Gold im Visier: Mützenich punktet im Dorfwettbewerb

Von: Heiner Schepp
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Sensen, Dengeln, Heu machen und Pferde beschlagen auf traditionelle Art – die Demonstration alten Handwerks vor dem Dorfmuseum „Uraalt Scholl“ beeindruckte die Jurymitglieder sichtlich. Foto: H. Schepp
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Mützenich hat Zukunft – da steht sie: Die Kinder des Kindergartens sangen mit ihren Erzieherinnen die Dorfhymne „E Dörpche lit em Monscher Land“. Zuvor schon hatten die Schulkinder die Gäste musikalisch begrüßt.
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Mit einem kleinen Festzug wurden die Gäste auf den Dorfplatz geleitet, wo die Turner des TV Mützenich buchstäblich große Sprünge machten.

Mützenich. Wie viel Dorf kann man in 120 Minuten packen? Nun, Mützenich hat am Dienstag den zweistündigen Besuch der Landeskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ genutzt, um ein umfassendes und sympathisches Bild des Venndorfes zu zeichnen. Unter dem Motto „Wir sind Mützenich“ hatte ein neunköpfiges Team alle 15 Vereine und Hunderte Bürger mobilisiert, um den Gemeinschaftssinn und die Zukunftsfähigkeit des Ortes zu demonstrieren.

Der minutiös geplante Besuch der „langgestreckten Streusiedlung Mützenich“ begann jedoch mit einer kleinen Verzögerung, als der Bus mit der Bewertungskommission irrtümlich den Dorfplatz anfuhr, statt der Reithalle im Kleinbüchel. Dort warteten bereits ungeduldig die Grundschulkinder, das Organisationsteam, einige Ehrengäste und viele Mützenicher, um die Besucher musikalisch und mit freundlichen Worten willkommen zu heißen.

In der guten Stube der Sankt-Georgs-Reiter dankte Mützenichs Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz zunächst „meinem Team“, aber auch den vielen Mützenichern, die ehrenamtlich und emsig „auf den heutigen Tag hingearbeitet haben“.

Die Ortsvorsteherin stellte bei ihrer Begrüßung die Natur in den Vordergrund, „die uns wunderbar und einzigartig umgibt und die wir als Geschenk annehmen und nutzen wollen, damit es unser Kinder nicht in die Stadt drängt“, so Huppertz. „Wir wollen nichts anderes als uns mit Gold für den Bundeswettbewerb zu qualifizieren“, schloss die Ortsvorsteherin selbstbewusst.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg sprach von einem buchstäblich stürmischen Empfang und von „authentischem Wetter“, für das man eigens an diesem Tag gesorgt habe. Etschenberg stellte die Grenznähe und das europäische Denken in Mützenich heraus, für das auch der Besuch von Karl-Heinz Lambertz, dem Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Ostbelgien, an diesem Morgen stehe.

Humorvoll erinnerte der Städteregionsrat an Mützenichs bewegte Geschichte, an Kaffeeschmuggel, Vennbahn und Kaiser Karl und verwies auf die touristischen Möglichkeiten, die Mützenich biete. „Sie werden hier heute eine Dorfgemeinschaft mit großer Dynamik erleben, ein Dorf, dass zu feiern versteht und seine Schönheit zu schätzen weiß“, warb Helmut Etschenberg.

Eine Fülle an Informationen hielt dann, wie schon beim Besuch der städteregionalen Jury, Christina Els für die Bewertungskommission bereit. Wieder gliederte die 36-Jährige ihren reich bebilderten Vortrag nach den Kriterien der Ausschreibung: 1. Konzeption und deren Umsetzung, 2. Wirtschaftliche Entwicklungen und Initiativen, 3. Soziales und kulturelles Leben, 4. Baugestaltung und Entwicklung und 5. Grüngestaltung und Dorf in der Landschaft.

Nach umfangreichen Fakten und Fotos hatte Christina Schmitz zum Abschluss ein Bonbon für die Jury: einen zweiminütigen, professionellen Film von Dirk Neuß, an dem rund 500 Bürger mitgewirkt hatten, der humorvoll die Historie des Dorfes darstellte und an dessen Ende 300 Mützenicher auf ihrem Dorfplatz das Wappen bildeten.

Bäuerliche Arbeit

Die folgende Busfahrt führte der Kommission die exponierte Lage des Höhendorfes am Vennrand, aber auch die bauliche Gestaltung und viele schöne alte Häuser vor Augen. Dann ging es nun wirklich zum Dorfplatz, wo Kindergarten, Musikvereine, Turner, Traktoren, Reiter und eine eindrucksvolle Demonstration bäuerlicher Arbeit und Lebensweise vor der „Uraalt Scholl“ warteten. „Gerne hätte die Kommission bei der Rundfahrt noch Steling und Kaiser Karls Bettstatt gesehen, aber das war mit dem großen Bus leider nicht möglich“, bedauerte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Ansonsten aber hinterließ Mützenichs Präsentation wohl Eindruck bei der Kommission, wie die Vorsitzende Annegret Dedden „unabhängig vom Ergebnis“ verriet: „Wir möchten bei der Bereisung sehen, dass sich die Dörfer mit Zukunft präsentieren. Und das haben die Mützenicher hier heute sicherlich bewiesen“, so die Leiterin der von der Landwirtschaftskammer zusammengestellten Fachjury.

Für diese gilt es nun, fleißig Punkte zu vergeben, damit Mützenichs großer Traum vom Landesgold in Erfüllung geht – nach dem Motto: Aller guten Dinge sind drei!

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