Geschichte der Belgenbacher Mühle korrigiert

Von: M. S.
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Die Belgenbacher Mühle heute, wie sie Wanderer, Natur- und Geschichtsfreunde weit über Eifelgrenzen hinaus kennen und lieben. Sie wurde, anders als es zahlreiche Publikationen schildern, aber nicht 1306, sondern erst 1544 erstmals urkundlich erwähnt. Das einen Kilometer entfernte „Mühlchen in der Nähe des Hofes Lutterbach”, längst im Treibsand der Zeit verschollen, findet sich dagegen nachweislich schon in den Annalen von 1306. Foto: Manfred Schmitz

Nordeifel. Ganze Generationen Nordeifeler Heimatforscher, alle mit guten und glaubhaften Argumenten, waren sich nach ausgiebigen Recherchen in langen Abhandlungen stets uneins: Welches war die erste Getreidemühle des Montjoier Landes und wo stand sie?

Bei manchen Historikern herrschte die Meinung vor, die im Jahre 1306 erstmals urkundlich erwähnte, älteste Mühle „Eygenscheidt in der Belgenbach” sei identisch mit dem heute privat genutzten, einstigen Getreidemahl- und Sägewerk und später vom unvergessenen „Eifelpfarrer” Josef Bayer zum katholischen Jugendheim ausgebauten Gebäudekomplex.

Der im Volksmund „Eicherscheider Mühle” genannte Mehlerzeuger zum täglichen Brot ist inzwischen ein historisches Kleinod, idyllisches Ausflugsziel für Wanderer und Eifeltouristen inmitten unberührter Natur.

Doch das einschließlich einer benachbarten schmucken Kapelle vorbildlich erhaltene Anwesen liegt, anders als sein Name vermuten lässt, auf Imgenbroicher Gebiet, wenngleich das auf Eicherscheider Boden errichtete Gotteshäuschen von der Eicherscheider Pfarrgemeinde Sankt Lucia betreut wird.

Schon 1908 berichtet

Freilich: Mit der 1306 bezeichneten steinernen Zeitzeugin ist die jetzige „Escher Mölle” absolut nicht identisch, entgegen mehrerer gegenteiliger Thesen, aufgestellt in durchaus seriösen Diskursen ihrer Epoche.

Schon 1908 berichtet Autor Laumanns in einer „Geschichte des Montjoier Landes”, dass „in der Nähe des Hofes Lutterbach ein Mühlchen war, welches von den vereinigten Bächen Lutterbach und Belgenbach das Wasser erhielt. Die jetzige Eicherscheider Mühle liegt viel tiefer am Belgenbach”.

Die Quellen seines literarischen Schaffens gab Laumanns aber nicht preis. Doch in der Tat: die „Ur-Mühle” samt Wasserspeicher befand sich auch laut fundierten, neueren Erkenntnissen einen Kilometer bachaufwärts von der vermeintlichen ersterbauten Schwester, nahe des heutigen Wanderparkplatzes Belgenbacher Brücke, auf halbem Weg zwischen Imgenbroich und Simmerath.
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