Geplanter Aldi-Markt: Bürgerinitiative schöpft Hoffnung

Von: Ernst Schneiders
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Diese Wiese ist der Stein des Anstoßes. In einem älteren Gutachten heißt es, an der Bundesstraße sei großflächiger Einzelhandel wegen Platzmangels nicht möglich. Nachdem jedoch diese Wiese „aktiviert” worden ist, reicht, so ein jüngeres Gutachten, der Platz für großflächigen Einzelhandel aus. Links im Bild das Haus von Waltraud und Lutz Heisterbaum. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Egon Schreck von der ZVM in Eschweiler und Projektentwickler für den Aldi an der unteren Bundesstraße in Roetgen kritisiert die Fragebogen-Aktion der Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung des Discount-Marktes an dieser Stelle.

In dem Fragebogen werde der Eindruck erweckt, als solle der Aldi-Markt „in die Gärten der Anwohner der Offermann- und Hofstraße gesetzt werden”. Das sei, so Egon Schreck, bei weitem nicht der Fall. Überdies werde suggeriert, für Aldi gebe es ein Zurück zum Vennhof an der Faulenbruchstraße. Egon Schreck: „Der Vennhof ist für Aldi definitiv kein Thema mehr.”

Das von Lutz Heisterbaum hinzugezogene Gutachten, wonach das Terrain an der Bundesstraße 38-40 für großflächigen Einzelhandel nicht geeignet sei, ist nach Egon Schrecks Darstellung nicht mehr aktuell. Ein neues Gutachten belege, dass „durch die Aktivierung” eines weiteren Grundstücks, womit die Wiese hinter der Brache gemeint ist, nunmehr großflächiger Einzelhandel möglich sei.

„Mit einem Federstrich”

Genau um diese Wiese geht es auch den betroffenen Bürgern im Quartier rund um die Offermannstraße, denn ohne diese Wiese wäre für einen Aldi-Markt dort nicht hinreichend Platz. Während man zuvor eine erlaubte Bautiefe von etwa 40 Metern festgelegt habe, sei diese Bautiefe „mit einem Federstrich” auf 100 Meter erweitert worden, kritisieren Anwohner Lutz Heisterbaum und andere.

Dass die Betroffenen das subjektive Empfinden haben, der Aldi-Markt werde in ihren Garten gesetzt, ist nachvollziehbar, auch wenn das objektiv nicht der Fall ist. Da tröstet es die betroffenen Anwohner auch nicht, dass im Gegensatz zum Aldi-Markt in Imgenbroich erheblich größere Abstände zu den Privatgrundstücken eingehalten werden. Auch darauf weist Egon Schreck hin.

Für die Anwohner ist selbst das noch „viel zu nah”. Lutz Heisterbaum: „Wenn die Gemeinde es bei der Bebauung der Brache direkt an der Bundesstraße belassen hätte, würde sich hier kein Mensch aufregen.”

Ein Disput zeichnet sich auch wegen des von Heisterbaum ermittelten Wertverlustes „30 Prozent plus X” ab. Egon Schreck kennt dieses Berechnungsmodell nicht und zweifelt es an. Wenn es stimme, sei es nicht zu erklären, dass sich hinter dem Norma-Markt an der Bundesstraße so viele Familien angesiedelt hätten.

„Präzedenzfall”

Im Unterschied zur Aldi-Ansiedlung wussten die Anwohner allerdings, worauf sie sich einlassen, denn der Norma-Markt war zuerst da, so unsere Informationen.

Ein von der Bürgerinitiative in Auftrag gegebenes Gegengutachten liegt mittlerweile vor und macht den betroffenen Anwohnern Hoffnung, das schier Unausweichliche noch abwenden zu können. Der Anwalt der Initiative habe sich bereits mit der Gemeinde ins Benehmen gesetzt und auf einige Widersprüchlichkeiten und Unvollständigkeiten, beispielsweise in Bereich Verkehr, hingewiesen.

Heisterbaum: „Der Gemeinde scheint auch nicht klar zu sein, dass sie mit der Aldi-Ansiedlung einen Präzedenzfall schafft, indem sie Bauen in zweiter Reihe zulässt.” Jeder könne demnächst bei der Gemeinde auf „gleiches Recht für alle” pochen. Jedenfalls ist Lutz Heisterbaum sicher, dass Rat und Verwaltung „noch Schwierigkeiten bekommen”.

Dessen ungeachtet, gehen die Arbeiten am Aldi-Projekt im Rathaus „mit Hochdruck” weiter, wie wir aus der Verwaltung erfahren haben. Auch wenn der Rat noch nicht ausdrücklich beschlossen habe, so stehe inzwischen fest, dass es für die Mehrheit des Rates und für Aldi „keinen Zweifel” mehr an diesem Standort gebe.
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