Roetgen - „Green” baut Windparks, auch in Roetgen

„Green” baut Windparks, auch in Roetgen

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Photovoltaikanlagen (unser Bild entstand in Herhahn) werden am höchsten subventioniert, bringen im Vergleich zur Windkraft jedoch einen relativ niedrigen Ertrag, so Axel Kahl von der EWV. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. „Wenn die Gemeinde Roetgen auf der Landesgrenze zu Belgien einen Windpark bauen möchten, so etwas machen wir auch!” Axel Kahl, Hauptabteilungsleiter Vertrieb der Energie- und Wasserversorgung (EWV), warb vor dem Haupt- und Finanzausschuss für den „Green”-Gesellschaft-Beitritt.

Dieser kurze Exkurs des eloquenten Energie- und Wasserverkäufers sorgte im Ausschuss für Schmunzeln und einige Unruhe, denn er hatte in ein Wespennest gestochen. Der von der Stadt Aachen ins Auge gefasste Windpark im Münsterwald ist schließlich nicht erst nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima ein Reizthema. Das wird Kahl nicht entgangen sein, und er schränkte ein, dass der neuen Gesellschaft natürlich daran gelegen sei, „verträgliche Standorte” zu finden. Beinahe im selben Atemzug bot er aber an, Strategien zu entwickeln, um einer „Gegen-alles-Stimmung” oder einer „Nicht-hier-Stimmung” wirkungsvoll zu begegnen.

Die „Green”-Gesellschaft, die hauptsächlich regional agieren will und der neben Roetgen noch 18 weitere Kommunen oder kommunale Verbände angehören sollen, hat sich hauptsächlich die Förderung von Photovoltaik, Biomasse und Windenergie zum Ziel gesetzt. Dabei, so Kahl, kommen der EWV und den Kommunen „Schlüsselfunktionen” zu. Die EWV habe das Know-how und den Kundenzugang, die Kommunen könnten Rahmenbedingungen schaffen und Standorte für Anlagen bereitstellen.

Natürliche bediene man sich bei der Umsetzung der Vorhaben des verfügbaren Sachverstandes. So habe man beispielsweise eine RWE-Tochter als Fachpartnerin gewinnen können. Finanziert werden sollen die Projekte mit Fremdmitteln oder aus dem Bürgerbeteiligungsfonds.

Wirtschaftlichkeit ja, aber nicht um jeden Preis

Die Rendite soll sich „sehen lassen” können, jedoch seien beispielsweise sieben oder acht Prozent „utopisch”. In Kürze werden zwei Projektingenieure eingestellt, denn einige Vorhaben sind mit Kommunen bereits vorbesprochen. Sobald die Gesellschaftsgründung über die Bühne ist, will „Green” loslegen und vom Wachstumsmarkt der regenerativen Energie profitieren, wobei Wirtschaftlichkeit nicht um jeden Preis angestrebt werde, versicherte Axel Kahl.

Während sich der Raum Düren und die Eifel besonders in puncto Biomasse anböten, seien die windreichsten Punkte in der Region im Heinsberger Land zu finden. Doch gebe es auch im Raum Roetgen genügend Wind. Axel Kahl: „Das Potenzial ist vorhanden. Ob Sie es auch nutzen wollen, ist eine andere Frage.”

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurden die Vertragsangelegenheiten verhandelt. Die Politiker stimmten dem Beitritt zur „Green”-Gesellschaft zu. Als Geschäftseinlage zahlt Roetgen 750 Euro, das sind drei Prozent der Geschäftsanteile. Diesen Betrag muss sich die Gemeinde nicht von der Kommunalaufsicht absegnen lassen. „Wenn wir damit ankommen, wird man uns in Aachen fragen, ob wir keine anderen Sorgen haben”, hieß es dazu im Rathaus.
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