Gewitter haben die Perlenbachtalsperre aufgefüllt

Von: Sarah Maria Berners
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Kirschbäume und Rapsfelder stehen in voller Pracht, der Boden staubt vor Trockenheit - und die Bauern sorgen sich um ihre Saaten. Foto. dpa

Nordeifel. Es ist heiß und es ist trocken. Vielen Landwirten macht das sommerliche Wetter mit seinen kurzen, aber heftigen Niederschlägen zu schaffen. Über die Trinkwasserversorgung in der Region müssen sich die Eifeler aber keine Sorgen machen.

Derk Buchsteiner, Werkleiter beim Wasserversorgungszweckverband Perlenbach, blickt zufrieden auf die Talsperre, die 50.000 Haushalte mit Trinkwasser versorgt, unter anderem die drei Eifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath. Die beiden Unwetter, die vor allem in Monschau einige Schäden angerichtet haben, hätten auch etwas Positives bewirkt: Die Talsperre laufe über.

„Kopfschmerzen hat mir die Lage aber auch vorher nicht bereitet”, sagt Buchsteiner. Zwar sei der Staupegel schon um 60 bis 80 Zentimeter abgesenkt gewesen, „aber Mitte Juli ist das völlig normal. Sorgen mache ich mir höchstens, wenn das schon einen Monat vorher passiert.”

So, wie im Supersommer 2003, wo die Talsperre schon Anfang Juni einen Unterstau verzeichnete und es auch in den Folgemonaten sehr wenig geregnet hat. „Es wird erst eng, wenn es drei Monate überhaupt nicht regnet”, erklärt Buchsteiner. Wenn das Wasser in der Perlenbachtalsperre einmal knapp werden sollte, ist sie mit der Oleftalsperre durch eine sogenannte „Notleitung” verbunden.

Derzeit besteht laut Buchsteiner aber keinerlei Grund zur Sorge. Diese Einschätzung teilt auch Joachim Lange, der beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER) für das Messwesen und die Speicherwirtschaft zuständig ist. „Bisher stellen wir keine außergewöhnliche Entwicklung fest”, betont der Fachmann. Die Wasserstände in Flüssen und Talsperren bereiten ihm kein Kopfzerbrechen. Schließlich passiere so etwas alle Jahre wieder. Die Rur in Monschau wies am Freitagmittag einen Pegel von 15 Zentimetern auf, einen Wert also, der noch oberhalb der Einstufung als Niedrigwasser gilt, und der im vergangenen Jahr der Tiefstwert im Juli war. „Wir wirtschaften mit so vielen Wassermassen, dass die derzeitige Verdunstungen in die Kategorie der sprichwörtlichen Peanuts fallen.”

„Unsere Vorfahren haben mit der Anlage eines gut geplanten Talsperrensystems dafür gesorgt, das die Bevölkerung und Industrieunternehmen von derartigen Wetterkapriolen nicht beeinflusst werden”, betont Lange. Die Vorfahren hätten damals in sehr kurzer Zeit auf einen erhöhten Wasserbedarf reagieren müssen. Heute hätten die Fachleute deutlich mehr Zeit, um auf einen sich langsam entwickelnden Wandel des Klimas zu reagieren.

Während die heftigen Unwetter die Perlenbachtalsperre aufgefüllt haben, seien diese für das Talsperrensystem des WVER nicht relevant gewesen. „Für dieses große System ist das ein Wimpernschlag. Wir ernten unser Wasser im Winter, und damit kommen wir länger als ein Jahr hin”, erklärt Lange. Erst wenn einem regenarmen Sommer ein trockener Herbst und ein trockener Winter folgen würde, könnten in den Monaten darauf Engpässe entstehen. „Aber momentan werden die Winter ja eher nasser.”

Nicht nur die Wasservorräte in den Talsperren, sondern auch die in den Supermärkten beschäftigen die Eifeler. Erste Kunden haben schon Hamsterkäufe getätigt und sich einen Wasservorrat angelegt. Volle und leere Kästen stapeln sich in den Haushalten. „Noch ist alles im grünen Bereich”, erklärt Michael Rieck vom Rewe-Markt in Simmerath. „Wir bekommen derzeit noch alles, was wir bestellen.” Allerdings hätten die Zulieferer mitgeteilt, dass das in den nächsten Wochen vielleicht nicht immer möglich sei. „Das Problem ist vor allem die Verfügbarkeit der Leerrahmen”, erklärt Rieck. Die brauchten die Händler, um die Flaschen in die Märkte auszuliefern. Deswegen raten Getränkezulieferer, auch einzelne Kisten in den Märkten abzugeben. Verdursten jedenfalls muss niemand. Wasser, Saft, Bier und Softgetränke wie Limo und Cola gibt es noch satt und genug. Vor allem in Glasflaschen.
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