Nordeifel/Schmidt - Graupelschauer und Blitz-Eis: Mehrere Unfälle in der Nordeifel

Graupelschauer und Blitz-Eis: Mehrere Unfälle in der Nordeifel

Von: P. St./red/pol
Letzte Aktualisierung:
Omnibus
Graupelschauer und Blitz-Eis: Diese Kombination sorgte in der Nordeifel am Montagabend für mehrere Verkehrsunfälle - hier im Bild kämpft ein Doppeldeckerbus, der auf der L249 von der Straße abkam, mit den widrigen Bedingungen. Foto: Polizei

Nordeifel/Schmidt. Das Problem hat einen Namen: Graupelschauer mit Eis-Energie sorgten am Montagabend dafür, dass innerhalb weniger Minuten die Straßen in der Nordeifel wie auf einen Schlag spiegelglatt wurden. Quälend langsam schlich der Berufsverkehr nach Hause, einzelne Autofahrer wählten das Schritttempo als letzten Ausweg, um sicher anzukommen.

Was war geschehen? Mit Einbruch der Dämmerung setzte Niederschlag ein: Während es im Flachland regnete und in höheren Lagen über 700 Meter schneite, verwandelte sich in den Mittellagen der Niederschlag zu eishaltigen Graupelschauern. Bei leichten Minusgraden fiel das Eis direkt auf die Fahrbahn und sorgte für kilometerlange Rutschbahnen.

Unzufriedene Anrufer

„Innerhalb einer halben Stunde war die gesamte Region unter Eis“, beschreibt Bruno Alzer, Betriebsdienstleiter der Straßenmeisterei Simmerath in Rollesbroich, die nicht alltägliche Situation. Ein kalter Wind unterstützte dabei noch die blitzartige Eisbildung.

Zu diesem Zeitpunkt war die Straßenmeisterei mit acht Streufahrzeugen auf Achse, da die Niederschlagsvorhersage bekannt war. „Auch wenn alle Fahrzeuge unterwegs waren, konnten wir nicht überall gleichzeitig sein“, bittet Bruno Alzer um Verständnis dafür, dass die sonst vom zügigen Winterdienst verwöhnten Eifeler Autofahrer sich diesmal etwas länger gedulden mussten. Die Einsatzfahrzeuge selbst kamen auch nur mit gemäßigtem Tempo voran, außerdem ereigneten sich in dieser kritischen Phase auch noch mehrere witterungsbedingte Verkehrsunfälle.

„Manchmal ist es in solchen Fällen besser, dass man mit dem Auto stehenbleibt, bis die Streudienste kommen“, kann Bruno Alzer für solche Ausnahmesituationen nur empfehlen.

Schwierige Wetterlagen in der Nordeifel sind die Straßenwärter gewöhnt, da die Region bei durchschnittlich 500 Metern Höhe häufig genau in der Wechselzone zwischen Regen und Schneefall liegt.

Vermutungen, dass die leichten Verzögerungen beim Eis-Einsatz am Montagabend damit zu tun hatten, dass am Morgen ein mit 25 Tonnen Streusalz beladener Lastwagen bei Raffelsbrand seine Ladung verlor, kann Bruno Alzer nicht bestätigen. Der Sattelzug sei zwar für die Straßenmeisterei Simmerath bestimmt gewesen, aber insgesamt seien am Dienstag in Rollesbroich 20 Laster mit Streusalz vorgefahren, da man vorsorglich weitere 500 Tonnen Streusalz bestellt habe. Aktuell verfügt das Salzlager in Rollesbroich noch über einen Vorrat von 1400 Tonnen. Dass ein solcher Vorrat nicht unbedingt lange halten muss, zeigte der Einsatz am Montagabend, als auf dem 315 Kilometer langen zu betreuenden Straßennetz zwischen Monschau, Nideggen und der Stadtgrenze Aachen 200 Tonnen Streusalz verteilt wurden.

Bei extremen Wettersituationen gibt es auch immer wieder unzufriedene Anrufer, die sich über die Ausführung des Winterdienstes beklagen. Auch damit hat Bruno Alzer seine Erfahrungen. Nicht zu den Beschwerdeführern gehörten die Eifeler Pendler. „Die sind längst auf winterliche Verhältnisse eingestellt und fahren 10 Minuten früher los.“ Häufiger seien da schon Anrufer, die darüber schimpften, dass der Schneepflug den Schnee von der Straße zurück in die Grundstückseinfahrten schiebe. „Das ist Euer Schnee!“, lauteten dann die Beschwerden, worauf Bruno Alzer nur verständnisvoll antworten kann, dass selbstverständlich der Schnee von oben herab falle und man wohl schlecht verlangen könne, das Räumgut in Mitte der Fahrbahn zu schieben.

Weiterhin wachsam

Für die nächsten Tage stellt sich Team der Straßenmeisterei auf arbeitsreiche Schichten ein, auch wenn bis Mittwochmorgen 10 Uhr laut Deutschem Wetterdienst keine weiteren Niederschläge vorhergesagt werden. Bruno Alzer und seine Team wollen trotzdem stets wachsam bleiben: „Es ist halt Winter.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert