Glühwein-Rezept wird gehütet wie ein Staatsgeheimnis

Von: wm
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Insidertipp auf dem Monschauer Weihnachtsmarkt ist der Glühweinstand des Partnerschaftsausschusses der Städte Monschau und Bourg St. Andéol. Nur durch die Einnahmen aus der Glühweinbude sind die vielfältigen Aktivitäten zu realisieren. Foto: Walter Mertens

Monschau. Was hat der Weihnachtsmarkt mit der Partnerschaft der Stadt Monschau mit der südfranzösischen Partnerstadt Bourg St. Andéol zu tun? Nun, für die Einheimischen ist beides schlichtweg nicht zu trennen.

Viele Einheimische besuchen den Weihnachtsmarkt in Monschau eigentlich nur, um an der Glühweinbude des Partnerschaftsausschusses halt zu machen und ein paar Tassen des „Provenzal” zu konsumieren und manche besuchen den Glühweinstand an allen vier Adventswochenenden, sei es mit Arbeitskollegen, mit Freunden oder dem einen oder anderen Verein.

Seit 35 Jahren Freunde

Von Luft und Liebe kann die schon 35 Jahre währende Partnerschaft zwischen Monschau und Bourg St. Andéol nicht existieren. Die Partnerschaft ist lebendig wie nie zuvor, und gerade verweilt eine Gruppe aus der südfranzösischen Stadt in Monschau. Auch der Gegenbesuch im kommenden Jahr ist schon geplant.

Dazu kommen die Partnerschaft der Schulen mit dem jährlichen Schüleraustausch und die Praktikanten aus Monschau und Bourg St. Andéol, die wechselseitig für einige Wochen in der jeweils anderen Stadt arbeiten.

Auch der Austausch auf Vereinsebene ist überaus lebendig. So unterhalten die Musikvereine aus Mützenich und Kalterherberg Freundschaften zu Musikvereinen aus Bourg St. Andéol. Die Kalterherberger Musiker werden sich im kommenden Sommer wieder auf den Weg an die Ardche machen, um mit ihren Freunden von der Harmonie de la Basse Ardche deren 110-jähriges Stiftungsfest zu feiern.

Alle diese Aktivitäten kosten eine Menge Geld, denn leider liegt Bourg St. Andéol nicht mal eben um die Ecke. Mehr als 900 Kilometer beträgt die Entfernung. Die Finanzierung der jährlich stattfindenden Besuche war schon zu Beginn der Partnerschaft ein ständig gegenwärtiges Problem. Der jährliche Streit im Stadtrat um den Haushaltsansatz für die Partnerschaft, damit die verschiedenen Aktivitäten bestritten werden konnten, entstand 1992 die Idee der Glühweinbude.

„Angefangen hat es in kleinem Rahmen, mit 400 Litern”, erinnert sich Hans Funken der Ehrenvorsitzende der Partnerschaft. Mit der stark steigenden Nachfrage nach französischem Glühwein wuchs auch die Ausstattung der Bude. Mit Einkochkesseln, Elektroherden, Mikrowellen, Brotschneidemaschinen, Warmwasserboiler und Heizung ist der Stand bestens ausgerüstet.

Die Vielzahl der Vorbereitungen bewältigen zur Zeit Bernadette Rader als Vorsitzende des Partnerschaftschaftskomitees mit der zweiten Vorsitzenden Eva Felser, sowie rund 50 Helfern, die meisten seit vielen Jahren, die ehrenamtlich Dienst in der „Rotweinvilla” verrichten.

Neben „Vin chaud” dessen Rezept wie ein Staatsgeheimnis gehütet wird, sind Spezialitäten der Ardéche: Salami, Nougat, Honig und Lavendel im Angebot. Die befreundeten Weinbauern der Ardéche verkaufen im Stand neben der Partnerschaft ihre eigenen Weinprodukte. Alle Erlöse aus dem Verkauf des Glühweins fließen in die Partnerschaft. So hilft der Rotwein, besser gesagt, der Glühwein Cote du Rhone der Freundschaft der Städte, finanziell auf die Sprünge.
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