Grenzlandjugend: Über Konfessionen Brücken gebaut

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Im Jugendheim an der Offermannstraße wird seit den 90er-Jahren Jugendarbeit betrieben und wird auch am Sonntag der runde Geburtstag des Vereins kräftig gefeiert. Foto: Grenzlandjugend

Roetgen. 50 Jahre sind immer ein Grund zum Feiern. Und genau das macht die Grenzlandjugend am Sonntag, 4. September, ab 11 Uhr mit einem bunten Programm, zudem Jung und Alt aus Roetgen und Umgebung herzlich eingeladen sind.

Es war im Jahre 1966, als Rektor Karl Loven nach Roetgen kam. Damals gab es im Ort für Jugendliche lediglich die Möglichkeit, sich in den ortsansässigen Sport- oder Musikvereinen zu engagieren. Karl Loven brachte als katholischer Geistlicher viele Jahre Erfahrung in Sachen Jugendarbeit mit.

So entstand in seinem Haus in der Mühlenstraße schnell eine Anlaufstelle für Jugendliche. Mit und mit entwickelte sich hier ein beliebter Treffpunkt. Es wurden Gruppenstunden angeboten, Film- und Fotoarbeiten wurden organisiert, bald folgten erste Zeltlager und Jugendfahrten. Die Grenzlandjugend war geboren. Ihr Ziel: Brücken bauen über Konfessionen und Grenzen hinweg.

In den 70er Jahren wurde die Grenzlandjugend zu einer festen Größe in Roetgen. Jeden Freitag gab es zwei Filmvorführungen im Rathaussaal die von mehreren Hundert Jugendlichen besucht wurden. Grenzlandspiele, Seifenkistenrennen, Zeltlager in Italien, Rundfahrten durch verschiedene Länder sowie das jährliche Pfingstlager in der näheren Umgebung machten den Verein über Roetgens Grenzen hinaus bekannt. Ende der siebziger Jahre kam dann das bis heute jährlich veranstaltete Herbstsegeln auf dem Ijsselmeer dazu.

Auch für Erwachsene gab es ein Bildungsangebot von Fremdsprachen über Foto- und Filmkurse, Gitarrenspielen und tanzen bis hin zum Teppichknüpfen mit dem guten Geist des Hauses: Frau Winter.

Das Haus Mühlenstraße platzte fast aus allen Nähten. Umbaupläne wurden gewälzt, gleichzeitig aber auch die Suche nach größeren Räumlichkeiten aufgenommen. Irgendwann hieß es: „Die Rotoflexhallen in der Offermannstraße stehen zum Verkauf!“

Karl Loven klemmte sich mit seiner unvergleichlichen Fähigkeit, Menschen zu überzeugen dahinter, und zwei Jahre später war die Sache in trockenen Tüchern: Der Kreis Aachen kaufte die Fabrikhallen und stellte sie der Grenzlandjugend mit der Verpflichtung, diese auf eigene Kosten umzubauen und als freier Träger der Jugendhilfe an diesem Ort ein Angebot für alle Kinder und Jugendlichen zu betreiben, zur Verfügung.

Zwei Jahre hat es gedauert bis ältere Jugendliche und junge Erwachsene in kompletter Eigenleistung das Heim 1991 fertiggestellt hatten. Ab da wurde es still in der Mühlenstraße, Karl Loven zog sich bewusst aus der Vereinsführung zurück, schließlich sollten die Jugendlichen ja lernen, auf eigenen Beinen den Verein zu führen.

Er widmete sich verstärkt dem Tilapia-Projekt in der Entwicklungshilfe für Indien und Lateinamerika. Als väterlicher Freund und Mentor nahm er aber bis vor seinem Tod im Jahre 2001 noch am Vereinsgeschehen und vor allem dem Herbstsegeln teil.

Die Hallen wurden von der Roetgener Jugend gut angenommen. Viele Jahre wurde ein offener Treff angeboten, wurden Ferienspiele organisiert oder Lager und Fahrten durchgeführt.

Der allgemeine Trend zu Individualisierung hat aber inzwischen auch vor der Grenzlandjugend nicht haltgemacht. Zunehmend wird es schwerer, junge Menschen zu finden, welche Verantwortung übernehmen wollen.

Jetzt aber gilt es, auf stattliche 50 Jahre Grenzlandjugend zurückzublicken und zu feiern! Am Sonntag, 4. September, wird dazu ein buntes Programm für die ganze Familie angeboten. Neben Hüpfburg, Kinderschminken, einem Ballonweitflug Wettbewerb und Spielen für Jung und Alt wird es auch ein Kreativangebot der musisch-kreativen Werkwochen der Bleiberger Fabrik geben.

Eine lustige Fotobox sowie eine Graffiti-Spraywand runden das Angebot ab. Zur musikalischen Unterhaltung werden die „SingPhonie“, der Singer und Songwriter David Spencer und die Jagdhornbläser begrüßt.

Für alle Ehemaligen und Interessierte wird es ein reiches Angebot an Bildern und Filmen aus den letzten 50 Jahren geben. Für Speis und Trank wird natürlich gesorgt. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr morgens.

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