Großer Andrang beim Pfarrfest Konzen bleibt aus

Von: rpa
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Die Damen am Grill hatten längst nicht immer alle Hände voll zu tun, um die Pfarrfestbesucher mit Köstlichkeiten zu versorgen. Foto: R. Palm

Konzen. Der große Andrang blieb aus, zum Pfarrfest in Konzen waren, gemessen an früheren Festen, nur wenige Besucher gekommen. An der Theke war immer reichlich Platz, und die Damen am Grill hatten mehr Pausen als ihnen lieb war.

Vor Jahren noch herrschte auf dem Kirchplatz großes Gedränge, wenn zur Verlosung aufgerufen wurde. Diesmal waren es nur ein paar Dutzend Leute. Mit dem herbstlich windig-kühlen Wetter allein dürfte das stark nachgelassene Interesse wohl nicht zu begründen sein.

Das Pfarrfest bat eine große Vielfalt: Da gab es Getränke- und Imbissstände, da gab es Basare mit Büchern und anderen Schnäppchen und „Schätzen. Ein Tippspiel lockte mit kleinen Geldgewinnen, das Glücksrad drehte sich für 50 Cent, dabei gab es schöne Dinge zu gewinnen. Im Pfarrhaus war wie immer der „indische Basar” eingerichtet. Der Hauptpreis bei der (einstündigen) Verlosung: 500 Euro. Der Kirchenchor betrieb die Schießbude; mit dabei waren auch die Trommler und Pfeifer, die zum Frühschoppen aufspielten.

Begonnen hatte das Fest für die ganze Pfarre mit einem Familien-Gottesdienst in der Kirche, das Thema: Zeit für Menschen, Zeit für Gott. Als Zelebrant verstand Pfarrer Karl-Heinz Stoffels es abermals die Kinder wie die Erwachsenen „mitzunehmen” und neu für Kirche und Glauben zu begeistern. In den Fürbitten und Meditationen war die Zeit das Thema: Viele haben nicht einmal mehr Zeit, Blumen zu pflücken und sich daran zu erfreuen.

Und: Vor lauter Terminen und Wichtigkeiten hat so mancher keine Zeit für sich selbst, für das eigene Leben. „Gott hat immer Zeit für uns”, sagte Pfarrer Stoffels, der dazu aufrief, „allen Strömungen und unterschiedlichen Meinungen” in einer Pfarrgemeinde zuzulassen und „ihnen Zeit zu geben zu wachsen”. So bedeute Pfarrfest auch, „dass sich jeder hier zu Hause und geboren fühlen” könne, dass jeder hier seinen Platz habe, denn „der Glaube verbindet”. Unterstrichen wurde das Thema noch durch einen Liedvortrag der 15-jährigen Alina Rosenwick, die, begleitet von Helmut David am Klavier, ein Lied der zeitgenössischen Komponisten Gordon Schultz und Peter Strauch: „Meine Zeit steht in deinen Händen”.

Das Pfarrfest war eigentlich wieder ein Ort, um Pfarr-Gemeinschaft zu erleben und neu zu üben, das Fest war zudem eine gute Gelegenheit, „neue Leute” kennen zu lernen und sich in die Gemeinschaft einzubringen. Allerdings waren Besucherandrang und Interesse längst nicht mehr so groß wie in den ersten Jahren des Pfarrfestes.

Patenschaft in Indien

Seit der 1100-Jahrfeier im Jahr 1988 hat die Pfarre Konzen die Patenschaft für das St. James-Hospital in Chalakudy im indischen Bistum Irinjalakuda, dem Heimatbistum von Pfarrer i.R. Francis Chirayath, übernommen und hat seitdem das Krankenhaus mit viel Geld unterstützt. Unter anderem hat die Pfarre schon dafür gesorgt, dass das Krankenhaus mit einem Jeep ausgestattet werden konnte, ebenso mit einem Röntgengerät für die Kinderabteilung, mit einem Generator, damit die Ärzte auch dann noch operieren können, wenn der Strom ausfällt. Dank der Hilfe aus Konzen verfügt das Hospital auch über einen Inkubator für Neugeborene und über ein mikroskopisches Endoskop für die Orthopädie.

Das Krankenhaus hat auf sieben Etagen 450 Betten für Patienten, die stationär behandelt werden. Am Krankenhaus arbeiten mehr 50 Ärzte in 16 verschiedenen Abteilungen, darunter die Orthopädie, Psychiatrie, Neurologie, Gynäkologie und eine Abteilung für Kinderheilkunde. Um die Patienten kümmern sich 170 Krankenpfleger und Schwestern, dazu kommen noch rund 40 Ordensschwestern. Am St. James-Hospital werden auch Patienten aufgenommen, die ihre Behandlung nicht bezahlen können. Pro Tag werden im Durchschnitt rund 800 Kranke ambulant behandelt. Das Krankenhaus braucht nun dringend einen Katheter für Herzuntersuchungen.

Ein Besonderheit des Pfarrfestes 2011: Der Erlös aus dem Pfarrfest wird je zur Hälfte aufgeteilt: Eine Hälfte für das Partnerschaftsprojekt der Pfarre in Indien, die andere Hälfte kommt der eigenen Gemeinde zugute. Allerdings: Der gesamte Erlös aus dem Losverkauf (rund 1500 Stück) ist ausschließlich für das St. James-Krankenhaus bestimmt. In diesem Jahr gab es auf dem Pfarrfest viel zu diskutieren: Der möglich Um- und Rückbau der Pfarrkirche, die wegen der enormen Energiekosten in finanzielle Not geraten kann.
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