Gibt es ein Müllproblem im Imgenbroicher Wald?

Von: Corinna-Jasmin Kopsch
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Ausgerüstet mit Handschuhen und Säcken sammelt Izabela Rebajn wilden Müll auf, auch an schwierigen Stellen. Foto: Corinna-Jasmin Kopsch

Imgenbroich. Einen alten Autoreifen, große Plastikteile, Teile eines Fahrrades – das alles hat Izabela Rebajn im Waldstück an der Straße Am Lutterbach gefunden. Aus dem Belgenbach hat sie Teile einer Musikanlage, einen Rucksack und Schuhe gezogen.

Die gebürtige Polin lebt seit vielen Jahren in Imgenbroich und liebt die Natur. Bei Spaziergängen fiel ihr auf, wie viel Müll an Wegesrändern und auf Parkplätzen lag. Daher entschloss sie sich, dagegen etwas zu unternehmen – und zog bereits mehrfach los, um den Müll aufzusammeln. Viele Müllsäcke hat sie in den letzten Wochen mit dem gefüllt, was andere in der Natur abladen. „Ich verstehe nicht, wieso manche Menschen ihren Müll nicht mit nach Hause nehmen“, erzählt sie.

Ein Problem scheint zu sein, dass manche eigens zum Wald fahren, um dort ihren Unrat abzuladen – Rebajn fragt sich, „wieso man dann nicht direkt zum Entsorger fährt“. Da manche jedoch nicht so vernünftig seien, habe sie sich dazu entschlossen, selbst „anzupacken“ und zumindest einen Teil des Mülls zu entsorgen.

Innerhalb weniger Wochen sehen der Parkplatz und der Weg, den sie zuvor gesäubert hat, wieder aus wie zuvor, weshalb sie erneut den Unrat entfernt. „Sicher nicht zum letzten Mal“, sagt Rebajn. „Es wäre schön, wenn ich dabei weitere Helfer hätte – alles kann ich allein nicht entsorgen.“ Beispielsweise einen Haufen Bauschutt, der direkt an der Straße entsorgt worden sei. Izabela Rebajn sieht ein weiteres Problem darin, dass im Monschauer Raum weder an Parkplätzen noch an Rastplätzen, an denen Bänke stehen, Mülleimer aufgestellt seien.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter erläuterte auf Anfrage, dass vor Jahren alle Sammelgefäße und Mülleimer an öffentlichen Plätzen und Wegen beseitigt worden seien. Dadurch habe man zusätzlichen Müll vermeiden wollen. „Es gibt immer wieder schwarze Schafe, die ihren Müll durch Wegwerfen entsorgen. Diese Menge hat in den vergangenen Jahren nicht zugenommen, aber es ist natürlich bedauerlich.“ Ritter freut sich über „Ehrenamtler wie Frau Rebajn“, die sich für eine saubere Umwelt engagieren. „Das Engagement von Frau Rebajn ist toll und beispielgebend.“

Bei Voranmeldung stelle die Stadt Monschau Müllsäcke und kostenfreie Abgabemöglichkeiten zur Verfügung. „Bei einer großen Müllsammelaktion, wie von den Ortsvereinen traditionell im Frühjahr organisiert, stellen wir auch Abladesammelplätze zur Verfügung, von wo der Bauhof aus dann den gesammelten Müll entsorgt“, fügt Ritter hinzu. Izabela Rebajn hingegen fragt sich, ob nicht noch andere Vorkehrungen getroffen werden können.

Solange das Problem jedoch bestehe, werde sie weiter Müll aufsammeln gehen. Dies sei manchmal gar nicht so einfach, wenn der Unrat an unzugänglichen Stellen liege. Rebajn hofft, dass sich Andere ein Beispiel nehmen und selbst aktiv den Müll entsorgen. „Und vielleicht kann man die Menschen, die ihren Müll in der Natur entsorgen, zum Umdenken bewegen“, hofft sie.

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