Schmidt - Gerda Huben hängt den Kittel nach über 50 Jahren an den Nagel

Gerda Huben hängt den Kittel nach über 50 Jahren an den Nagel

Von: ale
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Über 50 Jahre war das Geschäft für Gerda Huben ihre Lebensaufgabe: Nun gibt sie ihr Geschäft ab. Georg Zumbrägel ist ihr Nachfolger. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. Man kann weiterhin „an Pittsches“ einkaufen, große Erleichterung herrscht in Schmidt darüber, dass das Traditionsgeschäft erhalten bleibt. Im „Unterdorf“, an der Heimbacher Straße eröffnete schon vor dem Krieg Clara Claßen geb. Lauscher ihr Lebensmittelgeschäft, hier wuchs ihre Tochter Gerda auf und war von Kindesbeinen an mit dem Laden vertraut.

Sie absolvierte dort ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. „Der Laden sah ganz anders aus als heute. Es gab große Schubkisten, Mehl und Zucker wurden lose verkauft und in Tüten abgefüllt, Hering gab’s aus der Tonne“, erinnert sich Gerda Huben.

In den 50er Jahren zählte man in den Ortsteilen von Schmidt insgesamt acht Lebensmittelgeschäfte, das Sortiment war sehr begrenzt und bestand hauptsächlich aus Grundnahrungsmitteln. Über 50 Jahre hat Gerda Huben in diesem Geschäft ihre Lebensaufgabe gesehen, 1971 übernahm sie die Leitung.

Viele Veränderungen erlebt

Als in den 70er Jahren ihre drei Söhne zur Welt kamen, war sie froh über zuverlässige Unterstützung aus der Familie. Viele erforderliche Modernisierungsmaßnahmen wurden nach und nach durchgeführt, vom Addieren auf dem Schreibblöckchen über die Rechenmaschine und Registrierkasse bis zur Scannerkasse hat Gerda Huben alles miterlebt.

Die Selbstbedienung wurde eingeführt, natürlich wurde auch das Sortiment verändert und erweitert, Tiefkühlprodukte und eine große Getränkeabteilung kamen hinzu sowie Zeitschriften, Schreibwaren, Büro-, Deko- und Hygieneartikel. Der Name „Pittsches“ kommt übrigens von einem Peter, der vor den Claßens hier gewohnt hat.

Als man nun im vorigen Jahr in Schmidt immer wieder hörte, dass Gerda Huben in den verdienten Ruhestand gehen wollte, waren viele Kunden sehr besorgt, was wohl aus dem Laden werden würde. Es gab immer wieder beunruhigende Meldungen aus dem Monschauer Land über Lebensmittelgeschäfte, die schließen mussten. Man wollte die geschätzte Einkaufsmöglichkeit im Dorf nicht missen, hier ist außerdem eine Poststelle, und im Eingang befindet sich sozusagen eine Informationszentrale mit lauter Botschaften von Vereinen und Privatpersonen.

„Es wird weitergehen“, versprach Gerda Huben ihrer Kundschaft Ende des Jahres, sie hatte einen Nachfolger gefunden. Georg Zumbrägel wird ab dem 2. Mai das Lebensmittelgeschäft übernehmen, er ist gelernter Koch und betreibt einen Party-Service; das bewährte Team wird er weiter beschäftigen. „Es wird einen fließenden Übergang mit neuen Ideen geben“, kündigt Georg Zumbrägel an, „die Sortimentsoptimierung birgt noch Potenzial.“

Gerda Huben hängt dann ihren Kittel an den Nagel. „Ich werde mich daran gewöhnen müssen, Lebensmittel einzukaufen“, sagt sie schmunzelnd, „ich war mit Leib und Seele Verkäuferin, aber der Abschied fällt mir nicht schwer. Es war ein sehr erfülltes Arbeitsleben, doch nun darf es etwas ruhiger werden, ich habe viele Hobbys und freue mich darauf, mehr Zeit zu haben.“

Auch ihr Ehemann Martin, der sie stets unterstützt hat, freut sich, wenn nicht mehr das Geschäft ihr Leben bestimmt.

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