Genervte Autofahrer in Roetgen: Baustellenampel auf der B258

Von: Andreas Gabbert
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Nehmen Stellung zur Kritik der Autofahrer: Dirk Meyer (links), Leiter des Bauamtes der Gemeinde Roetgen, und Michael Vorpeil vom bauleitenden Ingenieurbüro GEHA. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Ein großes Ärgernis für viele Autofahrer ist zurzeit die Baustellenampel auf der B258 in Roetgen. Einige von ihnen machen ihrem Ärger noch während sie vor der Ampel im Stau stehen in den sozialen Netzwerken Luft. Kritisiert werden zum Beispiel die Schaltung der Ampel, dass es keine Umleitung durch den Ort gibt und die Baumaßnahme generell. Die Lokalredaktion hat bei den Zuständigen nachgefragt.

In den ersten zwei Tagen seien bei der Gemeinde Roetgen rund 15 Beschwerden eingegangen, meist wegen der Schaltung der Ampel. Später habe sich das gelegt. „Wir haben es den Leuten dann erklärt und sind weitgehend auch auf Verständnis gestoßen“, sagt der Leiter des Bauamtes der Gemeinde, Dirk Meyer. In den ersten Tagen sei die Ampel noch nicht optimal eingestellt gewesen.

Das müsse man beobachten und justieren, bis sich alles eingespielt habe, erklärt er. „Wir machen an Baustellen häufig die Erfahrung, dass die ersten Tage etwas kritisch sind. Danach reguliert sich das, weil sich die Leute auf die Baustelle einstellen, andere Strecken nehmen und früher unterwegs sind. Der Verkehr verteilt sich, und es gibt andere Spitzen“, sagt Michael Vorpeil vom bauleitenden Ingenieurbüro GEHA.

Die Schaltung der Ampel sei mit allen an der Baumaßnahme beteiligten Behörden im Vorfeld abgestimmt worden. Mit der Schaltung sei eine Fachfirma beauftragt worden. Diese habe mehrere Varianten vorgelegt, die dann mit der Städteregion als zuständiger Straßenverkehrsbehörde abgestimmt und festgelegt worden seien. „Im Endeffekt gibt es da nicht viel Spielraum“, sagt Vorpeil. Die Verkehrsströme würden bei der Ampelschaltung berücksichtigt, sagt Meyer. Zurzeit läge die Grünphase bei 60 Sekunden. Längere Ampelphasen seien hier besser als kürzere.

Kurze Ampelphasen hatten zu Beginn der Woche zu noch größerem Ärger der Autofahrer geführt, als sich der Verkehr in Richtung Aachen bis zum Ortseingang staute. Dies habe daran gelegen, dass die Ampel durch ein Unwetter ausgefallen sei. Nach dem Austausch des defekten Bauteils sei am Dienstagmorgen dann nicht das vorgesehene Programm der Ampel abgelaufen, wodurch es zu einer eingeschränkten Grünphase gekommen sei, erklärt Vorpeil.

Verständnis für verärgerte Autofahrer

Der Leiter des Bauamtes hat durchaus Verständnis für den Ärger der Autofahrer. „Dass die Leute nicht begeistert sind, ist klar. Das ist eine ätzende Baustelle, die allen Zeit und Nerven kostet. Deshalb wollen wir so schnell wie möglich fertig werden“, sagt Meyer.

Ziel sei es, die Bauarbeiten bis zum Ende der Sommerferien abzuschließen. „Wir setzen alles daran. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir durch das schlechte Wetter ein bis zwei Tage verloren haben. Das versuchen wir jetzt zu kompensieren“, erklärt Vorpeil.

Dafür werde mehr gearbeitet, auch an den Samstagen, sagt Meyer. Die Arbeiter würden regelmäßig Überstunden leisten, und es werde mit dem maximal möglichen Maschinen- und Arbeitseinsatz gearbeitet. Dies richte sich nach der Größe des jeweiligen Bauabschnitts, die mit der Städteregion als zuständiger Straßenverkehrsbehörde abgestimmt seien, und der Anzahl der zu reparierenden Kanalhausanschlüsse, erläutert Vorpeil.

