Gewerkschaft und Medizinisches Zentrum ringen um Tarifvertrag

Von: udo
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Würselen. Kalte Küche statt warmes Essen oder Staubflocken in den Patientenzimmern - noch ist das keine Realität. Aber wenn die Tarifgespräche für die rund 180 Mitarbeiter der Service GmbH des Medizinischen Zentrums (MZ) platzen sollten, könnte es am Krankenhaus in Würselen zu einem Arbeitskampf kommen.

Und betroffen wäre wohl nicht nur das MZ, betroffen wären auch Schulen und Kindergärten, denen die Service GmbH das Mittagessen liefert.

„Noch sind die Tarifgespräche von Arbeitgeber oder Gewerkschaft nicht für beendet erklärt worden”, betont Robert Dahmen, der Geschäftsführer der 100-prozentigen MZ-Tochter ist. Und der Aufsichtsrat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass nochmals das Gespräch gesucht werden soll. Und zwar schnell. Doch ob beide Seiten in der Adventszeit zueinander finden, ist fraglich.

„Es gibt unterschiedliche Auffassungen”, sagt Dahmen. „Wir lassen uns keine Pistole auf die Brust setzen”, sagt Harald Meyer, der für Verdi in der Tarifkommission sitzt und betont, dass der Arbeitgeber auf verschiedene Gesprächsangebote bislang nicht reagiert habe.

Dabei geht es den Gewerkschaftern und den Beschäftigten aus Bereichen wie Reinigung und Catering darum, erstmals eine einheitliche Tarifbindung zu erreichen. Derzeit werden sie noch nach Tarifen der IG Bau und der NGG entlohnt, nun wollen sie einen an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) angelehnten Abschluss.

Als Beispiel nennt Meyer die Bundesknappschaft, die am MZ zu 50 Prozent beteiligt ist und den Beschäftigten ihrer Tochter-Gesellschaft DSL seit einem Jahr am TVöD orientierte Leistungen bezahlt.

Dem steht das MZ zwar offen gegenüber. Doch anders als die Gewerkschaft will Dahmen mit Blick auf die jährlichen Mehrkosten von rund 600.000 Euro einen Abschluss nicht sofort, sondern in mehreren Schritten - was für Verdi nicht akzeptabel ist.

Eine verfahrene Situation, für die Dahmen einen Ausweg sieht: „Ein Beitritt zur Dehoga wäre rechtlich möglich.” Über den Arbeitgeberverband fürs Hotel- und Gaststättengewerbe würde für alle Mitarbeiter der NGG-Flächentarifvertrag gelten.

Für Verdi-Bezirkssekretär Stefan Jungheim wäre dieser Schritt eine „klare Kampfansage”. Abgesehen vom Tarifniveau, das sich gegenüber dem derzeitigen Stand nicht ändern würde, ist für den Gewerkschafter klar: „Wir haben bei der Dehoga nichts zu suchen. Wir würden diesen Schritt juristisch prüfen lassen.”
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