Gesuchte Person wollte nur allein sein

Von: P. St.
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Steckenborn. Ein für den kleinen Ort Steckenborn nicht alltäglich großes Aufgebot an Rettungskräften fand sich am Dienstag nachmittag Im Birkenschlag Richtung Weidenbachtal ein.

Nachdem ein Landwirt im Wald eine Person gesehen hatte, die ihm verdächtig erschienen war, hatte er die Polizei alarmiert. Der Landwirt, der mit seinem Traktor unterwegs war, gab gegenüber der Polizei an, dass er an einem Baum hockend eine Frau angetroffen habe, die ihm Sorge bereite. Die Person mache einen leicht verwahrlosten Eindruck, sei mit einer Vielzahl von Plastiktüten unterwegs und sei möglicherweise auch am Bein verletzt.

Vorsichtshalber rückte die Polizei mit zwei Streifenwagen und Ersthelfer mit zwei Rettungsfahrzeugen aus. Die Person aber hatte sich jedoch zwischenzeitlich entfernt; dem Landwirt war es nicht gelungen, der Frau auf der Spur zu bleiben.

Zwischenzeitlich tauchten Gerüchte auf, dass es sich bei der Gesuchten um jene 81-jährige demenzkranke Bewohnerin eines Aachener Altenheims handeln könnte, die am Tag zuvor als vermisst gemeldet worden war.

Am späten Nachmittag dann des Rätsels Lösung. Offenbar hatte es sich um eine Fehleinschätzung der Situation gehandelt. Die gesuchte Person wurde von der Polizei im Wald zwischen Steckenborn und Rurberg angetroffen. Die 50-Jährige erklärte den erstaunten Beamten allerdings, dass sie nicht gefunden werden solle, sondern ihre Ruhe haben wolle und deshalb die Flucht ergriffen habe.

Die Frau, die zuletzt mit Wohnsitz in Köln gemeldet war, gab an, dass sie seit 20 Jahren obdachlos sei und sie an diesem Zustand auch nichts ändern wolle, sondern weiterhin am liebsten ungestört durch die Wälder streifen möchte. Die Frau konnte sich klar ausdrücken, und betonte, dass ihr Leben in dieser Form „bewusst und gewollt” sei. Die Polizei hatte die gleiche Frau bereits Anfang des Jahres schon einmal angetroffen. Daraufhin ließ man sie ungestört weiterziehen.

Für zusätzliche Aufregung hatte während der kleinen Suchaktionen ein zwischenzeitlicher Verkehrsunfall auf der L128 zwischen Steckenborn und Woffelsbach ganz in der Nähe des Einsatzortes gesorgt. Hier war ein 20-jähriger Motorradfahrer aus Hellenthal in einer Kurve gestürzt und hatte sich dabei Verletzungen zugezogen.

Wie sich herausstellte, hatte ein Freund den jungen Zweiradfahrer dabei fotografiert, wie dieser möglichst elegant die Kurven durchfuhr. Dabei war es zu dem Sturz gekommen. Motorradfahrer zu fotografieren ist grundsätzlich nicht verboten, doch überprüfte die Polizei vorsichtshalber die in der Kamera eingelegt Speicherkarte.

Der 20-jährige Unfallfahrer kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.
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