Geschichte macht Schule: Heikles Thema offen diskutiert

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Der Lammersdorfer Heimatforscher und Buchautor H. Jürgen Siebertz referierte an der Monschauer Mädchenrealschule St. Ursula über die NS-Zeit in der Nordeifel.

Monschau. Seit 1996 wird bundesweit an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz (heute Owicim, Polen) erinnert. Dieser jährliche Gedenktag wurde vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog auf den 27. Januar festgelegt.

Auch die UNO gedenkt an diesem Tag der ca. sechs Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Für die Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau ist dieser Tag schon seit Jahren ein Anlass, der von den Häschern des NS-Staates ermordeten Millionen Juden zu gedenken. So fanden sich auch am vergangenen Mittwoch drei Abschlussklassen im Gemeinschaftsraum der Schule ein, um gemeinsam eine besinnlich-kritische Betrachtung der furchtbaren Ereignisse jener Zeit vorzunehmen.

Für diesen Tag hatte die Schule den Lammersdorfer Heimatforscher und Buchautor H. Jürgen Siebertz eingeladen, der in einem Power-Point-Vortrag über das Leben der Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus berichtete. Im Fokus stand die Frage, ob es auch Nationalsozialisten im Monschauer Land gegeben hätte. „Aber sicher“, so Siebertz, „es gab sie überall in Deutschland und nicht nur das, auch in einigen Nachbarländern stand eine Vielzahl von Einwohnern dem Nationalsozialismus positiv gegenüber“.

Es sei allerdings immer noch ein heikles Thema, so führte er aus, über das noch nicht frei gesprochen würde. Die Zeit des sogenannten „Dritten Reiches“ gehöre aber genauso zur deutschen Geschichte wie andere epochale Ereignisse. Darum sei es quasi eine demokratische Pflicht jeder weiterführenden Schule, diese Zeit im Geschichtsunterricht zu behandeln.

Im Verlauf seines Vortrages berichtete Siebertz über die Tatsache, dass sich der NS-Bazillus auch in den idyllischen Eifeldörfern eingenistet und durchgesetzt habe. Das Thema stieß bei den anwesenden ca. 90 jungen Damen auf so großes Interesse, dass sie gespannt dem Vortrag des ehemaligen Sonderschullehrers lauschten und auch nach der Präsentation noch eine Menge Fragen hatten.

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