Aachen - Großbaustelle kommt erst noch

Großbaustelle kommt erst noch

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:
auto_bild
„Wir bauen für Sie”: Wenn diese Lärmschutzmaßnahme fertig ist, hat der Umbau des Autobahnkreuzes gerade erst begonnen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das kann ja heiter werden, mögen viele Autofahrer gedacht haben: Kaum ist der erste Spatenstich zum Um- und Ausbau getan, gibt es Staus - gefühlt stundenlang. „Wenn die heutige Verkehrslage für die nächsten Jahre typisch sein sollte: Gute Nacht!”, schimpft ein genervter Pendler in einem Internetforum.

Ein anderer fürchtet gar einen „Schildbürgerstreich - jede Wette!”, wenn die ganze Chose mit der Großbaustelle rund um den Knoten der Autobahnen 4, 44 und 544 in fünf Jahren vorüber sein soll.

Manchem fehlt also noch der Glaube, dass sich etwas verbessern wird. Angesichts von Bemerkungen wie „ultrakompliziert” und „Schild(a)er” ist wohl noch Überzeugungsarbeit zu leisten, dass das 75-Millionen Projekt zum Nutzen der Automobilisten ist und deren Sicherheit dient. Das „Kreuz mit dem Kreuz” scheint also gehörig auf die Nerven zu gehen. Dabei stehen die Fahrer eigentlich „nur” in dem gewohnten Stau, der fast jeden Morgen zur „Rush hour” auf der A44 Richtung Aachen und Niederlande sowie abends auf dem Heimweg über die „Hollandlinie” und vom Europaplatz ihr unvermeidlicher Begleiter ist.

Derzeit läuft es noch zügig

Matthias Bächler hat gute Argumente, dass der gerade begonnenen Großbaustelle nicht alles in die Schuhe geschoben werden kann. Denn noch kommt man im „Kleeblatt” zwischen den einzelnen Fahrtrichtungen relativ zügig durch, betont der stellvertretende Leiter der federführenden Niederlassung Ville-Eifel des Landesbetriebs Straßen NRW in Euskirchen.

Was den Zorn der Autofahrer vergangenes Wochenende heraufbeschwor, waren Arbeiten, die mit dem Aachener Kreuz unmittelbar nichts zu tun hatten, klärt Bächler auf. Es ging nicht um Bau-, sondern um Unterhaltungsmaßnahmen. Dafür sind die Kollegen vom Betriebsamt Krefeld der Autobahnmeisterei zuständig. Mit einer Fräsmaschine wurde die Fahrbahn zwischen dem Knoten und der Rastanlage Aachener Land an der A4 auf mehreren hundert Metern „griffiger gemacht”, sagt Bächler. Insbesondere die Endlos-Rallye der Trucks hatte der Betonfahrbahn so zugesetzt, dass es Handlungsbedarf gab.

Und noch ein Projekt, das nicht direkt mit dem Kreuz zu tun hat, fordert die Aufmerksamkeit der Autofahrer. Auf der Richtungsfahrbahn Belgien/Lichtenbusch der A44 wurde in Höhe der Landstraße 23 (Verlautenheide/Quinx) mit Vorbereitungen für den Bau einer fünf Meter hohen Lärmschutzwand begonnen. Zudem wird die Fahrbahndecke auf einem Kilometer abgefräst und durch eine „offenporige Schicht” ersetzt, wie Bächler erklärt.

Diese „Minihöhlen” sorgen dafür, dass die Abrollgeräusche der Reifen reduziert werden. Die Poren nehmen Regenwasser auf, das vernünftig abgeleitet werden muss. Dazu wurde nahe Eilendorf der Mittelstreifen samt Leitplanken abgeräumt, um „Aqudrain-Leitungen” wesentlich tiefer als bisher legen zu können. Dies kostet 1,5 Millionen Euro.

Für den Lärmschutz wird auch entlang der Hollandlinie kräftig investiert. Bei Laurensberg soll es auf einer Länge von 400 Metern in beiden Fahrtrichtungen Verbesserungen geben. Knapp zwei Millionen Euro stehen dafür bereit. Lärmschutz für Haaren, gut einen Kilometer lang, ist fertig und kostete 2,5 Millionen Euro.

Wohl noch bis Ende 2010 bleibt der Engpass auf der A544 erhalten. Hier wird die Brücke über das Haarbachtal komplett erneuert.

In der ersten Oktoberhälfte geht es auf der Baustelle richtig los

Richtig was zu sehen direkt am Aachener Autobahnkreuz gibt es etwa ab der ersten Oktoberhälfte. Dann sollen die gerade vergebenen Arbeiten für den Bau einer neuen, ein Stück nach Südosten verlegten Verbindungsrampe von der A44 von Aachen-Brand kommend Richtung A4/Köln beginnen. „Hierbei rechnen wir nicht mit zusätzlichen Staus”, unterstreicht Matthias Bächler vom Landesbetrieb Straßen NRW.

Wenn Anfang 2010 mit dem neuen „Zentralbauwerk”, der Brücke im Zuge der A44 über die A4, begonnen wird, muss die Verbindungsrampe von der A44 zur A4 gesperrt werden. Der Verkehr soll dann bis zur Anschlussstelle Alsdorf-Hoengen fahren und dort über die Landstraße 240 bis Eschweiler auf die A4. Damit würden keine Ortschaften zusätzlich belastet.

Besonders betroffen von dieser Sperrung und Umleitung sind die Spediteure im Gewerbepark Aachener Kreuz sowie der Firma Adam Offergeld in Broichweiden. Der kürzeste Weg vom Anschluss am Flugplatz Merzbrück führt über die Bundesstraße 264 und Eschweiler-Röhe zur A4, wodurch allerdings Anwohner behelligt würden.

Letztes Hindernis auf der A4: Baustellensicherungen bei Weisweiler sind abgeräumt, der Verkehr zwischen Aachen und Düren kann nun sechsspurig laufen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert