Große gemeinsame Leistung vollbringt der Kammermusikkreis Simmerath

Von: Josef Schreier
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Mit der jungen Harfenistin Lea Pleines spielte das das Harfenkonzert in B-Dur von Georg Friedrich Händel.. Foto: Josef Schreier

Monschau. Der Kammermusikkreis (KMK) Simmerath, von Friedhelm Schütz vor vielen Jahren gegründet und immer noch und weiterhin von ihm dirigiert, ist ein wichtiger Bestandteil der Klassik-Szene im Monschauer Land. In seinem „Sommerabendkonzert“ am Samstag in der Aula des Monschauer Gymnasiums zeigte er sich wiederum als ein Ensemble, das sich ständig neu erfindet.

In den Reihen des Orchesters fand sich eine ganze Anzahl sehr junger Musikerinnen und Musiker, die aus der Nachwuchsarbeit von Friedhelm Schütz hervorgingen und nun schon eindrucksvoll ihren Beitrag zu einem Konzert leisteten, dessen Programm an die Ausführenden hohe Ansprüche stellte. Durch das Zusammenwirken mit Musikern des „Ensemble Eastbelgica“ aus Eupen ist aus dem Kammermusikkreis ein veritables klassisches Orchester geworden. Die integrierende Kraft des Dirigenten Friedhelm Schütz ist dabei nur zu bewundern.

Vertrauen in junge Künstler

Ebenso aber auch sein Mut, den überwiegend jungen Künstlern viel zuzutrauen. Denn nahm man allein schon den Programmzettel zur Hand und las die Namen Beethoven (mit der Prometheus-Ouvertüre und der 1. Sinfonie), Rossini, Händel und Mozart, so war man als Zuhörer schon sehr gespannt auf die Lösung dieser heiklen musikalischen Aufgaben. Auch wenn das eine oder andere dann nicht so restlos klappte, verblieb am Ende insgesamt doch der Eindruck einer großen gemeinsamen Leistung, die das Ensemble vollbracht hatte.

Dabei war es sogar so, dass erst im zweiten Teil des umfangreichen Programms das Orchester zu seiner besten Form auflief. Und das ausgerechnet beim sicher schwierigsten Werk des Abends, Beethovens 1. Sinfonie aus dem Jahr 1800, die von den Musikern mit einer Akkuratesse und Bravour dargeboten wurde, die am Schluss bei den Zuhörern begeisterte Jubelrufe auslöste.

Verständlich, dass zu Beginn des Abends eine gewisse Befangenheit zu spüren war, zumal die Besucherzahl diesmal vielleicht nicht ganz den Erwartungen entsprach. Das gute Wetter und die Konkurrenz etlicher anderer Veranstaltungen mögen manche Interessenten abgehalten haben. Vielleicht fehlte aus all diesen atmosphärischen Gründen vor allem der Streichersonate von Gioachino Rossini, die nach Beethovens Ouvertüre als erstes größeres Werk den Abend eröffnete, doch ein wenig die Verve und Leichtfüßigkeit, die man von Rossini kennt.

Das Leichte kann ja bekanntlich manchmal das Schwerste sein. Aber die spielerische Leichtigkeit von Musik kam dann umso mehr zum Zuge beim solistischen Beitrag der 16-jährigen Lea Pleines aus Rollesbroich, die mit einigen Solostücken für Harfe und dann vor allem mit dem Harfenkonzert in B-Dur von Georg Friedrich Händel zu brillieren wusste.

Großes Harfentalent

Lea ist ja schon länger bekannt als großes Harfentalent; unter anderem ist sie im Wettbewerb „Jugend musiziert“ erfolgreich gewesen. Der Auftritt am Samstag in Monschau war wohl ihr umfangreichster bisher. Schon die drei Solostücke, darunter vor allem das Nocturne von Michail Glinka, offenbarten die große Musikalität und technische Sicherheit der jungen Musikerin. Das bekannte Harfenkonzert von Händel konnte all das nur bestätigen. Der begeisterte Beifall des Publikums wird Lea auf ihrem weiteren musikalischen Weg bestärkt haben.

Das ganze Konzert wurde überaus kundig und einfühlsam moderiert von Anja Pitz aus Eupen, die manch hilfreiche und präzise Information zu den Musikstücken beisteuerte. Der KMK-Vorsitzende Bernd Rietfort dankte während des Konzerts Ingrid Frank für ihre langjährige Tätigkeit als Finanzverwalterin des Orchesters.

Der Kammermusikkreis Simmerath darf sich insgesamt durch die starke Resonanz des Publikums für seine weitere Arbeit ermutigt fühlen, um auch weiterhin als Erprobungsfeld für junge musikalische Talente der Region bereitzustehen.

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