Genug Schüler für die Sekundarschule?

Von: mv/ess
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Die Elwin-Christoffel-Realschu
Die Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau ist eine der Schulen, die bei einer Sekundarschule im Verbund der Kommunen Hürtgenwald-Monschau-Simmerath aufgelöst werden.

Nordeifel. Wird eine Sekundarschule mit den drei Standorten Hürtgenwald, Simmerath und Monschau funktionieren? Wird es genügend Eltern geben, die ihre Kinder in diese Schule schicken? Diese Fragen hat sich in den letzten Monaten die Projektgruppe „Bildung und Region” (Biregio) -mit Wolf Krämer-Mandau an der Spitze gestellt. Mit einem besorgniserregenden Ergebnis.

Beauftragt wurde Biregio von den Gemeinden Hürtgenwald, Simmerath und Monschau, deren Kommunalpolitiker letztlich entscheiden müssen, ob es die Sekundarschule an drei Standorten einmal geben wird oder nicht.

Bei der Schulentwicklung ist zuvorderst die demografische Entwicklung zu berücksichtigen. Biregio hat Schülerzahlen, die Anzahl der Klassen, Klassenfrequenzen, Anteile der Jungen und Mädchen und Anteile von Kindern mit ausländischen Pässen sowie Pendelbewegungen analysiert.

380 Schüler pro Jahr

Über die Jungen und Mädchen, die in den nächsten sechs Jahren aus den Grundschulen kommen und sich auf die weiterführenden Schulen verteilen, sagt Biregio folgendes: 380 Schüler aus der Region wechseln pro Jahr von der Grundschule in die Sekundarschulen (100 in Monschau, 80 in Roetgen, 130 in Simmerath und 70 in Hürtgenwald).

Abgerechnet werden die Kinder, die zum Gymnasium gehen und die zu Schulen in anderen Orten auspendeln. Hinzugerechnet werden Kinder, die von anderen Orten als Monschau, Simmerath und Hürtgenwald einpendeln. Abgerechnet werden dann wieder die Kinder, die in Monschau die St. Ursula-Mädchenrealschule besuchen. Und so kommen die Fachleute auf nur 153 Kinder pro Jahrgang und auf 6,1 Parallel-Klassen à 25 Schüler. Bei drei Sekundarschulen wären dies 51 Kinder pro Standort und zwei Parallelklassen à 25 Schüler.

Und das ist noch positiv gezeichnet, denn es ist mittelfristig mit weniger Geburten zu rechnen, als in den letzten sechs Jahren.

„Optimalverteilungsschlüssel”

Um die gute Verteilung aller Kinder auf die drei Standorte zu erreichen, müssten „Optimalverteilungsschlüssel” dirigistisch durchgesetzt werden, steht in der Analyse. Das bedeutet: Alle durchschnittlich 50 Schüler aus Hürtgenwald gehen auch wirklich nach Hürtgenwald und nicht etwa einige nach Kreuzau, Düren oder Simmerath. Alle 52 aus Simmerath gehen auch wirklich nach Simmerath und nicht etwa einige nach Monschau. Und alle 51 Kinder aus Monschau und Roetgen gehen nach Monschau.

Die Studie rät, daran zu denken, dass gerade im Raum Hürtgenwald, Simmerath, Monschau die Beliebtheit der Gymnasien und Gesamtschulen steigt. Außerdem sei auch langfristig nicht damit zu rechnen, dass es für die drei Standorte besonders viele Einpendler geben werde. Die Städteregion Aachen, die Kreise Düren und Euskirchen seien bestens mit allen Schulen versorgt.

Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch meinte gleichwohl: „Im Moment gehe ich davon aus, dass die Schule kommt.” Man werde sicher Kinder von außerhalb aufnehmen können. Und: „Wir werden eben mit anderen Schulen in einen Wettbewerb treten und müssen überzeugen.”

Am Montag waren Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sowie ihre Kollegen aus Hürtgenwald, Simmerath umnd Roetgen, Axel Buch, Karl-Heinz Hermanns und Manfred Eis, auf Einladung der Landtags-Grünen in Düsseldorf, um über das gemeinsame Projekt zu sprechen. Margareta Ritter wertet diese Einladung kurz vor den Sommerferien als ein positives Signal.

Die Kommunen hätten ihre Hausaufgaben gemacht, „belastbare Zahlen” seien in die Planungen eingeflossen, der politische Wille an den drei Standorten sei klar und eine Ausnahmeregelung, wie von der Bezirksregierung angedeutet, rücke näher. Demnach wäre es möglich, in Hürtgenwald, Simmerath und Monschau ortsnah zu unterrichten, jeweils zweizügig mit Klassen à 25 Kindern. Ritter: „Dann hätte jeder etwas. Jede Kommune wäre Schulstandort.”

„Auslaufende Auflösung”

Roetgen, wenn auch ohne eigenen Schulstandort, ist trotzdem als Mitträgerin der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen im Boot. Wird die Sekundarschule von den zuständigen Stellen durchgewunken, müssen einige Schulen geschlossen werden. Dazu zählt auch die Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau, der dann die so genannte „auslaufende Auflösung” bevorsteht.
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