Gemütlich übers Eis watscheln

Von: Günter Krings
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Erpel auf dem Eis: Enten sinke
Erpel auf dem Eis: Enten sinken weder ein, noch kleben sie auf dem Eis fest. Und sie haben dank einer besonderen Klimaanlage im Körper zwar kalte, aber keine eiskalten Füße. Foto: imago/Arco Image

Nordeifel. Da hat dann nun doch noch der richtige Winter in Europa Einzug gehalten. Auf den Talsperren in unserer Heimat hat sich an vielen Stellen schon eine Eisdecke gebildet. So werden jetzt Wasservögel in südlichere und wärmere Klimazonen abziehen und eventuell bei uns eine Zwischenstation einlegen.

Deshalb waren am Dienstag auf dem Obersee bei Pleushütte sieben Gänsesäger zu beobachten, die man normalerweise bei uns nicht zu Gesicht bekommt. Es lohnt sich also für Naturfreunde, eine Stippvisite an unsere Talsperren zu machen, wenn man seltene Vögel entdecken will.

Mit blanken Füßen

Nicht selten sind bei uns die Stockenten, die bei den knackigen Temperaturen mit blanken Füßen direkt auf dem Eis sitzen. Würden wir Menschen barfuß auf das kalte Eis gehen, hätten wir nach kurzer Zeit ein riesiges Problem: Die Eiseskälte würde sich sehr rasch der Fußsohle als schneidender Schmerz mitteilen.

Wir können die Eiszeit unter unseren Füßen überhaupt nicht ertragen, unsere Füße und Zehen würden erfrieren. Wieso erfrieren aber nun die Füße der Enten und anderem Wassergeflügel nicht? Sie sind offensichtlich wesentlich weniger empfindlich gegen Kälte. Andererseits haben Enten in ihren Füßen keine besondere Heizung, die dort wärmt.

Wären die Entenfüße mollig warm wie der Entenkörper zehn Zentimeter weiter oben, würde der Vogel seinen Stehplatz unaufhörlich anschmelzen und in der Eisdecke immer tiefer einsinken oder er könnte festfrieren. Aber die Entenfüße sind kalt.

Das ist eine hervorragende Anpassung an die Umwelt: Die kalten Entenfüße sind eine äußerst wirksame Maßnahme gegen unnötige Wärmeverluste und das Festfrieren. Damit die Füße nun nicht völlig vereisen, gibt es eine weitere erstaunliche Anpassung dieser Vögel an die kalten Umgebung: Aus dem Entenkörper strömt nur ganz wenig Blut bis in den Fußbereich.

Nicht schockierend kalt

Dort kühlt die Körpertemperatur von etwa 41 Grad auf unter sechs Grad ab. Die Beinarterie, die körperwarmes Blut führt, ist dicht von mehreren kleinen Venen umgeben, die das stark abgekühlte Blut in den Körper zurückführen. Auf dem kurzen Kontaktweg in den Beinen kommt es zwischen den beiden Blutgefäßtypen zum Wärmeaustausch. Das Blut in den Arterien heizt das Blut in den Venen ein wenig auf, so dass das kalte Blut aus den Beinen nicht so schockierend kalt in den Herz-Lunge-Kreislauf gelangt.

Spinnen mit Frostschutzmitel

Schon im Herbst suchen einige Spinnen die warmen Wohnungen auf. Aber nicht alle. Manche Spinnen haben so etwas wie ein Frostschutzmittel in sich. Deswegen kann das Wasser in ihrem Körper nicht gefrieren und die Spinnen können auch im Winter draußen überleben.

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