Höfen - Grabeinfassungen sollen grün bleiben

Grabeinfassungen sollen grün bleiben

Von: P. St.
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Zwischen den Buchsbaumumrandun
Zwischen den Buchsbaumumrandungen der Grabfelder auf dem Höfener Friedhof findet man auch immer mehr Holzeinfassungen. Laut geltender Satzung sind sie nicht erlaubt. Foto: P. Stollenwerk

Höfen. Das Golddorf Höfen weist viele Besonderheiten auf. Zu den Sehenswürdigkeiten darf man auch durchaus den Friedhof im Schatten der Pfarrkirche St. Michael zählen.

Die außergewöhnliche Grüngestaltung fällt sogleich ins Auge, denn fast alle Gräber sind mit kurz geschorenen, kleinen Buchsbaumhecken umrandet, je nach individueller Vorliebe zwischen zehn und 30 Zentimeter hoch. Der Buchsbaum als Grabeinfassung hat in Höfen Tradition, die so sehr in der Bevölkerung verwurzelt ist, dass diese Form der Grabeinfassung sogar in der Höfener Friedhofssatzung festgelegt ist.

Doch der Buchsbaum macht bereits seit vielen Jahren Probleme, weil er unter anhaltendem Pilzbefall leidet und mit der Zeit eine Reihe von Grabeinfassungen sich in der Zwischenzeit nur noch als dürre oder blattlose Überbleibsel präsentieren.

Damit aber der Höfener Friedhof seinen einzigartigen Charakter nicht verliert, sollen nun auf Initiative von Ortsvorsteher Peter Theissen Initiativen ergriffen werden, die das Grün auch in Zukunft sicherstellen sollen.

Als nicht nachhaltig hat sich eine vor rund drei Jahren vorgenommene aufwendige Bekämpfungsaktion mit der chemischen Keule erwiesen. Der Pilzbefall ging nach dem Einsatz eines Präparates zwar zunächst zurück, doch der Erfolg war nicht durchschlagend. Gerade bei feuchtwarmer Witterung zeigte sich, dass der Pilz wieder zum Leben erwachte.

Unter den Friedhofsbesuchern in Höfen ist der Zustand des Buchsbaumes ein Dauerthema. So mancher hat inzwischen den Kampf gegen den Pilzbefall aufgegeben. In letzter Konsequenz haben sich einige Angehörige, die die Grabpflege nicht länger als Dauer-Ärgernis betrachten wollen, inzwischen vom Buchsbaum verabschiedet. Nach und nach sieht man auf dem Friedhof immer mehr Einfassungen aus massiven Brettern, die nicht unbedingt den Anschein eines Provisoriums erwecken.

Die jetzige Situation sorgt für Irritationen, was Ortsvorsteher Peter Theissen dazu veranlasst hat, sich in einem Infobrief an die Bevölkerung zu wenden. Ob der Buchsbaum auf Dauer die Pilz-Attacken überstehen könne, „wissen auch die Fachleute nicht”, schreibt Peter Theissen.

Daher halte er es für sinnvoll, sich verstärkt auf alternative Grüneinfassungen zu konzentrieren, denn in der Satzung ist lediglich eine Grüneinfassung der Grabfelder, nicht aber ausdrücklich die Verwendung von Buchsbaum vorgeschrieben. Wie das in der Praxis aussehen könnte, ist an der Aufbahrungshalle des Friedhofs zu sehen, wo die Stadt Monschau in Kooperation mit dem Ortsvorsteher vor einigen Wochen ein Musterbeet mit anderen für die Grabeinfassung geeigneten Pflanzenarten angelegt hat. Diese Pflanzen sind nicht nur klimatisch gut geeignet, sondern auch resistent gegen den Pilz; zudem gibt der Friedhofsgärtner für von ihm selbst angelegte Einfassungen eine Anwachsgarantie.

Wille der Bevölkerung zählt

Nicht nur aus Kostengründen sieht Peter Theißen die Grüneinfassung klar im Vorteil, ihm geht es auch um den Erhalt der Einzigartigkeit des Höfener Friedhofes: „Ich persönlich fände es sehr schade, wenn unser wunderschöner, seit Jahrzehnten gewachsener und weit über Höfen hinaus bekannter Friedhof sein Gesicht verlieren würde.”

Dauerhafte Einfassungen aus Stein, Marmor und Holz (auch wenn es grün gestrichen ist), sind nach geltender Satzung nicht zulässig.

Aber auch einer Änderung der Friedhofssatzung, die dann auch Steineinfassungen zulassen würde, will sich Theissen nicht prinzipiell wiedersetzen, „wenn dies vor der Mehrheit der Höfener Bevölkerung gewünscht wird.” Bisher habe er aber nicht den Eindruck, dass es eine solche Mehrheit gebe, zumal er nach Anlegung des Musterbeetes bereits „viele positive Reaktionen” erhalten habe.
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