Graureiher brüten im Obersee in alter Fichte

Von: gük
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Ein Graureiher mit drei Jungen hat sich am Obersee in einer umgestürzten Fichte niedergelassen. Foto: Günter Krings

Nordeifel. Vor einigen Jahren stürzte eine große Fichte in den Obersee, sei es, weil heftiger Sturm sie umlegte oder weil schwere Schneelast ihr zum Verhängnis wurde. Jedenfalls blieb die Fichte im See liegen und verrottete langsam.

Zwischen den dürren Ästen konnte man zwischenzeitlich Zwergtaucher und Reiherenten beobachten, Eisvögel nutzten die nach oben weisenden Äste als Ansitzwarte für das Stoßtauchen nach kleinen Fischen.

Ende März in diesem Jahr war das Erstaunen der Ornithologen groß, als ein Graureiher sich in dieser abgestorbenen Fichte einen Horst baute, um darin Junge großzuziehen. Das ist sehr ungewöhnlich, denn normalerweise bauen Graureiher ihre Nester in hohen, stabilen Bäumen. Aber Bodenbrüter oder Brüter in Schilfbeständen sind auch bekannt. Das Nest des Graureihers am Obersee jedenfalls war vom Ufer her gut einsehbar.

Drei Junge geschlüpft

Wann allerdings die Eier gelegt wurden und wie viele Eier es waren, konnte nicht beobachtet werden. Die Brutdauer bei Graureihern beträgt 25 bis 26 Tage. Im Nest am Obersee schlüpften im April drei Junge, die von den Eltern gefüttert werden mussten.

Auffällig war dabei jedoch, dass immer nur ein Altvogel gesehen wurde, ein zweiter erwachsener Reiher wurde nicht entdeckt. Rund sieben Wochen lang müssen die Jungvögel im Nest gefüttert werden, bevor sie flügge werden und das Nest verlassen können. Wo findet nun der Graureiher seine Nahrung für die Jungen?

In der Nähe des Nistplatzes am Obersee ist ein Sumpfgebiet, wo wohl der eine oder andere Frosch als Nahrung gefunden wird. Außerdem ist hier der Obersee sehr flach, so dass der Reiher auch leicht an Fische kommt. Aber das wird nicht reichen.

So wird er sich auf Wiesen im Rurtal oder in den Hangwiesen oberhalb von Einruhr in Richtung Kesternich auf Mäusejagd begeben. Jetzt scheinen die jungen Reiher fast flügge zu sein, und diese Brut ist eine der wenigen, die in unserer Heimat als erfolgreich anzusehen ist. Eine größere Brutkolonie der Graureiher besteht noch im Bereich der Urfttalsperre im Nationalpark.

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