Geröll meterhoch: Jahrhundertregen spült ganze Straßen weg

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
geröllbild
Nur noch aus Geröll bestand die alte Straße zwischen Höfen und Perlenau nach dem Unwetter. Die Sturzbäche transportierten nach dem Gewitter Steine und Wurzeln ins Tal. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. „So etwas haben wir noch nie erlebt.” In dieser Einschätzung waren sich die Menschen in Höfen und Monschau einig, nachdem am Samstag nachmittag ein Jahrhundertregen über der Eifel niedergegangen war. In Höfen wurde mit 88,2 Litern pro Quadratmetern in einer Stunde ein neuer Rekord gemessen. Der bisherige Höchstwert lag bei 60,2 Litern.

Vom Höhenort Höfen stürzten die Fluten dann hinunter ins Tal. Nicht nur die Altstadt Monschau wurde stark in Mitleidenschaft gezogen, Geröllmassen schoben sich vor allen hinunter nach Perlenau.

In Höhe der Betriebsgebäude des Wasserwerks Perlenbach lagen die Geröllberge, vermischt mit Wurzeln und Baumstämmen, meterhoch auf der alten Straße nach Höfen. Die Fahrbahn wurde auf dem Teilstück bis zur Brücke fast komplett weggerissen und bleibt für längere Zeit gesperrt.

Die Geröllmassen schoben sich bis weit hinein in den Hof der Wasserwerks. Hier wurde bereits unmittelbar nach dem Unwetter mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. Bis auf weiteres gesperrt bleibt auch zum Teil die Straße Lauscherbüchel am Ortsrand von Mützenich. Im Bereich des Tunnels ist die Fahrbahn massiv unterspült und zum Teil abgetragen worden.

„Wir sind noch lange nicht durch”, sagte am Montagnachmittag Franz-Karl Boden von der Stadt Monschau nach einer ersten Schadensbilanz. Rund 60 Einsätze mussten die Monschauer Löschgruppen fahren. Vor allem in Höfen und der Altstadt Monschau gab es zahlreiche Wassereinbrüche.

Höchste Gefahrenstufe herrschte auch am Montag noch am unteren Kalk in Monschau, wo sich ein Ferienhaus im Steilhang nach Unterspülung rund 1,50 Meter weit talwärts bewegt hatte. Das mit Holzstützen provisorisch abgefangene Gebäude aber ist nicht mehr zu retten. Bereits am Dienstag wird mit den Abriss-Arbeiten behonnen. Das Haus wurde im Jahre 1909 erbaut, und noch im vorigen Jahr feierten die Besitzer aus Frechen das 100-jährige Bestehen - bis ein Jahr später der Jahrhundertregen kam ...

Ein Statiker hatte dem Haus keine Chance mehr gegeben. Bevor mit den Abbrucharbeiten begonnen wurde, wurde allerdings noch ein Bodengutachter hingezogen.

Seit Samstag gesperrt ist ab Brauerei auch die neue Herbert-Isaac-Straße, da ständig die latente Gefahr besteht, dass das Haus plötzlich seine Standsicherheit verliert. Massive Schäden gab es auch auf der Bergstraße in Monschau. Nachdem von der Umgehungsstraße zwei schwere Linden in den Hang gestürzt waren, musste die Straße gesperrt werden.

Weitaus ruhiger war die Einsatzbilanz in der Gemeinde Simmerath. Gemeindewehrführer Jürgen Förster spricht von insgesamt 16 Einsätzen. Einen Schwerpunkt gab es in Rurberg, wo das Gewitter eine doppelte Runde über den Rursee drehte. Die Straße Seeufer musste zeitweise wegen Überflutung gesperrt werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert