Gerd Heilmanns läuft mit 82 Jahren seinen 21. Monschau-Marathon

Von: M. S.
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Gerd Heilmann (2.v.r.) freut sich auf den Marathon. Mit an seiner Seite: Ehefrau Maud (2.v.l.), Karl-Heinz Plum (Leichtathletikwart der Städteregion (Mitte)) und das Hotelier-Ehepaar Gillessen (l. und r.). Foto: Schmitz

Nordeifel. Er ist in der Welt der internationalen Langstrecken-Sportlerfamilie seit Jahrzehnten zu Hause, wird am kommenden Sonntag seinen insgesamt europaweit bestrittenen 66. Marathon souverän unter die Renn-Schuhsohlen nehmen.

Und die aufgrund ihrer Schwierigkeitsgrade berühmt-berüchtigte Nordeifeler Königsstrecke ist längst zur Lieblingsdistanz des Hamburgers Gerd Heilmann avanciert. Begleitet von seiner Frau Maud (85), früher ebenfalls mit dem Leichtathletik-Virus infiziert, bereitet sich der 82-jährige pensionierte Feinmechaniker derzeit auf seinen 21. Monschau-Marathon in Folge vor.

Die Eheleute Heilmann nehmen ihr Quartier stets im Konzener Hotel-Restaurant „Jägersruh“ ein, wo sie sich „wie zu Hause“ fühlen. „Gerd und Maud sind wie vertraute Onkel und Tante für uns“, sagen die Wirtsleute Bernd und Monika Gillessen. Der Hansestädter kam durch eine Gruppe Ausdauerkameraden auf den „landschaftlich reizvollsten, wenngleich schwierigsten Marathon zwischen Alpen und Nordsee.“

„Wir fanden beim Rennen in unserer Heimatstadt ein Einladungsprogramm zum Monschauer Lauf. Ich musste auf der Landkarte erst einmal nachschauen, wo die Eifel und Monschau überhaupt liegen.“ Gesucht, gefunden und für ein Läuferleben liebgewonnen! Die Eheleute bereiten sich locker, mit leichten Trainingseinheiten und entspannt auf Gerds großen Einsatz vor. Maud sekundiert. Ihr Ehemann hat die Pisten von Kopenhagen, Stockholm, London, Paris ebenso erfolgreich gemeistert wie inländische Herausforderungen, Berlin, Köln oder Frankfurt/M. etwa.

Mit Leichtathletik groß geworden

Heilmann, mit Leichtathletik groß geworden, schaut unterwegs nicht auf die Uhr: „Ich teile mir mein Pensum geruhsam ein. Persönliche Bestzeiten interessieren mich nicht, der Weg ist das Ziel!“ Gerd zieht es vor, „die herrliche Eifellandschaft zu genießen.“

Früher, sagt er, sei die Atmosphäre beim MonMa freilich gelassener gewesen, jetzt herrsche viel Hektik. Auch versteht der Norddeutsche nicht, „dass wir Aktiven anderswo bereits Freitag vor dem Wettkampf unsere Startunterlagen erhalten, in Monschau aber erst Samstagmittag“.

Zudem quälten sich durch die schmalen Gassen der Innenstadt zu viele Autos und Motorräder. Beim Schaufenster- oder Kneipenbummel würden den Passanten schlicht „die Hacken abgefahren“. Gastwirt Gillessen fügt Kritik aus seiner Sicht hinzu: „Es ist nicht ratsam, die Klassik-Festspiele parallel zum Marathon zu inszenieren. Beide Events haben ein Publikum, das aufgrund verschiedener Veranstaltungsziele und –zeiten auch unterschiedlichen Aufenthaltszyklen in der engen Rurstadt folgt“.

Die Eheleute Heilmann betonen, „dass wir unsere Beine nicht nur als Körperstützen brauchen, wir erkunden die herrliche Eifellandschaft per Pedes immer wieder faszinierend neu“. Die Elbestädter sind von den „traumhaft gepflegten Dörfern und Buchenhecken, in Höfen etwa, immer wieder begeistert“. Und nicht weniger von ihrer sportlichen Passion: „Beim Langlauf sind alle Generationen vertreten, der Opa schnauft neben seinem Enkel – wo gibt es das Miteinander der Generationen sonst noch?“ Der Monschau-Marathon und sein die Menschen verbindendes Rahmenprogramm: „Von diesem beeindruckenden Erlebnis zehren wir das ganze Jahr!“

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