sie alle eingeladen und so diese Aufführung zu einer Art von Bürgerinitiative gemacht.

Menschen für Klassik begeistern

Menschen einbinden, ihnen auf diesem Weg die Schätze der Klassik ans Herz legen: Diese Strategie schien zumindest am „Freischütz”-Abend aufzugehen. Ein Übriges tat das sparsame und dennoch zu den Sinnen sprechende Bühnenbild, das auch das urwüchsige Erscheinungsbild der Burg zur Geltung kommen ließ. Zudem bewies Regisseur Wenzel, gleichzeitig Oberspielleiter der Kölner Kammeroper (das Hausensemble des Festivals zumindest in diesem Jahr), sein Händchen für die Bühne füllende Breitwand-Szenen. Gleichwohl verließ sich diese Inszenierung nicht nur auf quasi cineastische, Platz greifende Effekte.

Sowieso und überhaupt feierten der Regisseur und seine künstlerischen Weggefährten ein Fest des Wohlklanges.

Mit den Kölner Symphonikern unter der Leitung von Inga Hilsberg standen Solisten, Chor und Orchester verlässliche Partnern zur Seite, denen es nicht an Sinn für das Zauberhafte in Webers Notentext mangelte. Auf ihre Weise leisteten die Sängerinnen und Sänger ein Gleiches - nicht nur die Handlung sprach von Zauberei; auch ihre Kunst entfaltete Magie. Ingo Anders in der Hauptrolle des Max (sein Double seilte sich in einer besonders spektakulären Szene von der Burgmauer auf die Bühne ab) zeichnete sich ebenso aus wie Kammeroper-Prinzipalin Esther Hilsberg, die kraft ihrer Stimme Max´ geliebter Agathe reiches Gefühl und Herzenswärme mitgab.

Auch die Darsteller der beiden dämonischen Rollen, der Jäger Kaspar von Hans-Arthur Falkenrath und der Teufel Samiel (Tim Klaski), setzten dieser Produktion Glanzlichter auf, ebenso Jessica Fründ als Agathes Freundin Ännchen.
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