Gottes Wort auf dem Parkplatz: Touristengottesdienste weiterhin beliebt

Von: Pia Sonntag
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Auf den bereit gestellten Stühlen oder auch im eigenen Fahrzeug sitzend erlebten die teils von weither angereisten Besucher des Touristengottesdienstes in Schwammenauel am Pfingstmontag die Eucharistiefeier mit Zelebrant Pfarrer Dr. Herbert Kaefer. Foto: Pia Sonntag

Schwammenauel. Zu Pfingsten fand in Schwammenauel ein ganz besonderer Gottesdienst für alle Verkehrsteilnehmer und Autofahrer statt. Schon seit mehr als 50 Jahren stehen an allen Sonn- und Feiertagen in den Sommermonaten Eucharistiefeiern für Ausflügler und Erholungssuchende auf dem oberen Parkplatz in Schwammenauel auf dem Programm.

An sieben dieser Termine zwischen dem 10. Mai und dem 13. September werden die Gottesdienste dabei speziell für Touristen, für alte und kranke Menschen oder für Familien angeboten.

Der Gottesdienst am Pfingstmontag begann um 11 Uhr unter der Leitung von Pfarrer Dr. Herbert Kaefer aus Gemünd und dem assistierenden Diakon Martin Schlicht aus Düren. Die Atmosphäre war trotz des kühlen und etwas trüben Maiwetters sehr harmonisch und lockte auch dieses Jahr zahlreiche Besucher aus der Eifel, aber auch aus Aachen, Düren und Euskirchen an. Selbst aus Köln, Bitburg oder aus den Niederlanden hatten Besucher die weite Anreise in Kauf genommen, um an dem Gottesdienst teilnehmen zu können.

Der Organisator Norbert Stoffers ist für die Gestaltung der Messe schon seit Anfang der 70er-Jahre zuständig und erwartete auch dieses Jahr wieder über 1000 Besucher. Der Grund für die Begeisterung der Leute für den Gottesdienst und die Segnung der Kraftfahrzeuge ist seiner Meinung nach die schöne Stimmung und die Natur, die man bei der Messe erleben kann. Die ersten Besucher waren bereits knapp zwei Stunden vor Messbeginn da, um einen guten Stellplatz zu ergattern.

Anita Offermann aus Konzen kommt schon seit vielen Jahren zur Fahrzeugsegnung und findet besonders die Predigt des Pfarrers Dr. Herbert Kaefer „schön und verständlich“. Abgesehen davon sei es für sie auch „eine angenehme und besondere Erfahrung, bei einem Gottesdienst in der freien Natur zu sein und dabei die frische Luft einzuatmen“.

Alex Braun, Familienvater aus Düren, war mit seiner kleinen Tochter angereist, um ihr eine Alternative zum normalen Gottesdienst zu bieten: „Ich finde die Messe stellt im Vergleich zu einem gewöhnlichen Wortgottesdienst eine ausgezeichnete Abwechslung dar.“

Theo und Gerda Fischer aus Köln sind auch davon überzeugt, dass dieser Gottesdienst in Schwammenauel etwas Besonderes ist: „Wir kommen schon seit zehn Jahren nach hier und finden es sehr geeignet, weil ich unter Parkinson leide und während der Messe im Auto sitzen bleiben kann“, wie Gerda Fischer erzählt. Gehbehinderte hatten während der Messe die Möglichkeit, im Auto die heilige Kommunion zu empfangen.

Einen wesentlichen Beitrag zur schönen Stimmung trug auch der Musikverein „Rurseeklänge“ aus Woffelsbach bei, der bereits zum zweiten Mal für die passenden Klänge sorgte.

Im Mittelpunkt der Eucharistiefeier stand die zum Nachdenken anregende Predigt des Pfarrers Dr. Herbert Kaefer, der an die christlichen Werte wie Nächstenliebe und Gastfreundschaft appellierte.

Die Pfingstbotschaft leben

Zum Pfingstfest stellte der Geistliche die Völkerverständigung in den Vordergrund, lobte die Menschen für ihre Offenheit, aber tadelte auch diejenigen, die sich davor verschließen. Gerade in der derzeit dramatischen Flüchtlingssituation in Europa müsse man christliche Werte zeigen und die Botschaft von Pfingsten vermitteln. Für Pfingsten wünschte sich Pfarrer Käfer, „dass die Kirche sich heute noch so begeisternd und ansteckend zeigen möge wie zur Zeit der Apostel“.

Nach dem Gottesdienst fand dann die Segnung der Kraftfahrzeuge statt, die für viele Besucher eine lieb gewonnene Tradition geworden ist.

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