An diesem Wochenende soll es mit Blick auf das Rurseefest so wenig Behinderung wie möglich auf der B 258 geben. Deshalb werde die Baustellenampel komplett außer Betrieb sein und die Straße wieder zweispurig befahrbar sein. „Aber nur an diesem Wochenende“, sagt Vorpeil. „An allen anderen Wochenenden werden wir das nicht gewährleisten können“, sagt Meyer.

Als im November mit den Bauarbeiten begonnen wurde, hatte die Städteregion zunächst eine Umleitung des Verkehrs durch den Ortskern angeordnet, um längere Staus auf der Bundesstraße zu vermeiden. Die von Anwohnern vorgetragenen Probleme und besonders auch die Risiken für die Schüler der Roetgener Schulen hatten schließlich zu einer gemeinsamen Suche der Gemeinde und der Städteregion nach einer neuen Regelung geführt.

Das Ergebnis war ein Kompromiss, der so aussah, dass die Gemeinde die Baustellenlänge auf jeweils 50 Meter begrenzen sollte, damit die Zwischenphasen während der Ampelumschaltungen möglichst kurz gehalten werden konnten. So sollten die Wartezeiten gegenüber einer längeren Baustelle verkürzt werden.

Auch wenn zurzeit Schulferien sind, wird es keine Umleitung durch den Ort mehr geben. Die Schulkinder seien nur eines der Argumente gewesen, sagt Meyer. Die Straßen innerhalb des Ortes seien im Gegensatz zur B 258 nicht für die Masse des Verkehrs und für die gefahrenen Geschwindigkeiten ausgelegt.

Den Ärger einiger Autofahrer bekommen auch die Baustellenarbeiter zu spüren. Manche Autofahrer würden an der Ampel Kavalierstarts hinlegen und einige würden noch Zeit finden, die Arbeiter zu beschimpfen. „Die sollten sich selbst mal dahin stellen und erleben, was für ein Gefühl das für die Arbeiter ist“, sagt Vorpeil.

Sanierung der B258

Am Montag, 17. Juli, hat die Gemeinde Roetgen auf der B 258 zwischen Haupt- und Südstraße den dritten Bauabschnitt der Kanalhausanschlusssanierung in Angriff genommen. Ab November des vergangenen Jahres war die Sanierung des ersten Abschnittes erfolgt, die Sanierung des zweiten Abschnittes war im Januar gestartet. Der dritte Bauabschnitt ist seinerseits in zehn Teilabschnitte unterteilt.

Die ersten beiden stehen jetzt kurz vor dem Abschluss. In der kommenden Woche soll im dritten Teilabschnitt mit den Arbeiten begonnen werden. Für die Arbeiten in den ersten beiden Teilabschnitten habe man die Ampel an der Kreuzung Bundesstraße/Hauptstraße/Schwerzfelder Straße außer Betrieb nehmen und den Verkehr allein durch die Baustellenampel regeln müssen. Im dritten Abschnitt sei dies nicht mehr nötig. „Das sollte zu einem besseren Fluss des Verkehrs führen“, sagt Michael Vorpeil vom bauleitenden Ingenieurbüro GEHA.

Die Arbeiten müssten jetzt erfolgen, da der Landesbetrieb Straßen.NRW eine Sanierung der Fahrbahndecke plane und die Straße danach mehrere Jahre lang nicht mehr aufgerissen werden solle, erklärt der Leiter des Bauamtes der Gemeinde Roetgen, Dirk Meyer. „Es wäre natürlich schön, wenn die Maßnahmen nahtlos ineinander übergehen würden“, sagt er. Das wird aber nicht der Fall sein.

Bei der Fahrbahnsanierung handele es sich um eine sehr aufwendige Maßnahme, da der Oberbau aufgrund der hohen Verkehrsbelastung komplett erneuert werden müsse, sagt der Leiter der Regionalniederlassung Ville-Eifel von Straßen.NRW, Gerhard Decker. Dies sei nicht parallel zur Sanierung der Hahner Straße möglich. Wahrscheinlich werde die Sanierung der Fahrbahndecke auf der B 258 nächstes Jahr in den Sommerferien erfolgen, „wenn entsprechende Haushaltsmittel und Kapazitäten vorhanden sind“.

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