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Große Runde gegen den Motorradlärm

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
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In Schräglage: Motorradfahrer, die gerne Vollgas geben, sind in der Eifel nicht gerne gesehen. Foto: psm

Simmerath. „Uns werden die Ohren mit Motorradlärm vollgedröhnt, aber es tut sich nichts – offenbar sind die Verantwortlichen auf diesem Ohr taub beziehungsweise stellen die Ohren bei diesem Thema auf Durchzug.“ Diesen Vorwurf hat die Gemeindeverwaltung Simmerath in den zurückliegenden Jahren schon häufiger von Bürgern gehört. Das Thema Motorradlärm hat zuletzt für zahlreiche Kontroversen gesorgt.

Es hagelte in den Frühjahrs- und Sommermonaten Beschwerden über unerträgliche Lärmbelästigung insbesondere am Wochenende. Der Hinweis darauf, dass es sich letztlich ja nur um eine kleine Gruppe von unverantwortlichen Rasern handelt und die Mehrzahl der motorisierten Zweiradfahrer sich angepasst verhält und man diese gerne als Gäste sieht, kann die erhitzten Gemüter auch nicht beruhigen.

Schon morgens am Limit

Ein weiteres Phänomen aus jüngster Vergangenheit ist die Unsitte, dass Motorradfahrer am Wochenende bereits zu früher Stunde die dann noch weitgehend verkehrsfreien, kurvenreichen Strecken rund um das Rurtal in Besitz nehmen und ihre Maschinen am Limit fahren.

Dabei hat die Gemeinde Simmerath in der Vergangenheit bereits in Kooperation mit anderen Behörden und der Polizei versucht, dem Problem Herr zu werden.

Die Rurseegemeinde Simmerath steht mit diesem Problem jedoch nicht allein da. Viele Regionen im Land mit ähnlichen topographischen Mittelgebirgs-Strukturen wissen dem zunehmenden Problem des Motorradlärms nicht mehr Herr zu werden.

Dass dem so ist, erfuhr der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns vor gut drei Jahren. Er erhielt deutschlandweite Resonanz auf einen Beitrag unter dem Titel „Viel Krach durch Heizer und Raser“, der im Jahr 2011 in der Zeitschrift des Städte- und Gemeindebundes NRW veröffentlicht wurde.

„Diese Resonanz hat mir gezeigt, dass wir mit dem Problem bei weitem nicht alleine stehen und Hilfe aus Brüssel, Berlin und Düsseldorf notwendig ist, um die Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Bürger ausreichend zu schützen.“

Trotz der bisherigen vielfältigen Bemühungen und Kontrollaktivitäten habe mit den vorhandenen Mitteln „eine signifikante Reduzierung“ des Gefährdungspotenzials nicht erreicht werden können, räumt der Simmerather Bürgermeister ein. Das wiederum habe zu einem stetig wachsenden Unmut in der Bevölkerung und bei den touristischen Gästen der Region am Rursee geführt.

Die erbosten Reaktionen seien hier gar so weit gegangen, dass Immobilieneigentümer aufgrund der Lärmproblematik ihre Anwesen veräußern möchten, hierbei aber aufgrund des allgemein bekannten Lärmproblems erhebliche Wertverluste in Kauf nehmen müssen.

Getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ hat sich der Simmerather Bürgermeister daher an die Kommunen im Land NRW, die Gemeinden in Rheinland-Pfalz, die hiesigen Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordneten und an die zuständigen Bundes- und Landesministerien und Interessenverbände gewandt, um bei einem Erfahrungsaustausch die bundesweite Dimension des Problems deutlich zu machen, neue Lösungsansätze zu finden und gegebenenfalls Denkanstöße für Gesetzesänderungen zu liefern.

Aus diesem Grunde wird zu einem überörtlichen Symposium für Montag, 9. März, nach Rurberg in den Antoniushof eingeladen. Um 10.30 Uhr findet die Begrüßung und Eröffnung durch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns statt. Anschließend übernimmt Robert Esser, Redakteur der Aachener Zeitung, die Moderation. Es folgen Impulsvorträge zur Rechtslage auf EU-Ebene von Sabine Verheyen, MdEP, des Bundesministeriums für Verkehr und Innovation und des Städte- und Gemeindebundes.

Um 12.30 Uhr folgt ein Erfahrungsbericht des Landesbetriebs Straßenbau NRW über den Einbau von „Rüttelstreifen“ als verkehrsberuhigende Maßnahmen. Berichtet wird auch über die bisherigen Erfahrungen der „Ordnungspartnerschaft Motorradlärm“ zwischen Ordnungsbehörden und der Polizeibehörde im Hochsauerlandkreis. Referent ist Polizeioberrat Josef Jakobi. Um 14 Uhr soll gegen Ende der Veranstaltung ein gemeinsamer Forderungskatalog an den Gesetzgeber verabschiedet werden.

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