Generalprobe bei der lebenden Krippe in Monschau

Von: Max Stollenwerk
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Andächtig in der Krippe kniend: Heinz Stolz als Josef (links) sowie weitere Darsteller während der Generalprobe am vergangenen Sonntag. Foto: Max Stollenwerk
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Nun ist Ehrfurcht angesagt: Auch der Weihnachtsengel spielt in der Darbietung der Lebenden Krippe eine wichtige Rolle.
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Warten auf den Weihnachtsengel und die Könige: Heinz Stolz als Josef (l.) und sein Stellvertreter.

Monschau. Der Weihnachtsengel erscheint, der Weihnachts-Klassiker „Kommet ihr Hirten“ ertönt und Heinz Stolz, Vorsitzender des Krippenvereins Höfen und Spielleiter der Lebenden Krippe, nimmt seine Position als Josef in der Krippe ein.

„Dreh dich ruhig noch etwas mehr zu den Zuschauern hin“, gibt er während der vom Regen begleiteten Generalprobe am vergangenen Sonntag hinter dem Monschauer Brauereimuseum kleine Tipps an Maria, die ihm gegenüber kniet.

Zuschauer sind an diesem verregneten Sonntag zwar noch keine in Sicht, doch das wird sich spätestens am kommenden Samstag ändern, wenn die ersten der beliebten Aufführungen über die Bühne gehen werden. Am Brauereimuseum finden dann wieder an jedem der vier Adventswochenenden täglich drei Aufführungen der Weihnachtsgeschichte mit der Geburt Jesu um 15, 16 und 17 Uhr statt, welche wortgetreu wiedergegeben wird.

Bereits seit 1985, zunächst in Höfen, dann lange Zeit an der Monschauer Burg und seit nunmehr fünf Jahren auf dem Gelände des Brauereimuseums, ist die ca. 25-minütige Darbietung der Lebenden Krippe fester Bestandteil während des Weihnachtsmarktes und Zuschauermagnet.

Heinz Stolz ist seit über zehn Jahren mit Herz und Seele Mitglied des Höfener Krippenvereins und Teil der Lebenden Krippe. „Mit Sicherheit stecken hier seit Beginn des Jahres über 3000 Arbeitsstunden des gesamten Teams drin. Das Aufräumen, der Aufbau, die Pflege, Reparaturarbeiten und diverse andere Dinge beanspruchen schon einiges an Zeit und wir haben schon im März begonnen“, erklärt Stolz, der an den meisten Tagen mit von der Partie war, die Arbeit der circa 20 bis 30 ehrenamtlichen Darsteller und Helfer.

Doch dann erklingen auch schon die ersten leisen Töne der Weihnachtsmusik und es ist Zeit für die Generalprobe. Trotz des Eifeler Dauerregens und des teils pfeifenden Windes sind alle Darsteller erschienen, um ihren Auftritten noch den letzten Schliff zu verleihen.

Die geräumige Krippe ist hergerichtet, der Boden mit Stroh bedeckt und die lebenden Tiere in der Krippe geben ein stimmiges Bild ab. Sogar für Ochs und Esel ist eigens ein Stall und ein kleines Gehege hergerichtet worden, in dem sie sich frei bewegen können. Für die Schafe gibt es eine freie Fläche auf der Wiese und eine neue Futterkrippe ist errichtet worden.

„Ein Landwirt aus Mützenich bringt die Tiere immer Samstagmittag und holt sie dann Sonntagabend wieder ab“, sagt Stolz und deutet auf einen überdachten Platz in einer ehemaligen Grotte. „Hier können die Tiere über Nacht problemlos und tiergerecht bleiben.“ Besonders für die Kinder seien die echten Tiere in jedem Jahr ein besonderes Erlebnis. Die Lautsprecher seien zudem an einer anderen Stelle platziert worden, um die Tiere nicht zu sehr zu belasten.

Bald erscheinen über eine kleine Holzbrücke auch schon die Darsteller zur passenden Weihnachtsmusik. Josef kniet gemeinsam mit Maria neben der Krippe, der Weihnachtsengel erscheint und die Hirten und Könige knien nieder. „Etwas mehr Anmut bitte“, lautet die nette, aber auch ein wenig ernst gemeinte Anweisung von Eva-Maria Stein, die gemeinsam mit Heinz Stolz für die Spielleitung verantwortlich ist, und versucht, ihre Unterlagen vor dem kühlen Nass zu schützen. „Während der Aufführung sollen alle natürlich Spaß haben, aber nach Möglichkeit nicht griemeln“, sagt sie augenzwinkernd.

Die drei Könige sind nun am Zug und bringen ihre Gaben zur Wiege des Neugeborenen, bevor sich auch die Hirten um die Krippe versammeln. „Nein, ihr sollt nicht alle in die Krippe gehen“, sagt Eva-Maria Stein lachend. Dass alle bei diesem Wetter in die trockene und überdachte Krippe streben, ist jedoch nur allzu verständlich. Die Darsteller treten auch nur zögernd wieder ins Freie.

„Wir werden in diesem Jahr durch die Zuschauer gehen“, lautet die nächste Anweisung von Heinz Stolz. Der 57-jährige Gießereiarbeiter erklärt noch einmal kurz, dass der Abgang durch das Spalier der Zuschauer erfolgen soll. Begleitet von „Stille Nacht, Heilige Nacht“, verlassen die Darsteller die Krippe. Doch Zeit für Kaffee, Kakao oder Glühwein zum Aufwärmen ist jetzt nicht.

„Die Hirten stellen sich bitte direkt wieder auf“, ist von Eva-Maria Stein zu hören, die den zweiten Durchgang einläutet. Die Lautstärke der Boxen wird noch einmal kurz reguliert, alle nehmen ihre Positionen ein und schon kann es wieder losgehen. Es sind nun bereits deutlich weniger Anweisungen nötig, so dass Heinz Stolz sogar während der Aufführung noch Zeit hat, die eine oder andere Anekdote auszuplaudern.

„Normalerweise reden wir natürlich während der Auftritte nur im Notfall. Aber einmal hat sich ein Schaf in einem Elektrodraht verfangen, so dass ich einen Hirten gebeten habe, ihm zu helfen“, erinnert er sich. Auch sei ein Mitwirkender einmal während einer Aufführung von einem Esel gebissen worden, sagt er amüsiert. Plötzlich stehen dann aber schon wieder die Könige vor ihm und Eva-Maria Stein fragt, ob jeder seinen Einsatz kenne und wisse, wann er wieder aufstehen müsse. Dies ist offensichtlich der Fall, so dass eine dritte Proberunde an diesem Tage ins Wasser fällt.

„Mir persönlich ist es vor allem wichtig, dass den Zuschauern die Aufführung Spaß bereitet und wir ihnen das Friedensfest, abseits des Trubels vom Weihnachtsmarkt, auf besinnliche Art und Weise näher bringen“, fasst Heinz Stolz nach der gelungenen Generalprobe sein wichtigstes Anliegen zusammen und spricht damit wohl für den gesamten Verein.

Bei immer noch anhaltendem Regen bedankt er sich bei den Mitwirkenden und ist zuversichtlich, dass die Aufführungen gelingen werden. „Dann werden wir im Spiel auch noch die passenden Gewänder tragen“ sagt Stolz freudig. Damit kann die Weihnachtsatmosphäre noch einmal gesteigert werden.

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