„Goldener Herbst” lässt die Bilanz der Wirtschaftsförder strahlen

Von: udo
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Aachen/Würselen. Der Jahresrückblick 2010 ist für die Wirtschaftsförderer in der Region durchaus eine schöne Bescherung.

„Der Investitionsstau löst sich auf, so dass sich die Anzahl der Neuansiedlungen von außerhalb der Region gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hat”, sagt etwa Dr. Helmut Greif, der als Geschäftsführer der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Agit angesichts der aktuellen Ansiedlungszahlen entspannter Weihnachten feiert als noch im vergangenen Jahr.

Ganz so euphorisch ist Greifs Geschäftsführerkollege von der für den Altkreis Aachen zuständigen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) mit Sitz in Würselen mit Blick zwar nicht. Aber Dr. Axel Thomas ist durchaus zufrieden. „Gemessen an den Rahmenbedingungen können wir eine erfreuliche Bilanz vorlegen”, sagt er und verweist auf 20 Ansiedlungen beziehungsweise Erweiterungen mit einem mittelfristigen Volumen von insgesamt bis zu 500 Arbeitsplätzen, an denen die WFG in diesem Jahr mitgewirkt hat und die teilweise auch im Portfolio der Agit auftauchen.

Dabei schlagen sich vor allem zwei Ansiedlungen positiv in einem für Thomas und vor allem auch für die Wirtschaftsförderer in Baesweiler und Alsdorf „goldenen Herbst” nieder. So wurde Mitte Oktober in Baesweiler der erste Spatenstich für das neue Distributions-Center des US-Medizintechnikers Cook Medical gefeiert, der 15 Millionen Euro investiert und 60 neue Arbeitsplätze schafft. Und nur wenige Wochen später folgte in Alsdorf mit Xtreme Technologies die „Ansiedlung des Jahres für die Städteregion”, wie Thomas betont. Mit gut 120 Mitarbeitern startete das Unternehmen vor knapp zwei Wochen offiziell die Herstellung hochpräziser Lichtquellen für die Halbleiterproduktion; mittelfristig könnten es sogar 300 werden, hieß es.

Kontakte führten in 38 Prozent der Fälle zur Ansiedlung

Hat die WFG Firmen wie Xtreme (Japan), Cook Medical (USA), MK Oriental Food (Belgien) oder Knein Technische Textilien (Krefeld) mit in die Aachener Region gelockt, schreiben sich die Wirtschaftsförderer auch auf ihre Fahnen, bereits in der Städteregion ansässige Firmen in der Region gehalten zu haben. Ein Beispiel ist für Thomas die ursprünglich in Stolberg ansässige Firma Movomech: „Das Unternehmen hätte die Region verlassen, wenn wir nicht einen passenden Standort in Alsdorf recherchiert und angeboten hätten”, sagt er.

Insgesamt verbuchen Thomas und seine Kollegen auch eine beachtliche Trefferquote: „In 38 Prozent der Fälle wurde aus einem Kontakt mit einem Unternehmen auch eine Ansiedlung”, sagt Thomas und bilanziert: „Diese Quote deutet auch auf ein seriöses Interesse der Firmen hin.”

Trotz dieser Erfolge ist das Krisenjahr 2009 für den WFG-Geschäftsführer, der „verhalten positiv” in die Zukunft blickt, noch lange nicht verarbeitet: „Die Rückgänge aus dem Jahr 2009 sind dieses Jahr noch nicht aufgeholt worden. Wir gehen davon aus, dass dies erst Ende 2012 gelingen wird. Der Rückgang war zu massiv, als dass er in einem Jahr hätte aufgeholt werden können.” Einem Volumenrückgang von rund zehn Prozent stünde bislang ein Wachstum von drei Prozent gegenüber, sagt Thomas und betont, dass viele Industrie- und Dienstleistungsunternehmen im Altkreis wie etwa Automobilzulieferer „vergleichsweise spezialisiert” seien. Die Folge: „Daher werden sie in Krisenzeiten als Nischenanbieter stärker nach unten gezogen, weil ihnen der Ausweichraum in andere Märkte fehlt.”
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