Gottesdienst in der Kneipe: Jugendliche ansprechen

Von: Carmen Krämer
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Planen Unkonventionelles: Alice Klein, Maximilian Becker und Fabio Krämer haben die letzten Vorbereitungen für den Gottesdienst in der Imgenbroicher Bodega am Freitag getroffen. Foto: Carmen Krämer

Imgenbroich. Wirft man einen Blick in die Kirchen der Region, sieht man wohl nur äußerst selten Jugendliche auf den Bänken sitzen. „Die Messen sind langweilig“, „die Musik ist öde“ und „die Texte versteht man nicht“: Das sind aus Alice Kleins Erfahrung heraus die Gründe für junge Menschen, die Kirche höchstens von außen zu betrachten. Darum hat sie sich etwas Neues überlegt.

„Bei der diesjährigen Firmvorbereitung kam immer wieder durch, dass die Kirche zwar möchte, dass junge Leute in die Kirche kommen, aber dass sie nicht genug dafür tut“, erklärt sie. „Darum haben wir überlegt, mal etwas anderes anzubieten.“ Für Freitag, 10. Mai, hat sie deshalb gemeinsam mit den Firmlingen einen Wortgottesdienst in der Kneipe geplant. Unter dem Motto „Take a chance, make a change and break away” gestalten rund zehn Firmlinge gemeinsam mit GdG-Pfarrer Karl-Heinz Stoffels und mit Unterstützung der jungen Band „Basement“ einen Gottesdienst der besonderen Art in der Imgenbroicher Bodega.

Nicht nur Pfarrer Stoffels, auch Bodega-Inhaber Maximilian Becker zeigte sich sofort begeistert von der Idee. „Ich kenne die Kirche aus meiner Schulzeit. Ich war in einem Internat, habe in einem Kirchenchor gesungen und musste jeden Sonntag in die Messe“, erklärt er. „Ich weiß, wie langweilig es dort sein kann und fand die Idee sehr interessant, den Gottesdienst in eine Kneipe zu verlagern. Deshalb haben wir ja gesagt.“

Um 17 Uhr wird die Bodega geöffnet, um 18 Uhr beginnt der Gottesdienst, den die Firmlinge selbst mit Fürbitten, modernen Liedern, Meditation und einer selbst geschriebenen Lesung gestalten werden. „Wir werden auch die Glocken läuten lassen. Aber einen Altar gibt es nicht“, erklärt Klein.

Sie hofft nun auf zahlreiche Besucher jeden Alters und blickt optimistisch auf die Veranstaltung: „Wir haben eigentlich ausschließlich positive Reaktionen bekommen. Vor allem von älteren Menschen, das hätte ich nicht erwartet.“ Nur eine skeptische Meinung habe es gegeben, die sich nach Erläuterung der Gründe für die Wahl des ungewöhnlichen Ortes aber geändert habe. „Ich denke, dass man sowohl in die Kirche als auch in die Kneipe geht, um sich von einer Last zu befreien. Also warum sollte man nicht an der Theke einen Gottesdienst feiern?“, so Alice Klein.

Auch Fabio Krämer, Gitarrist der Band Basement, ist optimistisch: „Ich habe von vielen gehört, dass sie vorbeikommen wollen. Auch manche Eltern haben sich schon angekündigt.“ Im Anschluss an den Gottesdienst wird er gemeinsam mit seiner Band ein Konzert geben, um den Abend ausklingen zu lassen.

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